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Dresden
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Kunstinstallation am Dresdner Olbrichtplatz entwendet

Eigentlich sollte ein Kunstwerk am Sowjetischen Ehrenmal in Dresden bis Anfang Juni stehen bleiben. Jetzt ist die Installation ungeplant verschwunden.

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Vorerst ohne Kunstistallation: das sowjetisches Ehrenmal am Olbrichtplatz.
Vorerst ohne Kunstistallation: das sowjetisches Ehrenmal am Olbrichtplatz. © Marion Doering

Dresden. Bereits in der Nacht auf Donnerstag wurde die temporäre Kunstinstallation „Dieses Gebilde ist fragil“ von Svea Duwe am Sowjetischen Ehrenmal auf dem Olbrichtplatz entwendet.

Das Kunstwerk sollte eigentlich bis zum 4. Juni zu sehen sein. Ziel war es, vor der anstehenden Sanierung auf die notwendige historische Kontextualisierung aufmerksam zu machen. Die Kunstinstallation soll zeitnah wiederhergestellt werden, teilte die Stadt Dresden mit.

Annekatrin Klepsch, Bürgermeisterin für Kultur, Wissenschaft und Tourismus: „Wir bedauern die Intoleranz der dafür Verantwortlichen. Dem Kunstwerk von Svea Duwe geht es nicht darum, die große Leistung der Roten Armee bei der Befreiung unserer Stadt vom Nationalsozialismus zu schmälern oder gar zu diskreditieren, sondern die Motive der mit dem Ehrenmal verbundenen Identifikation im Licht der heutigen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen. Wer sich der Auseinandersetzung damit verweigert, versteht die Zeichen der Zeit nicht. Svea Duwes künstlerische Arbeit begegnet diesem Umstand in der Aussage provokant, doch in der Ausführung gegenüber dem Ehrenmal und damit dem historischen Vermächtnis der Befreier respektvoll.“

Die Kunstinstallation soll nun zeitnah wiederhergestellt werden.

Das Denkmal stand ursprünglich auf dem Albertplatz und wurde im April 1994 auf den Olbrichtplatz umgesetzt. Immer wieder hatten sich dort rund um den 8. Mai Vertreter mit unterschiedlichen Meinungen zur Rolle der Sowjetunion und Russlands getroffen. Das führte auch zu verbalen Auseinandersetzungen. Auch die "Nachtwölfe", eine russische Motorradfahrer-Gruppe, deren Chef als Freund des russischen Präsidenten Putin gilt und die die russische Position im Krieg gegen die Ukraine unterstützen, kamen mehrfach auf sogenannten Siegesfahrten dorthin.