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So stimmungsvoll war das Adventskonzert aus Dresden

Beim Adventskonzert des ZDF in der leeren Dresdner Frauenkirche sang auch Moderatorin Stephanie Stumph mit.

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Schöne Musik und schönes Licht: Das Adventskonzert aus der Frauenkirche sahen im ZDF wieder gut zwei Millionen Zuschauer.
Schöne Musik und schönes Licht: Das Adventskonzert aus der Frauenkirche sahen im ZDF wieder gut zwei Millionen Zuschauer. © ZDF und Dita Vollmond

Von Karsten Blüthgen

Statt funkelnder Augen im Schiff und auf den Emporen abermals nur flackernde Kerzen am Sonntagabend in der Frauenkirche Dresden. Das Haus war stimmungsvoll in Licht getaucht, Klassik-Stars waren angereist. Doch das Adventskonzert des ZDF mit der Sächsischen Staatskapelle durfte wie schon 2020 pandemiebedingt nur ohne Publikum stattfinden. Laut ZDF verfolgten zwei Millionen Zuschauer das einstündige Programm an heimischen Endgeräten.

Viele fühlten sich beim Zwischenspiel „Träumerei am Kamin“ besonders abgeholt. Richard Strauss bedeutet: Heimspiel der Staatskapelle. Erstmals am Pult vor dem vollen Orchester stand Petr Popelka. Vor Kurzem war der Tscheche hier noch als Kontrabassist engagiert, nun geht es für ihn als Dirigent steil aufwärts. Seine Art, Strauss zu formen, ließ die Schule Christian Thielemanns erkennen.

Stephanie Stumph moderierte das Konzert wieder.
Stephanie Stumph moderierte das Konzert wieder. © ZDF und Dita Vollmond

Kurzweiliger Abend aus der Dresdner Frauenkirche

Es war nur eine Facette dieses farbenfrohen, kurzweiligen Abends. Der Dresdner Kreuzchor sang „Maria durch ein Dornwald“ im Satz von Gottfried Wolters glasklar von der Empore. Tenor Jonathan Tetelman und der Sächsische Staatsopernchor zitieren Festliches aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Pianist Lang Lang, soeben noch im restlos ausverkauften Kulturpalast zu erleben, gab erneut Proben aus Bachs Goldberg-Variationen zum Besten und schwelgte mit der Staatskapelle im langsamen Satz des Klavierkonzerts von Edvard Grieg.

Lang Lang begeisterte mit Bach.
Lang Lang begeisterte mit Bach. © ZDF und Dita Vollmond

ZDF: Mitschnitt bis Mai 2022 in der Mediathek

Die stärkste Leuchtkraft entfaltete an diesem Abend Sopranistin Katharina Konradi. Himmlisch schwelgte sie in Händels Arie „Oh! Had I Jubal’s lyre“, tröstete ergreifend in „Pie Jesu“ aus dem Fauré-Requiem und feierte in Humperdincks „Weihnachten“ ungekünstelt das Fest der Liebe. Popelka leitete dieses Geisterspiel mitreißend. Dazu leistete die Bildregie vortreffliche Arbeit. So war das Publikum zwar draußen und doch sehr nah am Geschehen. Die Mitwirkenden applaudierten sich immer wieder gegenseitig zu. Für das Schlusslied „Macht hoch die Tür“ fanden Solisten, Chöre und Orchester klangmächtig zusammen.

Schauspielerin Stephanie Stumph, die den Abend moderierte, setzte sich auf eine Kirchenbank und sang ebenfalls mit. So war doch ein wenig von jener Live-Atmosphäre zu spüren, die sich viele sehnlichst zurückwünschen. Wer dachte nicht vor einem Jahr, dass wir heute schon ein Stück weiter wären?

Das Video ist bis zum 28. Mai 2022 in der ZDF-Mediathek zu sehen.