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"Diskriminierung ist ein Problem in Dresden"

Aufgrund des Aussehens, des Namens oder ihrer Sexualität werden einige Menschen in Dresden schlechter behandelt als andere. Sie bekommen jetzt Hilfe.

Das Team des neuen Anti-Diskriminierungsbüros.
Das Team des neuen Anti-Diskriminierungsbüros. © SZ/Julia Vollmer

Dresden. Im Supermarkt anders behandelt werden oder erst gar keine Chance auf eine Wohnungsbesichtigung bekommen: Immer wieder erleben Menschen in Dresden Diskriminierung.

"Wir hören oft, dass Menschen im Job oder bei der Wohnungssuche Probleme haben, wenn sie einen nicht-deutsch klingenden Namen haben und keinen Termin für die Wohnungsbesichtigung bekommen oder gar eine Jobabsage", erzählt Antidiskriminierungsberater Gregor Gondecki. Über 200 Fälle haben sie im ersten Halbjahr im Dresdner Büro per Telefon und in den Außenstellen in Leipzig und in Chemnitz beraten.

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Seit diesem Donnerstag gibt es nun in Dresden eine neue Adresse gegen Diskriminierung: Das Antidiskriminierungsbüro an der Seminarstraße 2 in der Friedrichstadt wurde eingeweiht. Betroffene können telefonisch Termine in Präsenz ausmachen oder sich online beraten lassen. Bald soll es auch wieder eine offene Sprechzeit geben.

Antidiskriminierungsberater Gregor Gondecki berichtet: "Diskriminierung verletzt Menschen, grenzt sie aus. Sie kann konkrete, negative Auswirkungen auf Lebenswege, Biografien, das eigene Selbstbild haben."

Ausgrenzung, Hass und Hetze verderben das gesellschaftliche Klima

Und seine Kollegin Anyela Urrego ergänzt: "Menschen aus Dresden und den angrenzenden Landkreisen finden bei uns einen geschützten Raum. Wir besprechen mit ihnen mögliche Schritte und unternehmen nichts ohne ihr Einverständnis. Auf Wunsch können wir zu einer Beratung auch Sprachmittler oder dolmetschende Personen für Deutsche Gebärdensprache hinzuziehen."

Diskriminierung gegen vermeintlich 'andere' Menschen sei ein großes Problem – auch in Dresden. Das beobachtet Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke). Vor allem in sozialen Netzwerken würden fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen häufig ungefiltert geteilt. Ausgrenzung, Hass und Hetze greife nicht nur die betroffenen Personen an, sie würden auch das gesellschaftliche Klima verderben und richten damit großen Schaden an.

Die Berater des Antidiskriminierungsbüros (ADB) helfen Menschen bei der Durchsetzung ihrer Interessen zum Schutz vor konkreten Benachteiligungen wegen rassistischer oder ethnischer Zuschreibungen, aufgrund des Geschlechts (auch Trans- und Interpersonen), der sexuellen Identität, einer Behinderung, des Lebensalters sowie der Religion oder Weltanschauung. Das Dresdner Büro ist barrierefrei zugänglich und hat auch ein barrierefreies WC.

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