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Dresden

Ansturm auf Dresdner Saatgut-Bibliothek

Nur wenige Tage nach dem Start der Ausleihe ist bereits ein Großteil der Tüten vergriffen. Funktioniert die Idee, dürfte das aber nur der Anfang gewesen sein.

Zum Start der neuen Saatgutbibliothek waren Hunderte Tüten verfügbar. Aber nicht lange.
Zum Start der neuen Saatgutbibliothek waren Hunderte Tüten verfügbar. Aber nicht lange. © Frank Buttenbender / Städtische Bibliotheken Dresd

Dresden. Wissen wächst in Dresden künftig auch im Balkonkasten: Erst vor wenigen Tagen hat die erste Saatgutbibliothek ihren Betrieb aufgenommen. Im zweiten Obergeschoss im Bereich der Sach- und Fachliteratur der Zentralbibliothek im Kulturpalast gibt es seitdem Saatgut zum mitnehmen - und im Idealfall wiederbringen.

Allerdings wurde das Angebot von den Dresdner Hobbygärtnern so gut angenommen, dass bereits nach wenigen Tagen nur noch wenige Tüten übrig geblieben sind. "Über das so überwältigende Ergebnis der Nutzung der Saatgutbibliothek haben wir uns riesig gefreut", sagt Bibliothekssprecherin Elke Ziegler. "Wir wollen natürlich unbedingt weitermachen, auch wenn das Saatgut nach eineinhalb Wochen alle ist."

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300 Tüten zum Start

Bereits im August vergangenen Jahres hatte es einen ersten Aufruf gegeben, Saatgut von eigenen Pflanzen in der Bibliothek abzugeben, um am Aufbau einer Saatgutbibliothek mitzuwirken. Rund 150 Sorten Blumen und Gemüse seien daraufhin zusammengekommen. "Damit konnten für den Start 300 Tüten gepackt und zur kostenlosen Ausleihe vorbereitet werden."

Beim Gemüsesaatgut hätten der Stadtgärten e.V., der Uferprojekte e.V., die Johannishöhe Tharandt sowie der Online-Shop Saat.Gut die Sammlung unterstützt. "Eine ältere Dame schenkte uns ihre 'Lila Blume von Oma Anna'", sagt Elke Ziegler.

Wert gelegt wurde auf ein sortenreines, nicht genverändertes Saatgut, das gut vermehrt werden kann. Dieses soll im Garten oder Balkonkasten ausgesät, nach dem Ernten der reifen Früchte getrocknet und als Samen zurück in die Bibliothek gebracht werden. Ziel der Saatgutbibliothek ist der Erhalt von alten, seltenen Sorten sowie die Förderung der Pflanzenvielfalt in der Stadt.

Hochbeet in Planung

Die Kinderbibliothek im ersten Obergeschoss hält dabei auch für die kleinen Hobbygärtner eine Überraschung bereit. Hier gibt es Anzucht-Sets für Kinder. Auf dem Balkon soll neben den Stöcken der Palastbienen ein Hochbeet gebaut werden, wo die Kinder dem Saatgut beim Wachsen zuschauen können.

Geplant sind außerdem Veranstaltungen zum Thema Saatgutgewinnung und Saatgutvermehrung sowie eine Tauschbörse. Die Termine sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden.

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Die Saatgutbibliothek der Zentralbibliothek steht unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Umweltministeriums. Die Idee stammt aus den USA. Vorreiter in Deutschland sind die Hamburger Bücherhallen, die im Juni vergangenen Jahres die erste Saatgut-Bibliothek eröffneten.

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