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Beuys-Zeichnungen in Dresden

Das Kupferstich-Kabinett erhält aus der Sammlung der Familie Bastian Arbeiten von Joseph Beuys als Dauerleihgabe und eine bedeutende Schenkung.

Das Kupferstichkabinett bekommt einige Zeichnungen von Joseph Beuys.
Das Kupferstichkabinett bekommt einige Zeichnungen von Joseph Beuys. © Dürrwald/dpa

Nach den Schenkungen der Sammlung Hoffmann von Erika und Rolf Hoffmann und dem Archiv der Avantgarden von Egidio Marzona gelangt eine weitere private Kunstsammlung, in diesem Falle als langjährige Leihgabe, aus Berlin an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das Kupferstich-Kabinett erhält 173 Zeichnungen von Joseph Beuys aus der Sammlung Heiner, Céline und Aeneas Bastian.

Gefestigt wird die Kooperation in den nächsten zehn Jahren durch Schenkungen ausgewählter Zeichnungen, an deren Anfang das Blatt „Raum für Filzplastiken“ von 1963 steht. Diese Arbeiten repräsentieren nicht nur ein meisterhaftes Werk der Zeichenkunst des 20. Jahrhunderts, sie geben auch Zeugnis über das enge Band zwischen dem Künstler und der Familie Bastian. Heiner Bastian war langjähriger Sekretär und Vertrauter von Beuys.

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Reise durch das Leben des Künstlers

Das Zeichnungskonvolut bildet das Gesamtwerk des Künstlers ab: Das früheste Blatt entstand 1945, das späteste ein Jahr vor Beuys‘ Tod 1986. Den Auftakt bilden Collagen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit und zarte Bleistiftzeichnungen sowie Aquarelle aus den 1950er-Jahren. Das zeichnerische Werk der 1960er-Jahre, als Beuys Professor für monumentale Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie war, steht in einer produktiven Wechselbeziehung zur Radikalisierung seiner künstlerischen Auffassung.

Die Zeichnungen sind aufs engste mit den plastischen, performativen und politischen Arbeiten von Beuys verbunden, da sie das Gesamtwerk kontinuierlich durch fünf Jahrzehnte mitentwickelt haben und es abbilden. „Als ein zentrales Element der Beuys-Sammlung sehe ich das Verhältnis des Künstlers zur Natur im Sinne des Bestrebens, etwas Ursprüngliches zu finden, das weniger mit der Gegenwart zu tun hat, in der Beuys lebt, sondern an die Anfänge der Geschichte zurückzugehen und das Verhältnis des Menschen zum Kosmos zu betrachten, seinen Urzustand zu suchen.“, sagt Aeneas Bastian, Galerist und Sammler.

Den Beginn der Zusammenarbeit zwischen der Familie Bastian und den SKD markiert die Schenkung einer wichtigen Zeichnung aus dem Konvolut an das Kupferstich-Kabinett: Das Blatt „Raum für Filzplastiken“ von 1963 zeigt beispielhaft das künstlerische Gewicht der Zeichnungen im Schaffen des Künstlers. Es entstand in einer entscheidenden Phase seines Wirkens, als Beuys Akademielehrer in Düsseldorf war, erste Fluxus-Aktionen durchgeführt und sein bildnerisches Werk um Filz, Fett und Wachs erweitert hatte. (SZ)

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