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Thalbach und Thielemann machen "Aida" mit "MeToo"-Anleihen

Schauspielerin Katharina Thalbach und Chefdirigent Christian Thielemann inszenieren in Dresden erstmals die Verdi-Oper "Aida". Die sei mehr als nur der Triumphmarsch, sagen die Stars im Interview.

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Kennen und schätzen sich seit Langem, arbeiten aber erstmals für eine neue Dresdner "Aida" zusammen: Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach und Staatskapellen-Chefdirigent Christian Thielemann. Sie nennt ihn den "Großen T".
Kennen und schätzen sich seit Langem, arbeiten aber erstmals für eine neue Dresdner "Aida" zusammen: Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach und Staatskapellen-Chefdirigent Christian Thielemann. Sie nennt ihn den "Großen T". © Daniel Koch / Semperoper Dresden

Dresden. Sie sind ein so schönes Paar, ohne eines zu sein: die Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach und der Dirigent Christian Thielemann. Wohl überragt er sie um mehrere Köpfe. Aber beide berlinern so harmonisch, gehen miteinander so sensibel und vertraut um, dass man denken könnte, sie würden schon immer zusammen arbeiten. Doch sie tun es dieser Tage zum ersten Mal wirklich, denn beide bereiten für den 5. März die Premiere der Oper "Aida" von Giuseppe Verdi in der Semperoper vor. Es ist die sechste Dresdner "Aida" seit der ersten 1876. Sie wird in eine goldene Pharaonen-Architektur mit Assoziationen aus dem Art déco und der frühen Filmarchitektur führen. Zum exklusiven Gespräch für die Sächsische Zeitung kommen beide mit Abstand und Maske. Sie sind so gut drauf, dass sie alsbald in einen Dialog eintreten: über Gold, das gut klingt, die "Theaterpranke" von Verdi und Elefanten, die nicht mehr in die Semperoper passen.

Frau Thalbach, Herr Thielemann, wie laufen die Proben unter Omikron-Bedingungen?

Katharina Thalbach: Ich habe großes, großes Vergnügen mit den Sängern. Wer die sind, weiß man ja, bevor es richtig losgeht, nicht. Als Opernregisseurin bin ich, im Gegensatz zum Theater, zumindest was die musikalische Seite angeht, außen vor. Was ich absolut verstehe. Man kann dann aber auch Pech haben. Die Sänger sind stimmlich toll, aber vielleicht nicht so spielfreudig. Das ist hier bei unserer "Aida" zum Glück völlig anders. Aber wir proben natürlich momentan unter Corona-Bedingungen, das heißt, die Sängerinnen und Sänger, die bei den Proben ohnehin nur markieren, haben zudem eine Maske vor dem Mund.

Christian Thielemann: Ich bin erst nach dem letzten Sinfoniekonzert dazugestoßen. Bisher habe ich aber auch nichts von den Proben gehört. Und das ist das beste Zeichen. Das bedeutet meist, dass da jemand nicht gegen die Musik arbeitet. "Aida" ist ja ein Stück, das auf purer Melodie aufbaut. Das Stück begeistert mich sehr!

Thalbach: Also, was mich auch sehr gefreut hat, dass schon nach den ersten Proben im noch nicht vollständigen Bühnenbild das Ensemble gemerkt hat, wie toll es klingt. Ich hatte ja meinen wunderbaren Bühnenbildner Ezio Toffolutti gebeten, mir aus Holz einen wirklichen Klangraum zu schaffen, der wie aus Gold wirkt.

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