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Dresden

36-Jährige leitet jetzt das Polizeirevier Dresden-West

Maria Meißner kehrt für ihre neue Aufgabe zurück an den Ort, an dem sie aufwuchs. Künftig wacht sie über 186 Mitarbeiter - und zahlreiche Brennpunkte.

Maria Meißner ist künftig für zahlreiche Brennpunkte im Gebiet des Polizeireviers Dresden-West verantwortlich.
Maria Meißner ist künftig für zahlreiche Brennpunkte im Gebiet des Polizeireviers Dresden-West verantwortlich. © Sven Ellger

Dresden. Sie kennt hier jede Ecke, sagt sie. Maria Meißner ist in Gorbitz aufgewachsen. Der Zufall und eine freie Planstelle wollen es, dass sie nun beruflich genau hierher zurückkehrt. Seit 1. Oktober leitet die 36-Jährige das Polizeirevier Dresden-West, das seinen Hauptsitz in einem unscheinbaren Plattenbau an der Julius-Vahlteich-Straße hat.

Von ihrem Büro aus schaut sie direkt auf das Einkaufszentrum "Kess" am Amalie-Dietrich-Platz, der passenderweise einer der Kriminalitätsschwerpunkte in ihrem Einsatzgebiet ist. Zeit für den Dienst auf der Straße wird Maria Meißner als Revierleiterin allerdings künftig keine mehr haben.

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Stattdessen leitet sie ein Team aus insgesamt 186 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon allein 100 im Streifendienst. Damit ist das Revier West nur unwesentlich kleiner als das in Mitte und deutlich größer als die beiden in Nord und Süd. Der Verantwortungsbereich erstreckt sich von Cossebaude über Gompitz, Cotta und Friedrichstadt bis über die Elbe nach Pieschen. Insgesamt 73 Quadratkilometer. "Damit sind wir hier für rund 150.000 Menschen zuständig", sagt die neue Chefin, die 2005 ihre Ausbildung bei der Polizei begonnen hat.

Maria Meißner hat die Leitung des Polizeireviers Dresden-West übernommen.
Maria Meißner hat die Leitung des Polizeireviers Dresden-West übernommen. © Sven Ellger

Ihren Berufsweg hatte sie direkt nach dem Abitur klar vor Augen. "Ich wollte helfen und begeisterte mich für das Miteinander von rechtlichen und menschlichen Aspekten." Auch ihre drei Semester Jura-Studium nahm sie bereits als Basis für die Laufbahn bei der Polizei mit.

Nach einigen Jahren im Streifendienst in Leipzig kehrte sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Dresden zurück und war unter anderem bei der Kriminalpolizei in Blasewitz und als stellvertretende Revierleiterin in Freital tätig, wo sie als Polizeiführerin unter anderem an der Verhandlung gegen die rechtsterroristische "Gruppe Freital" mitwirkte.

"Ein bisschen in die Jahre gekommen"

In den vergangenen zwei Jahren absolvierte Maria Meißner ihr Studium zur Beamtin im gehobenen Dienst an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg sowie in Münster. Bereits kurz nach ihrem Abschluss im September ist sie nun zurück im Polizei-Alltag. Als Revierleiterin folgt sie auf Thomas Herbst, der das Amt zuletzt ein Jahr lang kommissarisch innehatte.

Vorbehalte gegen sie als junge Frau habe sie keine gespürt. "Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden und habe das Gefühl, dass mir hier alle Türen offen stehen." Daher könne sie sich auch gut vorstellen, lange zu bleiben. Sie habe ein gut funktionierendes Revier mit klar strukturierten Abläufen übernommen, wo sie nichts abrupt auf den Kopf stellen müsse. Lediglich das Gebäude selbst sei "ein bisschen in die Jahre gekommen", aber auch daran werde gearbeitet.

Maria Meißner an ihrem neuen Arbeitsplatz im Gebäude des Polizeireviers Dresden-West.
Maria Meißner an ihrem neuen Arbeitsplatz im Gebäude des Polizeireviers Dresden-West. © Sven Ellger

"Frau Meißner hat trotz ihres jungen Alters bereits fast die gesamte Palette der Polizeiarbeit kennengelernt", hebt Polizeisprecher Marko Laske ihre Qualifikation hervor. "Die Hubschrauber- und die Reiterstaffel fehlen noch", ergänzt die Polizeirätin mit dem goldenen Stern auf der Schulterklappe lächelnd.

Die Aufgabe im Revier West sei für sie eine große Ehre und gleichzeitig eine gewaltige Herausforderung. Schwerpunkte im Bereich des Reviers seien Körperverletzungen, häusliche Gewalt und Betäubungsmittelkriminalität. Neben dem Brennpunkt Gorbitz müsse man verstärkt das Gebiet um den Koreanischen Platz in Friedrichstadt sowie einige Bereiche in Pieschen im Blick behalten.

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Um nach Dienstschluss auch mal auf andere Gedanken zu kommen, geht Maria Meißner gern in Dresden und Umgebung wandern. Außerdem ist sie leidenschaftliche Anhängerin des Football-Teams Dresden Monarchs und hatte als solche erst vor wenigen Tagen Grund zum Jubeln. Zum ersten Mal konnte sich der Verein die Deutsche Meisterschaft sichern.

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