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Neuer Chef für den Dresdner Kreuzchor

Roderich Kreile geht nach 26 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger war selbst Kruzianer, verließ Dresden jedoch später.

Martin Lehmann wird neuer Kreuzkantor.
Martin Lehmann wird neuer Kreuzkantor. © PR/Windsbacher Knabenchor

Dresden. Die Entscheidung ist gefallen. Neuer Kreuzkantor wird der aktuelle künstlerische Leiter des Windsbacher Knabenchors, Martin Lehmann. Das hat die Dresdner Stadtverwaltung am Dienstag mitgeteilt.

Lehmann wird sein neues Amt im August 2022 antreten. Er ist der Nachfolger des bisherigen Kreuzkantors Roderich Kreile, der nach 26 Jahren in den Ruhestand geht.

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Lehmann wurde nach einem mehrstufig angelegten Besetzungsverfahren gewählt, das im Juli 2020 begonnen und bis Juli dieses Jahres gedauert hat. Im Ergebnis schlug die durch den Stadtrat eingesetzte Findungskommission einstimmig die Berufung von Martin Lehmann als 29. Kreuzkantor vor, so die Stadtverwaltung.

Amtsantritt erst nächstes Jahr

Martin Lehmann leitet seit 2012 den Windsbacher Knabenchor, einen der renommiertesten deutschen Knabenchöre. Der Stadtrat muss der Berufung nach der Sommerpause noch zustimmen, eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet. Der Amtsantritt ist dann für den August 2022 vorgesehen. Die öffentliche Einführung in das Amt als Kreuzkantor ist für den 25. September 2022 geplant.

"Ich freue mich, dass wir mit Martin Lehmann einen der renommiertesten europäischen Knabenchorleiter, Kirchenmusiker und Pädagogen für den Dresdner Kreuzchor gewinnen können", sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke). Sie selbst war Vorsitzende der Findungskommission. Martin Lehmann habe während der Probenwoche und in vielen Gesprächen mit allen am Findungsverfahren Beteiligten unter Beweis gestellt, dass er die Tradition des Dresdner Kreuzchores "als einen der ältesten deutschen Knabenchöre auf künstlerisch exzellentem Niveau und mit der notwendigen Empathie für die heranwachsenden Sänger fortführen" werde.

Lehmann war selbst Kruzianer

"Ich freue mich außerordentlich über die Berufung als Kreuzkantor durch die Findungskommission und danke für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird", sagt Martin Lehmann. Er war selbst Kruzianer. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den jungen Sängerpersönlichkeiten, den Mitarbeitenden und Elternhäusern des Dresdner Kreuzchors, der Dresdner Philharmonie, der Kreuzkirche, dem Evangelischen Kreuzgymnasium sowie der Stadt Dresden."

Das Findungsverfahren um die Besetzung des zukünftigen Kreuzkantors wurde 2020 eingeleitet. Die Findungskommission setzte sich aus Vertretern des Dresdner Stadtrates, fünf externen Musikexperten, der Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden und der Kulturverwaltung zusammen.

37 Bewerbungen für Kantor-Stelle

Auf die Ausschreibung der Stelle gingen 37 Bewerbungen ein. Sieben Bewerber wurden eingeladen, sich in einem Auswahlgespräch mit ihrem künstlerischen und pädagogischen Konzept für den Dresdner Kreuzchor vorzustellen. Drei der Bewerber haben sich im Frühjahr 2021 einem Auswahlprozess im Rahmen einer Probenwoche mit zahlreichen Gesprächen mit den Kruzianern, den Pädagogen sowie den Eltern und unter Begutachtung der Auswahlkommission gestellt. Beim Amt des Kreuzkantors handelt es sich um einen Dienstvertrag mit der Landeshauptstadt Dresden, die Rechtsträgerin des Dresdner Kreuzchores ist. Das heißt, die Stadt bezahlt den Kantor.

Martin Lehmann, geboren 1973, hat nach seiner ersten musikalischen Ausbildung im Dresdner Kreuzchor 1983 bis 1992 an der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Chorleitung bei Professor Hans-Christoph Rademann studiert. Während dieser Zeit war Lehmann künstlerischer Assistent des Dresdner Kammerchors sowie Mitbegründer und Leiter des Kammerchors cantamus dresden. Darüber hinaus nahm er einen Lehrauftrag an der Dresdner Musikhochschule wahr. Sein Aufbaustudium schloss er in den Fächern Chorleitung und Orchesterdirigieren mit Auszeichnung ab. Er ist Träger des Rudolf-Mauersberger-Stipendiums.

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