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Sturmerprobt durch Dresden: Stimmen zum Wechsel der Museumschefin nach Berlin

Marion Ackermann, Chefin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wird Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Eine Presseschau.

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Marion Ackermann wird nächstes Jahr Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.
Marion Ackermann wird nächstes Jahr Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. © dpa

Die Berufung von Marion Ackermann zur designierten Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat am Montag Lob und Bedauern in Sachsen ausgelöst. Ministerpräsident Michael Kretschmer und seine Kulturministerin Barbara Klepsch (beide CDU) gratulierten der derzeitigen Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Sie habe "das Kulturland Sachsen weiter nach vorne gebracht", schrieben Kretschmer auf X (vormals Twitter) und Klepsch in einer Mitteilung und dankten für ihr Engagement. Auch die Feuilletons der überregionalen Zeitungen befassen sich mit der Personalie. Hier eine Presseschau in Auszügen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung:

Als Chefin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Museumsdirektorin in Stuttgart hat Marion Ackermann finanziell aus dem Vollen geschöpft. In Berlin muss sie lernen, den Mangel zu verwalten. Das hindert sie nicht daran, „change management“ zu betreiben, wie sie es nennt. Aber es hemmt die Kraft des Neuanfangs, den die Stiftung Preußischer Kulturbesitz jetzt dringend braucht. (Andreas Kilb, F.A.Z.)

Süddeutsche Zeitung:

So schwierig ihr Job in Berlin wird, so froh dürfte Ackermann sein, das Kapitel Dresden für sich zu schließen. Als Wessi war sie dort misstrauisch empfangen worden, und auch sie fremdelte mit der Stadt, die damals für die Pegida-Demos berüchtigt war. (Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung)

Die Zeit:

Die AfD im Dresdner Landtag und die Bild-Zeitung vor Ort (...) bombardieren Marion Ackermann als Generaldirektorin der Dresdner Museen seit Jahren mit populistischen Vorwürfen. Wegen des Einbruchs im Grünen Gewölbe, der Umbenennung von Bildtiteln und der Absage einer kolonialen Ausstellung etwa. Die Jahre in Dresden, wohin sie 2016 von Düsseldorf gewechselt ist, haben Ackermann gestählt in der Auseinandersetzung mit der politischen Rechten. (Florian Illies, Die Zeit)

Die Welt:

Marion Ackermann dürfte Wind in Deutschlands mächtigste Kulturinstitution bringen. Sturmerprobt ist sie jedenfalls. In Dresden stand sie nicht nur vor ähnlich bürokratischen Herausforderungen, sondern war auch gesellschaftlich und politisch stark gefordert. (...) Doch Ackermann widerstand sowohl wiederholten Rücktrittsforderungen als auch den ständigen Nadelstichen aus der AfD-Fraktion. (Marcus Woeller, Die Welt)