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Angeklagte gesteht Mordauftrag an Neuer des Ex

Eine 41-Jährige soll einen Killer auf die neue Freundin ihres Mannes angesetzt haben. Vor Gericht in Dresden erzählte sie nun eine bizarre Geschichte.

Von Alexander Schneider
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Ina R. steht seit Dienstag wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht Dresden.
Ina R. steht seit Dienstag wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht Dresden. ©  Ronald Bonss

Dresden. Viel reden kann sie. Stundenlang hat Ina R. am Donnerstag über ihr Leben berichtet, über ihre Pläne, über zwei gescheiterte Studiengänge – Maschinenbau und Wasserwirtschaft – und über ihre bizarre Beziehung zu ihrem langjährigen Freund (32) und Ehemann – sowie dessen Affäre mit einer knapp zehn Jahre jüngeren Frau (23).

Ina R. steht seit Dienstag wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht Dresden. Der Tod der jungen, schwangeren Freundin ihres Mannes solle wie ein Unfall aussehen, habe sie laut Anklage mit dem vermeintlichen Partner namens „Internetkiller“ ausgemacht.

Am zweiten Sitzungstag hat die 41-Jährige gestanden, dass sie im Darknet, einem besonders anonymen Bereich des weltweiten Computernetzes, einen Mord in Auftrag gegeben habe. Sie stellte es als spontane Tat dar, sei hin- und hergerissen gewesen. Gerade als sie etwa 10.000 Euro in der Kryptowährung Bitcoin überwiesen hatte, habe sie gezweifelt: „Ich wollte es wieder rückgängig machen, aber es ging nicht.“

Mordauftrag sei auch im Sinne des Ex-Partners gewesen

Die Angeklagte berichtete, sie sei vor Jahren zu ihrem damaligen Freund gezogen, den sie an der Uni kennengelernt habe. Sie wohnten im Kinderzimmer seines Elternhauses in Berggießhübel. Später hätten sie versucht, dort ein eigenes Haus zu kaufen. Dabei habe es einige Probleme gegeben. Schließlich habe ihr Freund das Haus alleine gekauft, sie habe ihm 100.000 Euro dazugegeben. 2019 hätten sie geheiratet, um keine Schenkungssteuer zahlen zu müssen. Bei der Sanierung des Hauses hätten mehrere Auszubildende ihres Mannes geholfen, der inzwischen bei einem Ausbildungswerk tätig gewesen sei.

Sie habe nicht wahrhaben wollen, dass ihr Mann eine Affäre mit einer der Auszubildenden hatte, die bald mit in dem gemeinsamen Haus gewohnt habe, so Ina R. 2020 sei sie ausgezogen. Sie sei davon ausgegangen, ihr Mann habe die Beziehung zu der Freundin auch nicht gewollt – und schon gar kein Kind. Daher glaube R., der Mordauftrag sei auch in seinem Sinne gewesen. Der Prozess wird fortgesetzt.