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Dresden

Bundesverdienstkreuz für Hope-Gründer

Seit Jahren unterstützt die Dresdner Hope-Gala das Wirken des Pfarrers Stefan Hippler in Südafrika. Seine Auszeichnung kommt genau zur richtigen Zeit.

Aus den Händen des deutschen Generalkonsuls in Kapstadt, Matthias Hansen, erhielt Stefan Hippler das Bundesverdienstkreuz.
Aus den Händen des deutschen Generalkonsuls in Kapstadt, Matthias Hansen, erhielt Stefan Hippler das Bundesverdienstkreuz. © PR

Dresden. Zuletzt war Stefan Hippler im vergangenen Herbst in Dresden zu Gast. Die Nachrichten, die er zu überbringen hatte, waren keine guten. So berichtete der Pfarrer von einer katastrophalen Corona-Situation in Südafrika. Zudem musste er die kurzfristige Absage des Hope-Jubiläumskonzerts in der Dresdner Kreuzkirche verkünden. Bereits Monate zuvor war entschieden worden, dass es 2020 keine Hope-Gala im Staatsschauspiel geben werde.

Das war nicht nur schade um eine schönes Kulturerlebnis. Die von Viola Klein initiierte Dresdner Hope-Gala ist einer der größten Einzelspender des von Hippler in Südafrika gegründeten Hope-Projektes, das Kinder und deren Familien vor Armut, sozialem Unrecht und HIV-Ansteckungen schützen will. Über die Gala wurden in den vergangenen 15 Jahren mehr als 1,9 Millionen Euro eingeworben.

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Auch Viola Klein (r.) reiste für die Ehrung ihres langjährigen Wegbegleiters von Dresden nach Kapstadt.
Auch Viola Klein (r.) reiste für die Ehrung ihres langjährigen Wegbegleiters von Dresden nach Kapstadt. © PR

Nun, fünf Monate nach Hipplers letztem Besuch in Dresden, gibt es endlich wieder positive Nachrichten. Die Corona-Beschränkungen in Südafrika sind gelockert worden, die Inzidenz liegt bei 13 und damit deutlich unter der in Deutschland.

Für seinen jahrelangen Einsatz im Kampf gegen HIV in Südafrika ist dem Hope-Vater Stefan Hippler in dieser Woche das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. In der Botschafterresidenz in Kapstadt überreichte der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kapstadt ihm im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Orden.

In der Laudatio hieß es: "Pfarrer Hippler wird ausgezeichnet für sein außerordentliches, über 20 Jahre währendes Engagement in den Armenvierteln Kapstadts zugunsten der Prävention und Behandlung von HIV/AIDS und für ein würdiges, selbstbestimmtes Leben mit dieser Krankheit. Er hat die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation Hope Cape Town gegründet, sie ist sein persönliches Lebenswerk." Als deutscher Priester in Südafrika habe er in besonderer Weise das Ansehen Deutschlands und das Vertrauen in Deutschlands Integrität im Gastland gemehrt.

"Kleine Atempause nutzen"

Für die Ehrung ihres langjährigen Wegbegleiters reiste auch Viola Klein nach Kapstadt. "Stefan Hippler hat Unglaubliches geleistet für die Kinder in den Townships", sagt die Dresdner Unternehmerin. "Ich freue mich sehr, dass er nun für sein unermüdliches Engagement so würdig geehrt wird.“

Stefan Hippler wurde 1960 in Bitburg in der Eifel geboren. Er studierte Philosophie und Theologie und erhielt 1986 die Priesterweihe für das Bistum Trier. 1997 ging er als Pfarrer der Deutschsprachigen Katholischen Gemeinde nach Kapstadt, wo er 2001 gemeinsam mit der Ärztin Monika Esser das Projekt Hope Cape Town gründete.

Einer der größten Erfolge des Projektes ist die Tatsache, dass die Übertragungsrate des HI-Virus von der Mutter auf das Kind in der von ihm betreuten Region innerhalb von zehn Jahre von 30 Prozent auf 1 Prozent gesunken ist.

Eigentlich sollte Hippler das Bundesverdienstkreuz bereits im vergangenen Herbst verliehen werden. In Zeiten der beginnenden Corona-Krise waren jedoch zunächst andere Dinge wichtiger. "Jetzt konnten wir diese kleine Atempause nutzen", sagt Hippler, der eine dritte Corona-Welle im Mai befürchtet, wenn nicht endlich mehr Impfdosen in Südafrika ankämen. "Die allermeisten bleiben ja bislang in Europa und Amerika."

Regelmäßig ist Stefan Hippler in Dresden zu Gast und betrachtet viele Unterstützer hier als Teil der Hope-Familie.
Regelmäßig ist Stefan Hippler in Dresden zu Gast und betrachtet viele Unterstützer hier als Teil der Hope-Familie. © Christian Juppe

Für das Hope-Projekt kommt die Auszeichnung genau im richtigen Moment. Gerade jetzt ohne Hope-Gala und andere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen ist jede Form von Aufmerksamkeit wichtig. Die Organisation lebt ausschließlich von Spenden und erhält keinerlei staatliche Unterstützung. Für dieses Jahr sind in Südafrika unter anderem der Aufbau eines Campusses für die Berufsausbildung junger Menschen sowie einer eigenen Klinik für präventive Medizin geplant.

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Die Ehrung sei dabei keineswegs nur mit seiner Person verbunden, betont Stefan Hippler, sondern richte sich an die ganze Hope-Familie, die seit Jahren auch viele treue Mitglieder in Dresden habe. "Jeder, der mitgeholfen hat, kann stolz darauf sein, dass die Bundesrepublik Deutschland das Wirken unseres Projektes auf diese Weise würdigt."

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