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Kaffeebecher vermüllen Dresdens Papierkörbe

In Coronazeiten holen sich viele Dresdner ihre Getränke und ihr Essen unterwegs. Mit Folgen für die Umwelt.

Die Becher werden manchmal einfach auf die Straße geworfen.
Die Becher werden manchmal einfach auf die Straße geworfen. © dpa

Dresden. Restaurants, Bars und Cafés sind geschlossen. Wenn die Dresdner derzeit Kaffee, Pizza und Co. genießen wollen, müssen sie das zuhause oder unterwegs machen. Die Folge: mehr Müll. Denn alles ist in Papier-oder Plastikverpackungen verpackt und abgefüllt. Das beobachtet auch die Stadt.

"Insbesondere coronabedingt werden in verstärktem Maße Convenienceverpackungen in Umlauf gebracht", so Thomas Kügler, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft im Rathaus. Für diese Verpackungsart würden sich aber über die Menge schwierig Aussagen treffen lassen, da sich die Entsorgung der Verpackungen auf verschiedene Systeme verteilt. "Da Einwegbecher und Convenienceverpackungen für übervolle Papierkörbe sorgen, war der überfüllte Papierkorb auch Teil der Stadtsauberkeitskampagne #nichtganzsauber", betont er.

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Wie viele Becher fanden sich zuletzt in Dresden im Müll?

Für 2020 und 2021 kann die Stadt keine Zahlen nennen. "Eine Papierkorbanalyse im Jahr 2017 für Dresden ergab, dass jährlich gut zehn Millionen Einwegbecher weggeworfen werden", sagt Kügler. Eine darüber hinaus gehende Statistik für andere Jahre und andere Abfallsammelsysteme wie Gelbe Tonne oder Restabfalltonne werde nicht geführt. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegbecher für Heißgetränke außer Haus verbraucht. Pro Jahr sind das rund 2,8 Milliarden Einwegbecher. 1,66 Milliarden davon sind Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung, 1,14 Milliarden sind Kunststoffbecher aus Polystyrol, die häufig über Kaffeeautomaten ausgegeben werden.

Da Einwegbecher und Convenienceverpackungen auf verschiedenen Wegen entsorgt werden - Papierkorb, Restabfall, Gelbe Tonne, unter Umständen Blaue Tonne, illegale Ablagerung - kann die Stadt auch die finanziellen Auswirkungen der Müllentsorgung nicht belastbar nennen.

Welche Initiativen gibt es, um diesen Müll einzudämmen?

Um Einwegbecher zu reduzieren, wirbt die Stadt nach eigenen Angaben seit 2018 für die stärkere Nutzung von Mehrwegbechern. Dazu nutzt sie Kampagnenplakate oder auch den Abfallratgeber, betont Kügler. Außerdem würden darüber auch Kinder und Jugendliche im Rahmen des umweltpädagogischen Unterrichts aufgeklärt.

Wie viele Papierkörbe gibt es in Dresden?

Im gesamten Stadtgebiet gibt es an Straßen, Wegen und Plätzen sowie auf Spielplätzen und in städtischen Grünanlagen aktuell rund 3.850 öffentliche Papierkörbe.

Neue Papierkörbe würden meist nur dann aufgestellt, wenn Plätze oder Grünanlagen neu angelegt, modernisiert oder saniert werden. Neu hinzugekommen seien aktuell weitere Papierkörbe am Rosengarten.

Wie hoch ist die Strafe, wenn Becher falsch entsorgt werden?

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