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Trump trifft den Terminator

21 Fragen an das Jahr 2021 - beantwortet von von Stefan Prins, Leiter des Studios für Elektronische Musik in Dresden.

© Bildstelle

Der belgische Komponist Stefan Prins ist seit Beginn des Sommersemesters Professor für Komposition und Leiter des Studios für Elektronische Musik an der Dresdner Musikhochschule. Der 1979 in Kortrijk geborene Künstler studierte nach einer Ingenieurs-Ausbildung Klavier und anschließend Komposition in Antwerpen sowie an der Universität Harvard, wo er auch promovierte.

1. Mit wem würden Sie gerne mal für ein Jahr tauschen?
Mit meiner Mutter. Nach einem Jahr würde ich dann vielleicht viele Sachen besser verstehen über sie, mich selbst, uns, das Leben, was es bedeutet, Kinder zu haben, Frau zu sein, älter zu werden.

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2. Welches Kulturereignis in Sachsen ist jetzt schon rot in Ihrem Kalender markiert?
Der Mai wird – wenn Corona es zulässt – ein ganz spannender Monat. In der Musikhochschule haben wir dann nicht nur einen, sondern sogar zwei wichtige Vertreter der Neuen Musik – Helmut Lachenmann und George E. Lewis – für eine Woche zu Gast, begleitet von Masterklassen, Präsentationen und Abschlusskonzerten. Ebenfalls im Mai habe ich das Tonlagen-Festival in Hellerau in meinem Kalender vermerkt, insbesondere die Premiere eines neuen Werkes des norwegischen Komponisten Trond Reinholdtsen, der immer für Überraschungen gut ist.

3. Welches Wort wollen Sie 2021 nicht mehr hören und lesen?
Trump.

4. Welche Schlagzeile würden Sie gern über Sachsen lesen?
Sachsen investiert im Jahr 2021 doppelt so viel Geld in die Kultur wie im Jahr 2020.

5. Was wünschen Sie sich von der Sächsischen Zeitung?
So viel Aufmerksamkeit für Kultur wie möglich, insbesondere auch für das, was abseits des Mainstreams passiert.

6. Welches Schulfach sollte es bald geben?
Kunst von gestern bis heute – und was sie uns sagt über unsere Welt.

7. Wofür wollen Sie sich 2021 engagieren?
Ein Traum, den ich seit längerer Zeit habe, ist, Kindern, die wenig oder keinen Zugang zu regulärem Musikunterricht haben, dabei zu unterstützen, die Liebe zur Musik zu entwickeln. Dabei möchte ich ihnen vor allem nahebringen, Musik zu kreieren, zu komponieren oder zu improvisieren. Auf Instrumenten, die sie selbst gemacht haben, oder auf traditionellen oder mit elektronischen und digitalen Medien.

8. Auf welche Begegnung sind Sie besonders neugierig?
Ich bin jedes Semester besonders neugierig auf die Begegnungen mit unseren neuen Studierenden an der Hochschule.

9. Wovon wollen Sie sich ganz dringend trennen?
Vom Jahr 2020.

10. Welches Ritual werden Sie auch 2021 nicht ändern?
Unbedingt wieder beim Besuch meiner Heimatstadt Antwerpen im Coffeehouse „Normo“ einen Kaffee zu trinken. Das Café ist in der Straße gelegen, in der ich 13 Jahre gewohnt habe.

11. Was ist Ihr persönlicher Lieblingsschnappschuss des Jahres?
Eine Szene im Sommer 2020 in Kroatien.

Irgendwo in Kroatien.
Irgendwo in Kroatien. © privat

12. Welche zwei Streithähne würden Sie gern zusammen an einen Tisch setzen?
Donald Trump und den Terminator.

13. Welche Sportart möchten Sie gerne mal selbst ausprobieren?
Tai-chi oder Judo.

14. Was wollten Sie Christian Drosten schon immer mal sagen?
Danke!

15. Welchen Slogan wünschen Sie sich für den Bundestagswahlkampf?
Und jetzt alle zusammen!

16. Welches Ministerium würden Sie neu einführen?
Das Ministerium der verrückten Ideen. Wir brauchen mehr wildes Denken ohne praktische Beschränkungen. Ein solches Denken führt oft zu guten Ideen mit praktischen Anwendungen.

17. Welches Buch wollen Sie endlich lesen?
Shoshana Zuboffs „The Age of Surveillance Capitalism“ und „Cliënt E. Busken“, den neuen Roman des holländischen Schriftstellers Jeroen Brouwers.

18. Welches Gericht werden Sie kochen lernen?
Brasilianische Feijoada.

19. Wofür wollen Sie 2021 Geld spenden?
Für Organisationen, die sich mit Wiederaufforstung beschäftigen.

20. In welches Land wollen Sie reisen?
Nach Vietnam.

21. Wen würden Sie spontan umarmen wollen?
Jedes Händchen haltende ältere Paar, das ich auf der Straße gemeinsam spazieren gehen sehe.

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