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Corona-Herbst bei den Dresdner Friseuren

Haare schneiden ist trotz Lockdown weiterhin erlaubt. Nutzen die Kunden das - oder macht sich die Angst vor dem Coronavirus bemerkbar?

Friseurmeister Christoph Steinigen betreibt seit 17 Jahren das Director's Cut in der Böhmischen Straße. Spontane Kundschaft gebe es in der Dresdner Neustadt derzeit eher weniger.
Friseurmeister Christoph Steinigen betreibt seit 17 Jahren das Director's Cut in der Böhmischen Straße. Spontane Kundschaft gebe es in der Dresdner Neustadt derzeit eher weniger. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Fitness- und Massagestudios sind wegen des zweiten Corona-Lockdowns derzeit geschlossen. Dresdner, die sich und ihrem Aussehen etwas Gutes tun wollen, können aber weiterhin zum Friseur gehen. Unter strengen Hygieneauflagen ist Haare schneiden, Färben und Co. erlaubt. Doch trauen sich die Dresdner in diesen Zeiten in ihren Salon oder sind sie eher zurückhaltend?

"Wir haben seit Oktober ein rückläufiges Geschäft", sagt Christoph Steinigen, Chef im Director's Cut in der Äußeren Neustadt. Er merkt, dass seine Kunden sehr unsicher sind und eher mal einen Termin verschieben aus Angst sich mit dem Coronavirus anzustecken. Die Mitarbeiter mit vielen Stammkunden seien nach wie vor gut gebucht, aber neue Angestellte, die eher spontane Kunden frisieren, hätten etwas mehr Leerlauf. "Wer vorsichtig sein will, sollte aber lieber jetzt im November noch kommen, im Dezember gibt es erfahrungsgemäß einen großen Ansturm vor Weihnachten", so Steinigen. Aktuell habe er noch Lücken in seinen Bestellbüchern.

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Friseure dürfen auch im zweiten Lockdown weiter praktizieren, haben allerdings strenge Hygieneauflagen zu beachten: Kunden müssen 1,50 bis zwei Meter Abstand voneinander halten, sowohl Kunde als auch Friseur müssen einen Mundschutz tragen, der Salon soll regelmäßig desinfiziert und gelüftet werden.

Daran hält sich auch Arlett Ospel, die seit mehr als 26 Jahren einen Friseursalon in der Wilsdruffer Vorstadt betreibt und dort vor allem ältere Dresdner frisiert. Weil sie kürzlich an einen neuen Standort umgezogen ist, könne sie zur Laufkundschaft nicht viel sagen. Aber sie habe ohnehin sehr viele Stammkunden, die seit Jahren zu ihr kommen. Dass die Senioren nun Angst haben, sich mit dem Coronavirus anzustecken und deshalb nicht mehr kommen, kann sie nicht bestätigen.

Ganz im Gegenteil. Vor allem die Älteren seien froh über die Möglichkeit, weiterhin zum Friseur gehen zu dürfen. Oft können sie sich nicht einmal selbst die Haare waschen und sind darauf angewiesen, dass das jemand für sie tut. Auch der soziale Austausch sei ein wichtiger Aspekt. "Die Kunden sehen ja, dass wir uns an alle Regeln halten. Und Friseursalons scheinen nicht zu den Corona-Hotspots zu zählen", sagt Arlett Ospel.

Ruhe vor dem Weihnachtsansturm

Rico Wenerski, der mit seiner Frau Madlen einen Salon an der Ostra-Allee im Dresdner Zentrum betreibt, kann keinen Unterschied zu anderen Jahren feststellen. "Der November ist ohnehin immer etwas ruhiger, weil sich die meisten Kunden kurz vor Weihnachten noch einmal frisieren lassen wollen." Die beiden Wochen vor dem Fest sind fast ausgebucht, das Bestellbuch füllt sich für diese Zeit schnell.

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Doch selbst jetzt im November sei die Nachfrage eigentlich recht gut, weil Kunden befürchten, dass die Corona-Beschränkungen weiter verschärft werden könnten und Friseursalons zumachen müssen, so Rico Wenerski. Dass Kunden abgesagt hätten, weil sie Angst haben sich anzustecken, sei ihm nicht bekannt. Zumal für den Salon seit der Wiedereröffnung im Mai ein strenges Hygienekonzept gelte. "Absagen kommen eher dann, wenn ein Kunde denkt, dass er sich angesteckt haben könnte und dann lieber nicht in den Salon kommen will." Wie viele andere Friseure und vor allem Kunden hofft er, dass der schicken Festfrisur in diesem Jahr nichts im Wege steht.

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