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"Blaues Wunder nicht ewig strecken"

Die Arbeiten an der Dresdner Brücke werden deutlich länger dauern als zunächst geplant und bis 160 Millionen kosten. Nun gibt es Warnungen.

Sie braucht dringend Hilfe, die Loschwitzer Brücke. Doch vorerst fehlt Geld.
Sie braucht dringend Hilfe, die Loschwitzer Brücke. Doch vorerst fehlt Geld. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Die Loschwitzer Brücke in Dresden muss dringend saniert werden. Die Stahlkonstruktion rostet, die Anker- und Schwingungslager müssen repariert werden, ebenso der Unterbau der Brücke. Deshalb hatte die Stadt vor, von 2022 bis 2026 konzentriert am Blauen Wunder zu arbeiten.

Das Problem: eingeplantes Fördergeld vom Freistaat kommt nicht. Deshalb soll nun etappenweise gebaut werden, zunächst nur die wichtigsten Reparaturen, um die Brücke nicht sperren zu müssen. Dafür stehen 2,2 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung. Dann soll es abschnittweise bis 2030 weitergehen, in der Hoffnung, dass wieder Fördermittel fließen.

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Nach Berechnungen von Baubürgermeister Stephan Kühn könnte die Sanierung des Blauen Wunders bis zu 160 Millionen Euro kosten. Denn je länger es dauert, desto stärker steigen die Kosten bei einer jährlichen Baupreissteigerung von rund sechs Prozent.

So verrostet sind wichtige Teile des Blauen Wunders.
So verrostet sind wichtige Teile des Blauen Wunders. © Stadtverwaltung Dresden

"Ich halte es für sehr gefährlich, wenn wir die Arbeiten so lange strecken", kritisiert Grünen-Stadtrat Thomas Löser. "Erstens wird es Flickschusterei und zweitens verteuert es das Projekt unendlich. Wir verlagern das Problem damit in die Zukunft."

Er, der auch Landtagsabgeordneter seiner Partei ist, will sich dafür einsetzen, dass im Landeshaushalt Geld für das Blaue Wunder vorgesehen wird. "Die CDU hat dafür gesorgt, dass Geld für den Fernsehturm da ist, da muss es angesichts seiner Bedeutung wohl auch etwas für die Brücke geben", sagt Löser, der klare Prioritäten vermisst.

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