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CDU-Chef: Junge Union Dresden will Röttgen

Überraschendes Ergebnis bei der internen Befragung in Dresdens CDU-Jugendverband. Der Favorit als Parteichef soll aber nicht Kanzler werden.

Die Bundes-CDU wählt ihren neuen Vorsitzenden - Dresdens JU hat einen Favoriten.
Die Bundes-CDU wählt ihren neuen Vorsitzenden - Dresdens JU hat einen Favoriten. © dpa

Dresden. Wer am Wochenende das Rennen um den Parteivorsitz bei der Bundes-CDU macht, beschäftigt auch die Dresdner - mindestens die Mitglieder und den Jugendverband Junge Union (JU) Dresden.

Für die CDU-Jugend gibt es einen überraschenden Favoriten als Partei-Chef: Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. Bundesweit liegt der frühere Fraktionschef von CDU und CSU Friedrich Merz dagegen vorn.

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Neben Merz und Röttgen steht auch noch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet zur Wahl. Röttgen war früher Umweltminister und 2012 der erste von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entlassene Minister.

Röttgen lag bei früheren Umfragen in der JU Dresden noch hinter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Merz. Jetzt, kurz vor der Wahl, liegt Röttgen vorn. Aber die Dresdner JU-Mitglieder wollen ihn nur als Parteichef. Als Kanzlerkandidat gibt es einen anderen Favoriten.

"In der CDU muss endlich Ruhe einkehren"

Röttgen erhielt gut 40 Prozent der Stimmen aus Dresden, Merz liegt mit rund 37 Prozent kurz dahinter und Laschet ist komplett abgeschlagen. "Die Debatte um die CDU-Parteispitze muss endlich gelöst werden. Unsere Mitgliedschaft bewegt die Führungsfrage extrem", sagt Dresdens JU-Chef Johannes Schwenk. "Mit der Mehrheit für Nobert Röttgen als Vorsitzenden zeigt sich, dass innerparteilicher Wahlkampf überzeugen kann. Aber unabhängig wer Vorsitzender wird, muss das Ergebnis von allen akzeptiert werden. In der CDU muss endlich Ruhe einkehren. Die Bevölkerung erwartet Führung in der Corona-Pandemie und keine Streitigkeiten um einen Vorsitz."

Das Ergebnis ihrer Abstimmung hat die JU Dresden auch den Dresdner Delegierten, die am Wochenende mit digital über den neuen Parteichef abstimmen, mitgeteilt, damit es beachtet werden kann. Einer der Delegierten ist Dresdens CDU-Chef Markus Reichel. "Ich freue mich, dass sich die Dresdner Junge Union aktiv in den Meinungsbildungsprozess einbringt. Wir Delegierten werden auch die Stimmen der Dresdner JU bei unseren Wahlentscheidungen berücksichtigen", versichert Reichel. "Wer auch immer der drei Kandidaten am Ende die Wahl gewinnt, wird die Dresdner CDU und die Dresdner Junge Union den neuen Vorsitzenden vorbehaltlos unterstützen. Die notwendige Geschlossenheit und starke Führung sind wir in dieser herausfordernden Zeit als einzige verbliebene Volkspartei auch der Bevölkerung schuldig."

Friedrich Merz ist Favorit als Kanzlerkandidat für JU Dresden

Allerdings sehen die Mitglieder der JU Dresden in Röttgen keinen Kanzlerkandidaten. Nur gut 23 Prozent wählten ihn in der Rangfolge auf Platz drei. Favorit ist Merz mit gut 36 Prozent. Dieser liegt rund zehn Prozentpunkte vor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der derzeit bundesweit in den Prognosen vorne liegt. Hinter Röttgen landeten nur noch Spahn und Laschet.

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"Friedrich Merz als Kanzlerkandidat ist und war der Wunsch unserer Mitglieder", so Dresdens JU-Chef Schwenk. "Die CDU braucht eine starke Führung und muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen. Digitalisierung, Klimawandel, Bewältigung der Corona-Folgen und die wirtschaftspolitische Zukunft müssen vorangetrieben werden. Ebenso aber auch der Umbau der CDU in eine moderne Volkspartei." Merz sei kein "Heilsbringer" oder ein "Aufbruch". "Er kommt dem tiefen Wunsch nach Veränderung in der Mitgliedschaft nach."

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