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Seine einzige Geliebte ist das Morphium

Die Tragik des Hans Fallada wird in der Dresdner Bühnenfassung des Romans „Ein Mann will nach oben“ doppelt gespiegelt.

Von Rainer Kasselt
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In "Ein Mann will nach oben" nach dem Roman von Hans Fallada spielen Gina Calinoiu und Daniel Séjourné.
In "Ein Mann will nach oben" nach dem Roman von Hans Fallada spielen Gina Calinoiu und Daniel Séjourné. © Sebastian Hoppe

Die Live-Kamera ist immer dabei. Videofestspiele im Dresdner Staatsschauspiel. Nach Frank Castorfs beachtlichem „Wallenstein“ und der misslungenen Brasch-Adaption „Vor den Vätern sterben die Söhne“ von Sebastian Hartmann folgte am Donnerstag im Kleinen Haus der dritte Leinwandstreich. Castorf-Schüler Sebastian Klink wagte sich an Hans Falladas 800-Seiten-Wälzer „Ein Mann will nach oben“ von 1941/42. Mit Dramaturgin Svenja Käshammer stellte er eine dreistündige Bühnenfassung her. Erzählt wird das Tellerwäscher-Märchen des 16-jährigen Waisenjungen Karl Siebrecht in Berlin: vom Gepäckträger zum Transport-Unternehmer. Ein Blick auf deutsche Geschichte zwischen 1910 und 1933 mit Weltkrieg, Inflation, Wirtschaftskrise und Nazidiktatur. Die Regie entdeckt zwischen Karls Aufstiegsträumen und dem Leben von Hans Fallada manche Ähnlichkeiten und inszeniert eine Parabel. Karl fällt Betrügern in die Hände, rappelt sich auf, verschiebt illegal Waren, kommt ins Gefängnis, lernt die lebenskluge Proletarierin Rieke kennen, wird im Krieg verwundet, benutzt Frauen einflussreicher Väter, verrät Freunde und Rieke, heiratet eine mondäne Dame und leistet sich ein schlechtes Gewissen.

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