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Dresdner Messe-Chef: "Ohne Zuschüsse kein Überleben"

Ulrich Finger berichtet von einem hohen Umsatzverlust. Obwohl die Corona-Krise nicht vorbei ist, wird am Sonntag die erste Messe seit März stattfinden.

Ulrich Finger steht vor dem sanierten Tor auf Schloss Albrechtsberg. Dresdens Messe-Chef blickt auf eine unsichere finanzielle Zukunft.
Ulrich Finger steht vor dem sanierten Tor auf Schloss Albrechtsberg. Dresdens Messe-Chef blickt auf eine unsichere finanzielle Zukunft. © Christian Juppe

Dresden. Die Dresdner Messe wird bis Jahresende etwa 3,5 Millionen Euro weniger Umsatz machen, als das vor der Krise geplant war. Grund sind die coronabedingten Ausfälle der Messen, etwa der "Ostern". Das sagte Messe-Chef Ulrich Finger am Mittwoch auf SZ-Anfrage.

"Ohne Zuschüsse werden wir nicht überleben", stellt er klar. Bislang bekomme er diese aber von der Stadt nicht. Auch Fördermittel erhalte die Messe nicht, so Finger. "Die Lage ist für uns sehr kompliziert, wir konnten seit März im Prinzip nur ganz kleine Veranstaltungen durchführen, die uns aber kein Geld bringen", so der Chef.

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Aktuell tagt zum Beispiel der Stadtrat in der Messe, da dort der Abstand besser eingehalten werden kann als im Rathaus. Dennoch: "Die Ausgaben sind zur Zeit viel höher als die Einnahmen", sagt Finger. Die Messe leben von Erspartem und das reiche nur noch bis Anfang 2021.

Herbst- und Wintermessen werden weiter geplant

Wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird, ist unklar. So plant die Messe erst einmal weiter, zum Beispiel die Feuerwehrmesse Florian im Oktober oder die Messe Winterträume. Genaues zum Hygienekonzept sei in Vorbereitung. 

Es gebe außerdem viele Anfragen von Künstlern, die in der Messe auftreten wollen. Verträge seien laut Ulrich Finger aber noch nicht unterschrieben. "Wir können ihnen nur rund 2.500 bis 3.000 statt wie sonst 6.000 Sitzplätze anbieten." Ebenso viele Unklarheiten seien bei den Messen Ostern und Room & Style zu klären. "Viele der Aussteller kommen aus Asien oder Südamerika, ob und wie sie anreisen können, ist pandemiebedingt völlig offen aktuell." Die Messen der Ortec-Messegesellschaft sowie die Motorradmesse würden ebenfalls weiter geplant, aber auch hier sei vieles offen. 

Alle seine 30 Messe-Mitarbeiter seien in Kurzarbeit, entlassen werden musste aber niemand. "Die Lage beutelt uns sehr", so Finger. Die sieben Mitarbeiter auf Schloss Albrechtsberg arbeiten im September und Oktober aufgrund vieler Veranstaltungen voll.

Literatur im Freien auf Schloss Albrechtsberg

An diesem Sonntag findet nun die erste Messe seit dem Lockdown statt. Zum Tag des offenen Denkmals werden am 13. September auf Schloss Albrechtsberg zum vierten Mal zwei Welten zusammengeführt: die Architektur und die Literatur. Sächsische Verlage präsentieren sich auf der Büchermesse „Dresden (er)lesen“. Bestseller-Autorin Sabine Ebert liest zum Beispiel aus "Schwert und Krone - Herz aus Stein". Ihr Debütroman "Das Geheimnis der Hebamme" wurde von der ARD als Event-Zweiteiler verfilmt und in einer  Theaterfassung auf der Felsenbühne Rathen uraufgeführt. 

"Was ist da eigentlich los bei euch im Osten?" Diese Frage begleitete Cornelius Pollmer durch jedes der ersten fünf Jahre, in denen er als Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in seiner Heimatstadt Dresden arbeitete. Er liest aus seinem Buch "Randland."

Die Räumlichkeiten von Schloss Albrechtsberg laden dazu ein, die „Menschen hinter den Büchern“ hautnah zu erleben. Es gibt ein Bühnen- und Rahmenprogramm für Jung und Alt mit Lesungen. Musik und Theater runden das Programm ab.  Aufgrund der aktuellen Corona-Situation gibt es Schutz- und Hygieneregeln. So gilt in Räumen die Maskenpflicht, viele Lesungen sollen aber im Freien stattfinden. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Für Besucher gibt es auf Schloss Albrechtsberg noch etwas anderes zu entdecken: Die Toreinfahrt wurde saniert und von Rost befreit. Auf den Toren stehen jetzt wieder die historischen Lampen mit kleinen Krönchen obendrauf. Die Restaurierungsarbeiten kosteten rund 60.000 Euro.

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