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Dresden

DDR Brigade-Tagebücher fürs Archiv

Die Tagebücher des Dresdner Transformatoren- und Röntgenwerks erzählen vom sozialistisch geprägten Arbeitsalltag der ehemaligen Mitarbeiter.

Uwe Meyer-Clasen und Mandy Ettelt bei der Übergabe der Brigadetagebücher.
Uwe Meyer-Clasen und Mandy Ettelt bei der Übergabe der Brigadetagebücher. © Elvira Wobst/Stadtarchiv

Dresden. Das Dresdner Stadtarchiv hat die Brigade-Tagebücher der ehemaligen Abteilung "Technologische Planung" des Volkseigenen Betriebs Dresdner Transformatoren- und Röntgenwerk (VEB TuR) erhalten. Die Dokumente seien für das Archiv eine "zeithistorisch wertvolle Quelle", schrieben die Verantwortlichen.

In der DDR führten von 1966 bis 1990 Abteilungen und Gewerkschaftsgruppen sogenannte Brigade-Tagebücher, um die Entwicklung ihres Arbeitskollektivs im Wettstreit um die Auszeichnung zum "Kollektiv der sozialistischen Arbeit" zu dokumentieren.

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In den Tagebüchern der im Stadtteil Mickten ansässigen TuR finden sich neben Aufzeichnungen der erfüllten Arbeit auch Stellungnahmen zu politischen Ereignissen, Naturkatastrophen und zur Arbeit mit einer Patenklasse. 

Sie enthalten beispielsweise Berichte über Familienwandertage, Skatabende, Vorträge von Privatreisen, Fotowettbewerbe, Kollektivfeiern und Besuche von Kunstausstellungen der Brigade. Geschrieben wurden sie von beauftragten Mitarbeitern der Abteilung.

Die Brigade wurde am 30. Juni 1991 aufgelöst, als das Werk von der Firma Siemens übernommen wurde. Die meisten Mitarbeiter wurden damals gekündigt. 

Die Brigade-Tagebücher wurden von Stadtteilhistoriker Uwe Meyer-Clasen an das Stadtarchiv übergeben. Er ist unter anderem Stadtführer und sammelt Zeitzeugnisse aus Dresden. (SZ/trw)

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