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Ein Lichtblick am Lockdown-Abend

Alles hat zu, die Straßen sind abends leer. Doch es gibt sie trotzdem - kleine Treffs mit coronagerechtem Abstand.

Das Blue Note hat sich im Corona-Lockdown zur Hutznstube umgewandelt.
Das Blue Note hat sich im Corona-Lockdown zur Hutznstube umgewandelt. © SZ/Christoph Springer

Dresden. Nichtsahnend kommt man um die Ecke und siehe da: Im Dunkel des Teil-Lockdowns leuchtet ein neuer Laden. Pop up heißt es Neudeutsch, wenn etwas befristet entsteht, sei es ein Radweg, ein Restaurant oder ein Geschäft. 

Hier handelt es sich um einen Pop up-Ausschank. Ausgeschenkt werden vor allem verschiedene Sorten Glühwein, Kinderpunsch, Kaffee und Bier. To go natürlich, zum Mitnehmen. Alles das gibt's in Pfandgefäßen und auf der ruhigen Straße davor ist genügend Platz, um den Kauf mit gehörigem Abstand zu genießen.

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Jazzkonzerte sind zur Zeit nicht erlaubt, Abstand wäre im Blue Note in der Neustadt sowieso kaum drin. Also haben die Verantwortlichen umgebaut und hinterm großen Schaufenster des kleinen Clubs an der Görlitzer Straße die "Blue Note Hutzenstube" eröffnet. 

Eigentlich ist sowas nicht das Ding des Eigentümers, aber dieses Mal macht er eine Ausnahme. Eine Eiszapfen-Lichterkette leuchtet unterm Vordach, auch drinnen ist die Hutzenstube weihnachtlich geschmückt und bei einstelligen Temperaturen ist der Glühwein sicher nicht zu verachten. 

Ich entscheide mich trotzdem für Bier, die Glühwein-Zeit beginnt für mich erst im Advent. Ein Schild vor der Hutzenstube weist darauf hin, dass vor dem Laden nicht getrunken werden darf - dafür gibt es ja auch Sitzgelegenheiten auf den Fenstersimsen und Treppenstufen der Nachbarhäuser.

So ein kleiner Ausschank ist im doppelten Sinne ein Lichtblick an dunklen Lockdown-Abenden, wenn kein weiteres Schaufenster auf die Straße leuchtet, weil ringsum alles dicht ist. Schließlich vermittelt er auch ein wenig Geselligkeit in dieser ungeselligen Zeit.

Vielleicht gibt es das auch in anderen Dresdner Stadtvierteln? Und wenn es kein Pop up-Laden ist, dann macht's auch der Spätshop um die Ecke. 

Beim Getränkekauf trifft man womöglich ein paar Bekannte und mit Abstand lässt sich auch gut reden. Schließlich sind die Straßen jetzt abends ungewöhnlich ruhig, da ist das Zuhören auch über ein paar Meter Entfernung kein Problem.

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Und es gibt noch eine positive Begleiterscheinung: Spätestens, wenn eine Toilette gefragt ist, muss man nach Hause. Denn geschlossene Kneipen und Restaurants bedeuten in Dresden meistens auch, es gibt ringsum keinen solchen Ort. 

So wird die "Besuchszeit" coronagerecht beschränkt. Das steigert die Freude auf ein Wiedersehen oder auf die nächste Entdeckung eines Ladens, der in diesem November ein Lichtblick ist.

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