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Grünes Gewölbe: Verdichtet sich die Spur nach Berlin?

Nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe hat die Polizei erneut mehrere Gewerberäume in Berlin durchsucht. Dieses Mal traf es die Auto-Branche.

Das Fluchtfahrzeug - hier auf einem Überwachungsfoto - wurde nach der Tat abgebrannt. Zuvor war es offenbar in Berlin foliert worden.
Das Fluchtfahrzeug - hier auf einem Überwachungsfoto - wurde nach der Tat abgebrannt. Zuvor war es offenbar in Berlin foliert worden. © PD Dresden

Dresden/Berlin. Auf der Suche nach den Tätern, die im November vergangenen Jahres in das Dresdner Grüne Gewölbe eingebrochen sind, führt eine weitere Spur nach Berlin. Die Polizei hat mehrere Betriebsstätten von Firmen durchsucht, die Autos folieren. Bei den Einsätzen, die am 9. September und am vergangenen Mittwoch stattfanden, seien umfangreiche Geschäftsunterlagen gesichtet und teilweise sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mit.

Die Ermittler der „Sonderkommission Epaulette“ gehen davon aus, dass der von den Tätern als Fluchtfahrzeug genutzte Audi A6 wenige Tage vor dem Einbruch am 25. November im Auftrag der Täter foliert wurde. So sei das äußere Erscheinungsbild des ursprünglich dunklen Fahrzeugs verändert worden, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Für ihn ein weiterer deutlicher Hinweis auf organisierte Kriminalität.

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Die Täter waren mit dem Audi nach dem Einbruch in das Museum im Dresdner Residenzschloss nur wenige Kilometer weit gefahren. In der Tiefgarage eines Wohnkomplexes im Stadtteil Pieschen steckten sie das Auto in Brand, um Spuren zu vernichten. Von dort konnten sie unerkannt verschwinden.

Handynummern geben Hinweis

Doch die Polizei fand in dem völlig ausgebrannten Wrack Gegenstände, die das Fahrzeug mit dem Einbruch in Verbindung brachten. Auf einem Überwachungsfoto, das vor dem Einbruch entstanden war, ist ein heller Audi A6 mit einem auffallend dunklen Dach in unmittelbarer Nähe der Tiefgarage zu erkennen.

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Ein weiterer Ermittlungsansatz sind Mobilfunk-Auswertungen. Offenbar haben die Beamten den Tätern Mobilfunknummern zuordnen können. Bereits am 2. September durchsuchte die Polizei ein Internet-Café in Berlin-Neukölln und die Wohnung eines dort Beschäftigten, der den Tätern auf fiktive Personalien registrierte Sim-Karten verkauft haben könnte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sowohl der Mobilfunk-Händler als auch die Inhaber der Kfz-Firmen nichts mit dem Einbruch zu tun haben. Die Betroffenen seien jedoch Zeugen, über die man die Einbrecher ermitteln könnte. „Wir sind zuversichtlich, die Täter identifizieren zu können, und das ist ein weiterer Schritt dazu“, sagte Schmidt. Das sichergestellte Material wird noch ausgewertet.

Bei dem spektakulären Einbruch erbeuteten die Täter in wenigen Minuten historische Diamanten und Brillanten von unschätzbarem Wert aus einer Vitrine des Juwelenzimmers. Von ihnen und der Beute fehlt bisher jede Spur.

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