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Bis zu drei "Familien" pro Jahr in Nistkästen der Dresdner Verkehrsbetriebe

Rund 50 Nistkästen haben die DVB bisher an Oberleitungsmasten für die Straßenbahn montiert. Nur an einer Stelle finden sie keine Mieter.

Von Christoph Springer
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Die Nistkästen an der "Bautzner" hängen hoch, um vor Vogelfeinden wie Mardern und vor Randalierern geschützt zu sein. Sie kommen bei Singvögeln an.
Die Nistkästen an der "Bautzner" hängen hoch, um vor Vogelfeinden wie Mardern und vor Randalierern geschützt zu sein. Sie kommen bei Singvögeln an. © Christian Juppe (Symbolbild)

Dresden. Sie wurden noch nie gesehen, aber sie sind da. Das ist absolut sicher, auch wenn die DVB-Verantwortlichen seit knapp zehn Jahren erfolglos versucht haben, die Vögel zu entdecken. Immerhin - ihre Häuser zeigen deutliche Anzeichen dafür, dass sie da waren. Sieben davon hängen an der Bautzner Straße. Dort startete das Projekt der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) im Herbst 2013.

Der Abschnitt in Höhe der Stolpener Straße war gerade fertig saniert, 34 neue Bäume standen links und rechts der Bundesstraße. Dann folgten im November sieben Nistkästen an den Leitungsmasten der Straßenbahn. Vier weitere montierten die DVB im März 2014. Inzwischen sind noch mehr daraus geworden, an anderen Stellen.

Mittlerweile sind es über 50, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Sie hängen unter anderem in Trachenberge, an der Sachsenallee, an der Gleisschleife Infineon Süd und am Rosa-Luxemburg-Platz. Die neuesten Meisenkästen wurden nach Abschluss der Bauarbeiten nahe der Ecke Bautzner Straße/Wilhelminenstraße montiert.

Bereits drei Jahre nach dem Start des Projekts stellten die DVB-Verantwortlichen fest, dass ihr Plan aufgegangen war, zumindest an der "Bautzner". Sie hatten allesamt Vögel angelockt. "Manche wiesen bei wechselnder Belegung drei Bruten in nur einem Jahr auf", berichtete das Unternehmen. Das hätten Monteure bei Kontrollen der Innenräume festgestellt. Dort lag die entsprechende Zahl Nester gestapelt übereinander.

Drei Mieter in einem Jahr

Mehr als drei Bruten pro Jahr sind unüblich, so die DVB. Danach würden die Kästen in der Regel nicht mehr angenommen. "Deshalb prüfen und säubern die Fahrleitungsfachleute und nunmehr angelernte Ornithologen die Nistkästen einmal jährlich."

Doch auch die Vogelfachleute hatten noch nie das Glück, auch nur einen der Bewohner zu sehen, berichtet Falk Lösch. Sie haben aber festgestellt: Am Rosa-Luxemburg-Platz wollte bisher noch kein Vogelpärchen in einen der Nistkästen einziehen. Der Grund? Unbekannt.

Sogar das DVB-Logo an der rechten Seite des Nistkastens fehlt nicht.
Sogar das DVB-Logo an der rechten Seite des Nistkastens fehlt nicht. © Christian Juppe

Vogelkästen werden alle zwei Jahre gereinigt

Zur Ursache für diese Ablehnung gibt es nur Vermutungen. "Vielleicht zu viel Verkehr und zu wenig Grün", sagt der DVB-Sprecher. Dass in anderen Nistkästen kleine Singvögel zur Welt gekommen sind, gilt dagegen als sicher. Nur wie viele es bisher waren, weiß keiner.

Nur dann, wenn die Vogelhäuschen alle zwei Jahre geprüft werden, erfahren die Fachleute mehr über die kleinen Familien - wie viele dort gewohnt haben, lässt sich ablesen, dann werden die Nistkästen gereinigt und wieder angebracht. So hoch, dass weder Vogelfeinde wie Marder an sie herankommen, noch Randalierer Schaden anrichten können.

Nicht nur mit dem Nistkästen-Projekt engagieren sich die DVB für Vögel in Dresden. In Pillnitz liebten Schwalben die Autofähre so sehr, dass sie sich unter den Landungsklappen des Schiffs einquartierten und sich dort auch während der Betriebszeiten wohlfühlten. Aus Sicherheitsgründen musste der Unterbau der Klappen aber verschlossen werden, damit war kein Platz mehr für die schnellen Flieger.

Dafür bauten ihnen die DVB-Mitarbeiter neue Lande- und Brutplätze unter der Landungsbrücke der Personenfähre. Bereits 2018, als die Vögel noch auf der Autofähre "wohnen" durften, bekamen die DVB einen Preis für ihr Schwalben-Engagement. Der Nabu Sachsen und die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt haben ihn damals verliehen, seitdem prangt ein entsprechender Hinweis am Fährschiff.