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Corona-Tests in Dresden teils nach Schulschluss

In manchen Dresdner Schulen bekamen die Schüler erst nach der sechsten Stunde einen Termin zum Corona-Test. So lief der erste Tag im Präsenzunterricht.

Um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten, können sich Schüler und Lehrer an festgelegten Testschulen auf Corona testen lassen.
Um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten, können sich Schüler und Lehrer an festgelegten Testschulen auf Corona testen lassen. © dpa-Zentralbild

Dresden. An diesem Montag hat der Präsenzunterricht für Dresdens Abschlussklassen begonnen. Um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten, können sich Schüler und Lehrer an festgelegten Testschulen auf Corona testen lassen.

Auch am Gymnasium Klotzsche ging es am Montag wieder los für die 11. und 12. Klassen. "Bisher waren alle Tests negativ, aber wir sind auch noch nicht durch", sagt Schulleiter Frank Haubitz. Er habe sich gefreut, seine Schüler wiederzusehen und alles sei ruhig und diszipliniert abgelaufen.

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Gut gelaufen sind die Tests an der Freien Alternativ-Schule, die am Gymnasium Dreikönigsschule getestet wurden. "Vorher war noch Online-Unterricht und dann waren wir beim Test. Ab Morgen machen wir Präsenzunterricht", so Lehrerin Anja Apel, die auch für die Linken im Stadtrat sitzt.

"Bei uns war alles super, alle waren pünktlich da", sagt auch Schulleiterin Beatrice Wünsche. Ihre 36. Oberschule in Cotta war eine der ausgewählten Testschulen, an der sich Schüler von insgesamt fünf Schulen testen lassen konnten. Zwei Teams der Malteser waren vor Ort und testeten beginnend um 8.30 Uhr morgens etwa alle 20 bis 25 Minuten eine Gruppe von 20 bis 25 Schülern, berichtet Wünsche. "Auch Kollegen haben sich testen lassen." Die Tests sollten noch bis etwa drei oder vier Uhr nachmittags andauern.

Corona-Tests erst am Dienstag: "Das konterkariert das ganze Testvorhaben"

Die Schüler der 36. Oberschule waren die ersten, die sich am Montag im eigenen Schulgebäude testen lassen konnten. Andere Schulen bekamen dagegen erst einen Termin am Nachmittag. So auch das Gymnasium Cotta, dessen Schulleiter Jürgen Karras wenig erfreut über die Terminvergabe ist. "Meine Schüler gehen erst nach der sechsten Stunde zum Test", berichtet er.

Von etwa 225 Abschlussschülern wollten sich am Montag nur 43 testen lassen. "Bei manchen ist das einfach Bequemlichkeit, aber viele Schüler verstehen den Sinn dahinter auch nicht. Im Kursunterricht infizieren sich die Schüler erst gegenseitig und danach lassen sie sich testen. Mir fehlen da selber auch die Argumente. Vor Ort hätten sich bestimmt mehr Schüler testen lassen."

Pro Stunde können 30 Schüler auf Corona getestet werden

Nach SZ-Informationen gibt es auch Schüler, die erst für Dienstag einen Test-Termin bekommen haben, aber ab Montag normal im Unterricht sitzen mussten. Martin Raschke, Chef des Eltenrates ist verwundert. "Dafür habe ich gar kein Verständnis, das konterkariert das ganze Testvorhaben."

"Für mich ist völlig klar, bei sinkenden Infektionszahlen muss als aller erstes wieder Präsenzunterricht an Schulen ermöglicht werden. Der aktuelle Präsenzunterricht für Abschlussklassen ist nachvollziehbar sinnvoll für den Bildungserfolg der Schüler", betont SPD-Bildungsexpertin. Aber für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sei es nötig, die Tests vorher flächendeckend bei allen betreffenden Schülern zu machen. "Da lässt das Kultusministerium die Stadt aber im Regen stehen. Hier werden 13 Testschulen betrieben, wer soll in der Kommune denn die ganzen Tests machen? Bei fast 60 kommunalen Schulen mit Abschlussklassen plus Freie Schulen bedeutet das jetzt zusätzliche Wege, spätere Tests und neue Ansteckungsrisiken", so Frohwieser. Hier habe das Kultusministerium nicht ganz zu Ende gedacht. Es müsse dafür Sorge tragen, dass alle Schüler vor Ort in ihrer Schule getestet werden können, vor Unterrichtsbeginn und auch nicht nur einmalig. Es nutze niemamdem, wenn sonst wieder in einigen Tagen ganze Klassen zuhause bleiben müssen.

Die Schüler des Romain-Rolland-Gymnasiums können sich in ihrer Testschule, dem Gymnasium Dreikönigschule auf der Louisenstraße 42 testen lassen. Dafür werden sie laut Schulleitung in Gruppen eingeteilt. In der Jahrgangsstufe 12 findet Präsenzunterricht in den Prüfungsfächern statt, die Schüler nehmen nur am Unterricht ihrer jeweiligen fünf Prüfungsfächer teil. In der Jahrgangsstufe 11 findet Präsenzunterricht in den Leistungskursen sowie den Grundkursen Deutsch und Mathe statt. Große Kurse werden für den Unterricht auf zwei Räume aufgeteilt, so die Schulleitung.

Corona-Tests sind freiwillig für Schüler

Wie viele Dresdner Schüler sich am Montag testen lassen haben, kann Petra Nikolov, Sprecherin des Landesamtes für Bildung ebenso wenig sagen, wie die Zahl der positiven Corona-Tests. Sie kündigt für Dienstag Zahlen an. "Die Tests finden jeden Tag in dieser Woche an den festgelegten Testschulen der Stadt statt", so Nikolov. Unklar bleibt, wie es danach weitergeht.

Den zeitlichen Ablauf für die Tests legen die Testschulen fest und informieren auch Schüler und Eltern darüber, welcher Schüler sich wo testen lassen kann. Pro Stunde sollen sich 30 Schüler testen lassen können, so das Landesamt für Bildung. Genaueres kann das Amt nicht sagen. Auch nicht, wie oft die Tests wiederholt werden können.

Das Landesamt geht von rund 11.235 zu testenden Schülern in Dresden aus, so Sprecherin Petra Nikolov. In dieser Zahl seien Schüler der staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft enthalten.

Testschulen in Dresden sind:

  • 82. Oberschule Dresden "Am Flughafen"
  • 32. Oberschule Dresden
  • Gymnasium "Dreikönigschule"
  • Vitzthum-Gymnasium
  • Marie-Curie-Gymnasium
  • Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium
  • Gymnasium Bühlau
  • Gymnasium Pieschen
  • Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium
  • Berufliches Schulzentrum für Wirtschaft "Franz Ludwig Gehe"
  • Berufliches Schulzentrum für Technik "Gustav Anton Zeuner"
  • 36. Oberschule Dresden, 25. Oberschule

Die Testungen sind freiwillig, so Nikolov. Schüler, welche sich nicht testen lassen, seien vom Schulbesuch nicht ausgeschlossen. Ab Montag besteht für die Abgangsklassen an den Förder- und Oberschulen sowie für die Vorabgangs- und Abgangsklassen an den Gymnasien, beruflichen Gymnasien und Fachoberschulen Schulpflicht.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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