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Ein Jammerspiel im Shoppingcenter

Dresden ist eigentlich Shopping-Hotspot für Besucher aus Tschechien. Nun dürfen sie nicht mehr kommen. Eine hoffnungsvolle Anmerkung.

Shoppingtouren in Dresden sind ab sofort für Besucher aus Tschechien verboten.
Shoppingtouren in Dresden sind ab sofort für Besucher aus Tschechien verboten. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Es ist ein Jammerspiel. Wir verlieren die Lust am Shoppen. Mit Maske und Abstand macht das nicht einmal halb so viel Spaß wie in normalen Zeiten. Da kaufen wir lieber im Internet. Das ist infektionssicher, selbst die Warenlieferung. Das Paket kommt schnell und wird vor der Tür abgestellt, dann kann man es - notfalls mit Maske - in die Wohnung holen. Fertig, Shoppingtour erledigt. Und das Auspacken macht sogar Spaß.

Tschechischen Besuchern ist das Shoppen in Dresden nun sogar verboten. Seit Dienstag dürfen sie ihr Geld nicht mehr in den großen Einkaufscentern im Stadtzentrum und am Dresdner Rand ausgeben. Das hat ihnen die sächsische Regierung verboten. So steht es in der Corona-Quarantäne-Verordnung des Freistaats. Am Montag wurde sie dafür geändert. Dort ist nun festgelegt, dass nur noch ohne Quarantäne-Zeit einreisen darf, wer weniger als 12 Stunden bleibt und dafür einen triftigen Grund hat. Shoppen ist kein triftiger Grund.

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Die neue Regelung gilt seit Dienstagmorgen. Das ist vielleicht kein Zufall. Denn im Heimatland der meisten Dresdner Shopping-Touristen aus dem Ausland ist der 17. November ein Feiertag, der "Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie". An diesem Tag im Jahr 1989 demonstrierten in Prag 18.000 Menschen. Dieses Ereignis und eine sich anschließende unbefristete Studentendemo gelten als Auslöser der Samtenen Revolution.

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Arbeitsfreie Tage für Einkaufstouren zu nutzen, ist keine rein tschechische Eigenheit. Umgekehrt, also von Sachsen nach Tschechien, gibt's das genauso. Doch dass der Kleine Grenzverkehr auch dann große Shoppingtouren nach Dresden erlaubte, als Prag und das ganze Land längst tiefrotes Corona-Risikogebiet waren, ist schon erstaunlich. Wir lebten längst im Teil-Lockdown, da wurde links und rechts in den Shoppingcentern immer noch in auffallender Häufigkeit tschechisch gesprochen. Dass unsere Gäste in dieser Zeit noch gern nach Dresden gekommen sind, spricht für die Anziehungskraft der Stadt.

Aber das Corona-Virus macht eben keinen Unterschied zwischen Nationalitäten. Deshalb war es zuletzt - man muss es leider so sagen - manchmal keine wirklich ungetrübte Freude, ihnen zu begegnen - am Kleiderständer im Geschäft, am Schuhregal oder direkt am Nebentisch im Imbiss. Verunsicherung und Vorsicht wurden zunehmend zu Spielverderbern der Nachbarschaft. Das hat sich nun mit der Änderung der sächsischen Quarantäne-Verordnung erledigt. Ahoj, bis zu einer besseren Zeit. Hoffentlich bald!

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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