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Letzter Test an Dresdens größtem Hochbehälter

Was die Drewag unternimmt, damit die Dresdner zuverlässig ihr Trinkwasser aus Räcknitz bekommen.

Drewag-Projektleiter Martin Kayser (l.) freut sich, dass die Doppelkammer des Hochbehälters Räcknitz saniert ist. Hier inspizierte er mit Projektleiter Toralf Schuppan von der Firma Wiedemann zum Abschluss der Arbeiten den gewaltigen Raum.
Drewag-Projektleiter Martin Kayser (l.) freut sich, dass die Doppelkammer des Hochbehälters Räcknitz saniert ist. Hier inspizierte er mit Projektleiter Toralf Schuppan von der Firma Wiedemann zum Abschluss der Arbeiten den gewaltigen Raum. © Sven Ellger

Dresden. An der Räcknitzhöhe hat die Drewag Netz jetzt eine weitere große Aufgabe fast gemeistert. Unter der Oberfläche liegt der Trinkwasserhochbehälter Räcknitz mit seinen riesigen unterirdischen Hallen. 

Die Anlage wird schrittweise saniert. Das ist eine der großen Drewag-Baustellen, die sehr wichtig sind. Schließlich braucht Dresden immer mehr Trinkwasser.

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Wurden 2011 täglich im Durchschnitt noch rund 102.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, so waren es 2015 bereits 112.000 Kubikmeter. Im besonders warmen und trockenen Jahr 2018 ging die Verbrauchskurve mit knapp 118.000 Kubikmetern Trinkwasser noch weiter nach oben, im vergangenen Jahr waren es sogar 121.000 Kubikmeter. Der diesjährige Verbrauchsrekord wurde am 7. August mit knapp 156.000 Kubikmetern erreicht.

Räcknitz: Ein Viertel Fassungsvermögen aller Hochbehälter

Die diesjährigen Arbeiten in Räcknitz sind abgeschlossen, teilt Projektleiter Martin Kayser von der Drewag Netz mit. Geplant ist, den Hochbehälter nächste Woche wieder in Betrieb zu nehmen.

Aufbereitet wird das als Lebensmittel eingestufte Trinkwasser in den Werken Coschütz, Hosterwitz und Tolkewitz und dann in Hochbehältern gespeichert. Mit seinen acht unterirdischen Kammern ist der Räcknitzer der größte der insgesamt 35 Hochbehälter.

Insgesamt können dort 60.000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Das ist etwa ein Viertel des gesamten Fassungsvermögens aller Dresdner Hochbehälter. Versorgt wird damit das linkselbische Dresdner Stadtgebiet zwischen Prohlis und Cossebaude. Diese Räcknitzer Anlage wurde 1929 übergeben.

90-jähriges Bauwerk bekommt Decken neu beschichtet

Im vergangenen Jahr hatte die Drewag die erste Doppelkammer saniert. Dafür wurde in den jeweils 60 Meter langen und 5,8 Meter hohen unterirdischen Hallen mit ihren insgesamt 174 Säulen das Wasser abgelassen. Die Decken des 90 Jahre alten Bauwerks wurden dabei neu beschichtet.

Oberpolier Ronald Lenk hatte zum Abschluss der Arbeiten das Haftzugmessgerät an die Decke des Trinkwasser-Hochbehälters Räcknitz angesetzt. Nach der Sanierung prüfte er damit, ob die neue Spezialbetonschicht die nötige Festigkeit hat.
Oberpolier Ronald Lenk hatte zum Abschluss der Arbeiten das Haftzugmessgerät an die Decke des Trinkwasser-Hochbehälters Räcknitz angesetzt. Nach der Sanierung prüfte er damit, ob die neue Spezialbetonschicht die nötige Festigkeit hat. © Sven Ellger

Dieses Jahr kam in der zweiten Runde die nächste Doppelkammer an der Reihe. Die Arbeiten hatten im März begonnen. Rund 3.000 Quadratmeter der Decke wurden neu beschichtet. 

Im September waren die Arbeiten soweit abgeschlossen, dass mit einem Prüfgerät die Zugfestigkeit der erneuerten Decken getestet werden konnte. Die Werte lagen deutlich höher als gefordert. „Die Prüfergebnisse sprechen für eine fachlich hochwertige Ausführung“, erklärt Drewag-Projektleiter Kayser.

Riesige Kammern werden befüllt

Die Kammern wurden kürzlich gereinigt und desinfiziert. Am Montag wurden sie zu einem Drittel mit Wasser befüllt. Das wird derzeit noch im Labor geprüft. Erst, wenn es die Freigabe erteilt, kann dieser Teil des Hochbehälters wieder in Betrieb genommen werden. 

Kayser rechnet damit, dass dies Anfang nächster Woche geschieht. Dann werden die riesigen Kammern bis zu einer Höhe von fünf Metern mit Wasser befüllt.

Chemielaborant Patrick Wolffersdorff prüft im Labor des Wasserwerks Coschütz die Qualität des Trinkwassers. Er und seine Kollegen untersuchen es auf bis zu 290 Parameter, darunter auf Krankheitserreger. Sicherheit hat bei diesem Lebensmittel oberste Prior
Chemielaborant Patrick Wolffersdorff prüft im Labor des Wasserwerks Coschütz die Qualität des Trinkwassers. Er und seine Kollegen untersuchen es auf bis zu 290 Parameter, darunter auf Krankheitserreger. Sicherheit hat bei diesem Lebensmittel oberste Prior © René Meinig

Im Dezember will die Drewag den Auftrag für die Sanierung der dritten Doppelkammer erteilen, sodass die Arbeiten im März beginnen können. 2022 sollen dann die letzten beiden riesigen unterirdischen Speicher an die Reihe kommen. Insgesamt investiert die Drewag für die Sanierung des gesamten Hochbehälters Räcknitz rund 3,6 Millionen Euro.

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