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Samstag starten Corona-Selbst-Tests in Dresden

Ab Samstag können sich die Dresdner auch daheim auf das Coronavirus testen. Wie das funktioniert, wo es die Selbsttests gibt und was sie kosten.

Sven Lobeda ist Filialleiter der Apotheke am Postplatz, in der es die Laientests für Daheim ab nächste Woche zu kaufen gibt. Der Apotheker berät die Dresdner, wie der Test angewendet wird.
Sven Lobeda ist Filialleiter der Apotheke am Postplatz, in der es die Laientests für Daheim ab nächste Woche zu kaufen gibt. Der Apotheker berät die Dresdner, wie der Test angewendet wird. © Sven Ellger

Dresden. Täglich fragen Kunden in der Apotheke am Postplatz, ob es die Selbsttests schon zu kaufen gibt. Das Team um Filialleiter Sven Lobeda muss sie derzeit aber noch vertrösten. Lobeda rechnet ab Montag mit der Lieferung der bestellten Tests, dann sollen der Verkauf und die Beratung dazu sofort beginnen.

Wer auf eine persönliche Anleitung verzichten will, kann ab diesem Samstag bereits in den Aldi-Supermärkten zuschlagen. Die Discounter-Kette kündigte den Verkaufsstart schon für dieses Wochenende an - also noch vor den Drogeriemärkten und Apotheken, die die Tests ab Anfang kommender Woche anbieten wollen.

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Sven Lobeda empfiehlt allerdings, sich vom Fachpersonal zeigen zu lassen, wie der Corona-Schnelltest für Daheim richtig angewendet wird.

Was in Dresden zu tun ist, wenn das Ergebnis positiv ausfällt, wie die Laientests funktionieren und wieviel sie kosten.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Was müssen Dresdner bei einem positiven Test tun?

Sollte der Selbsttest positiv ausfallen, so gilt man zunächst als Corona-Verdachtsperson. So regelt es die Dresdner Allgemeinverfügung zur Quarantäne. Soll heißen: Es besteht ein starker Verdacht auf eine Infektion. Deshalb rät das Dresdner Gesundheitsamt dringend, schnellstens einen genaueren PCR-Test durchführen zu lassen, zum Beispiel beim Hausarzt.

Eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt gibt es dagegen nicht. Wessen Selbsttest positiv ausfällt, muss sich also nicht bei der Behörde melden. Bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt, muss allerdings eine Quarantäne eingehalten werden. Diese ist verpflichtend.

Sven Lobeda empfiehlt indes, zunächst einen zweiten Selbsttest zu machen. Auch, wenn die Tests mit einer Sensitivität von 95 Prozent sehr sicher seien, könnten sie ein falsch positives Ergebnis anzeigen. "Bei zwei Tests ist das allerdings sehr unwahrscheinlich."

Wofür kann der Test derzeit genutzt werden?

Zunächst wird der Nutzen der Selbsttests eher im privaten Bereich spürbar sein. Wer vermeiden will, dass sich Freunde oder Familienangehörige anstecken, kann vor einem Treffen einen Schnelltest machen. Das Ergebnis gibt allerdings nur für etwa zwei Tage Sicherheit, so Lobeda. Deshalb hält er es auch für sinnvoll, wenn Tests in Unternehmen oder Schulen mindestens zweimal wöchentlich durchgeführt werden. Derzeit müssen sich etwa Frisöre einmal wöchentlich testen.

Ab 15. März sollen neben den Lehrern auch die Schüler einmal in der Woche getestet werden. Perspektivisch könnten Selbsttests auch den Besuch eines Restaurants, Kinos oder Konzertes ermöglichen. Wie genau das umgesetzt werden kann, ist derzeit allerdings noch unklar.

Wie wird der Test daheim angewendet?

Der Apotheker bezeichnet diese Selbsttests, die jeder zuhause anwenden kann, als Laientests. Bislang kamen nur Profitests durch medizinisch geschultes Personal zum Einsatz. Beides sind sogenannte Antigen-Schnelltests, die dem Virus über Eiweißfragmente aus dessen Hülle auf die Spur kommen - allerdings sind die Laientests recht einfach zu handhaben, ihre Anwendung sei "kinderleicht", verspricht Sven Lobeda. "Das ist wie Pobeln." Auch der Vergleich mit einem Schwangerschaftstest passe gut.

Das Set besteht aus einem langen Stäbchen, einem Röhrchen mit Flüssigkeit und einem Teststreifen. Das Stäbchen wird ins Nasenloch eingeführt, noch besser sei es, beide Nasenlöcher für den Abstrich nu benutzen, rät Lobeda. Dann wird das Stäbchen für gut eine Minute in das Röhrchen mit der Flüssigkeit gesteckt.

Anschließend gibt man drei Tröpfchen aus dem Röhrchen auf das Testfeld mit dem Buchstaben S - nach etwa 15 Minuten ist das Ergebnis auf dem Teststreifen ablesbar. "Der Streifen saugt die Flüssigkeit auf. Verfärbt sich nur der Strich C, ist der Test negativ." Verfärbt sich zusätzlich der Strich T, könnte eine Coronavirus-Infektion vorliegen.

Der Laientest Lyher Covid-19, den es ab nächste Woche in der Apotheke Haus am Postplatz zu kaufen gibt, besteht aus einem Stäbchen für den Nasenabstrich, einem mit einer Flüssigkeit gefüllten Röhrchen und einem Testkit.
Der Laientest Lyher Covid-19, den es ab nächste Woche in der Apotheke Haus am Postplatz zu kaufen gibt, besteht aus einem Stäbchen für den Nasenabstrich, einem mit einer Flüssigkeit gefüllten Röhrchen und einem Testkit. © Sven Ellger
Nachdem mit dem Stäbchen ein Nasenabstrich gemacht wurde - am besten beide Nasenlöcher dafür nutzen - wird es für etwa eine Minute in die Flüssigkeit des Röhrchens getaucht.
Nachdem mit dem Stäbchen ein Nasenabstrich gemacht wurde - am besten beide Nasenlöcher dafür nutzen - wird es für etwa eine Minute in die Flüssigkeit des Röhrchens getaucht. © Sven Ellger
Die Flüssigkeit wird auf das Testkit getropft, dann saugt sich der Streifen voll. Schon nach kurzer Zeit sollte sich der obere Balken verfärben, nur dann ist der Test auch gültig. Sollte sich nach 15 Minuten auch der untere Balken zeigen, ist der Test positiv.
Die Flüssigkeit wird auf das Testkit getropft, dann saugt sich der Streifen voll. Schon nach kurzer Zeit sollte sich der obere Balken verfärben, nur dann ist der Test auch gültig. Sollte sich nach 15 Minuten auch der untere Balken zeigen, ist der Test positiv. © Sven Ellger

Wo kann der Laientest gekauft werden und was kostet er?

Nach der Discounterkette Aldi folgen in der kommenden Woche Drogeriemärkte wie dm, die den Verkaufsstart für Dienstag in Aussicht gestellt haben. Dann werden die Selbsttests auch in den Dresdner Filialen erhältlich sein. Aldi wird den Test mit der Bezeichnung Rapid SARS-CoV-2 im Fünferpack für rund 25 Euro anbieten.

Sieben verschiedene Antigen-Schnelltests sind zur Eigenanwendung in Deutschland inzwischen zugelassen. Die Apotheke am Postplatz hat über eine Hamburger Firma rund 50.000 Lyher-Covid-19-Tests geordert. Diese werden im chinesischen Hangzhou produziert und befinden sich auf dem Weg nach Dresden. Ein Test kostet knapp zehn Euro, das Fünferpack knapp 35 Euro und die Großpackung mit 25 Tests knapp 175 Euro.

Neben der Apotheke am Postplatz betreibt Inhaber Sven Ullrich drei weitere Apotheken in Dresden: die Apotheke Johannstadt in der Pfotenhauerstraße 41, die Apotheke im Gesundheitszentrum Klotzsche in der Königsbrücker Landstraße 98 und die Apotheke am Universitätsklinikum in der Fiedlerstraße 19. Lobeda geht davon aus, dass alle vier Filialen mit einer ausreichenden Menge an Laientests versorgt sein werden, damit es auch bei großer Nachfrage zu keinem Engpass kommt.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Göran Donner, Vizepräsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, kann nicht genau beziffern, wie viele Dresdner Apotheken diese Selbsttests verkaufen werden. "Laientests zum freien Verkauf werden sicher von den allermeisten Apotheken angeboten werden - wenn sie verfügbar sind." Schon jetzt gebe es eine große Nachfrage.

Allerdings räumt Donner ein, dass die Apotheker durchaus mit großer Konkurrenz zu tun haben, die sich vor allem aus dem Preis ergeben wird. Wobei die Experten in den Apotheken durchaus einen Vorteil hätten: "Da wir uns im Wettbewerb mit Drogerien und Märkten befinden, wird es aus meiner Sicht darauf ankommen, wie hoch der Mehrwert einer Beratung durch einen Heilberufler ist, und wie viel die Menschen bereit sind, dafür zu zahlen."

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