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Dresden

Grünes Gewölbe: Neue Details zum Juwelenraub

Die mutmaßlichen Täter sollen schon Tage vor der Tat ihren Einbruch vorbereitet und sogar das Fenstergitter aufgetrennt haben.

Vor Beginn des Prozesses gegen sechs Angeschuldigte dringen immer mehr Ermittlungsdetails zum Raub im Grünen Gewölbe an die Öffentlichkeit.
Vor Beginn des Prozesses gegen sechs Angeschuldigte dringen immer mehr Ermittlungsdetails zum Raub im Grünen Gewölbe an die Öffentlichkeit. © Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

Dresden. Das Fenstergitter des Dresdner Residenzschlosses soll bereits Tage vor dem Einbruch aufgetrennt gewesen sein. Auch im nahen Pegelhaus im Kopf der Augustusbrücke sollen die Täter Tage zuvor ihre Brandstiftung an der Elektroverteilung vorbereitet und etwa einen Feuerlöscher entsorgt haben. Im Fall des spektakulären Einbruchs ins Grüne Gewölbe am 25. November 2019 gibt es allerhand Neuigkeiten.

Drei Wochen nach Erhebung der Anklage gegen sechs Angeschuldigte aus Berlin berichtet Spiegel online zahlreiche Einzelheiten zu dem Diamanten-Diebstahl aus Sachsens Schatzkammer. So sollen die Einbrecher in den Tagen vor der Tat mehrfach über den Zaun gestiegen sein, um ein Stück aus dem eisernen Fenstergitter abzutrennen und wieder so zu befestigen, dass es nicht auffällt, aber beim Einbruch schnell abgenommen werden könne. Diese Dreistigkeit dürfte das Sicherheitsregime der Staatlichen Kunstsammlungen weiter belasten.

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Interessant ist auch, dass die Einbrecher neben einem Audi A6, den sie nach der Tat in der Tiefgarage eines Wohnkomplexes in Brand gesteckt hatten, auch einen E-Klasse-Mercedes gekauft haben sollen. Beide Fahrzeuge sollen sie mit gestohlenen Kennzeichen versehen haben, als sie damit in Dresden unterwegs waren. Den Mercedes hatten sie mit Folien und Schild auf dem Dach als Taxi getarnt.

Fluchtauto auf Polizeigelände abgefackelt?

Mit dem Mercedes könnten die Einbrecher nach Berlin geflüchtet sein. Am 17. Dezember 2019 entdeckte ein Zeuge das Auto offenstehend in Berlin. Da man es zunächst nicht mit dem Einbruch in Verbindung brachte, wurde es laut Spiegel online auf einem Sicherstellungsgelände der Polizei abgestellt. Dort sei das Fahrzeug wenige Tage später, am 25. Dezember, abgebrannt, nachdem jemand das Navigationssystem ausgebaut hatte. Dennoch sei es Ermittlern gelungen, in dem ausgebrannten Auto DNA-Spuren zu sichern, die sich mehreren Angeschuldigten hätten zuordnen lassen.

Die Dresdner Staatsanwaltschaft und das Landgericht Dresden, wo sich die sechs Angehörigen des Remmo-Clans verantworten werden müssen, kommentieren die Veröffentlichung der Details, die offenbar aus der Anklage stammen, nicht. Derzeit prüft das Gericht die Anklage, das Hauptverfahren ist noch nicht eröffnet.

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Laut Spiegel online drohen den Angeklagten neben langen Freiheitsstrafen auch die Einziehung von 113,8 Millionen Euro. Die Summe entspreche dem Versicherungswert der Juwelen. Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar. Verteidiger schlagen vor, aufgrund der hohen Anzahl Prozessbeteiligter bereits jetzt Termine zu vereinbaren.

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