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Lina E.-Prozess: Die Angeklagten schweigen

Auch am zweiten Sitzungstag testen Verteidiger und Anwälte der Geschädigten, wie weit sie gehen können. Das kostet Zeit, Zeugen werden abgeladen.

Die Gruppe um die Leipziger Studentin Lina E. ist wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt.
Die Gruppe um die Leipziger Studentin Lina E. ist wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. © Sebastian Kahnert/dpa

Im Prozess um die mutmaßliche militante, linksextremistische Vereinigung „Gruppe E.“ am Oberlandesgericht Dresden haben die Leipziger Studentin Lina E. und die drei weiteren Angeklagten auf eigene Angaben zu den Vorwürfen verzichtet. Auf Nachfrage des Gerichts verweigerten sie die Aussage. Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten die Bildung einer kriminellen Vereinigung und sechs teils lebensgefährliche Übergriffe auf Rechtsextremisten vor. Der Prozess gilt als eines der bedeutendsten Verfahren gegen linksautonome Gruppierungen seit Jahren.

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Zur geplanten Befragung von drei Zeugen, die Opfer der Angriffe gewesen sein sollen, kam es am Donnerstag nicht. Die Verteidiger hatten diverse Anträge zum Verfahren gestellt, die den Ablauf um Stunden verzögerten. Unter anderem ging es um einen Angriff auf den früheren NPD-Kader und Leipziger Stadtrat Enrico B., der auch als Nebenkläger auftritt.

Laut Anklage wurde der heute 38-Jährige am frühen Morgen des 2. Oktober 2018 vor seiner Haustür in Leipzig-Gohlis attackiert. Die Angreifer hätten ihn mit Tritten zu Fall gebracht, geschlagen, Pfefferspray gesprüht und auf den am Boden liegenden Mann eingetreten. Er habe Verletzungen im Gesicht und einen Bruch der Kniescheibe erlitten und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

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Enrico B. gilt als bekannter Neonazi und ist selbst vielfach vorbestraft, darunter Bedrohung, Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen und Körperverletzung. Auch wegen Falschaussage stand er schon vor Gericht. Es gebe daher Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, monierte Verteidiger Oliver Nießing. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die Angeklagten zu Unrecht belasten würde.“ B. wurde daher als Zeuge kurzfristig abgeladen. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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