merken
PLUS Dresden

Dutzende Coronafälle an Dresdner Schulen

Erst eine Woche ist das neue Schuljahr alt und schon müssen die ersten Kinder und Lehrer in Quarantäne. 22 Schulen und Horte sind von Infektionen betroffen.

Die Dresdner Schüler müssen sich in der Schule testen.
Die Dresdner Schüler müssen sich in der Schule testen. © Marius Becker/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Montag, Mittwoch und Freitag sind die Tage, an denen sich Dresdens Schüler im Klassenzimmer auf das Coronavirus testen. Erst eine Woche ist das so, trotzdem sind bereits einige Infektionen durch die Schnelltests aufgedeckt worden. Zum Start der neuen Woche sind 22 Schulen und Horte betroffen.

Wie viele Corona-Fälle gibt es aktuell an Schulen?

In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien sind dem Gesundheitsamt 27 Infektionen an 22 Schulen und Horten gemeldet worden, teilte die Behörde am Montag auf SZ-Anfrage mit.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Es handelt sich nach jetzigem Ermittlungsstand um neun Meldungen von Lehrern, Erziehern und Mitarbeitern sowie 18 Meldungen von Schülern. "Die Umgebungsuntersuchungen laufen derzeit noch, sodass wir die genaue Anzahl der unter Beobachtung oder in Quarantäne befindlichen Personen nicht exakt angegeben können", so die Stadt. In der Woche davor also in der Vorbereitungswoche der Lehrer vor dem Unterrichtsbeginn wurde kein Fall von einer Dresdner Schule gemeldet.

Das Landesamt für Schule und Bildung sprach am Montag sogar von 30 positiv getesteten Schülern in der ersten Schulwoche. Insgesamt seien 49.212 Kinder und Jugendliche getestet worden. Von den 5.518 Lehrern sowie dem pädagogischen Personal seien vier Tests positiv ausgefallen. Woher die Diskrepanz zu den Zahlen des Gesundheitsamt kommt, ist unklar.

Welchen Schulen sind betroffen?

Zu den betroffenen Einrichtungen gehören unter anderem das Gymnasium Dreikönigschule, das Gymnasium Pieschen, die Hoga-Oberschule in Leuben und das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft "Franz Ludwig Gehe" in Gorbitz. Bisher hat das Gesundheitsamt aber noch keine Angaben darüber gemacht, wie viele Kinder und Lehrer schlussendlich in Quarantäne geschickt wurden oder noch geschickt werden. Das steht bisher nur für die 115. Grundschule in der Neustadt fest, wo 61 Kinder und Lehrer bis zum 22. September nicht am Unterricht teilnehmen dürfen.

Infizieren sich derzeit generell mehr Kinder?

Blickt man auf das Alter aller Neuinfizierten der vergangenen Woche in Dresden, so bilden die 30- bis 34-Jährigen die größte Gruppe (34 Infektionen), gefolgt von den 5- bis 9-Jährigen (32 Infektionen), also den Grundschülern. Auch die älteren Jahrgänge an Dresdens Schulen sind aktuell mit am stärksten von neuen Infektionen betroffen, wie eine Auswertung der neuesten RKI-Zahlen verdeutlicht.

Allerdings scheint es keine schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Kindern und Jugendlichen zu geben, die sich angesteckt haben. So haben die Dresdner Krankenhäuser in den letzten neun Wochen keine mit Corona infizierten Kinder stationär aufgenommen, wie aus den Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hervorgeht. Das gilt für ganz Sachsen. Die Befunde, die Kliniken freiwillig übermitteln, laufen am Dresdner Uniklinikum zusammen und werden dort ausgewertet.

Wie werden die Kinder in den Schulen vor Ansteckungen geschützt?

Gerade einmal drei Luftfilter werden aktuell an einer Dresdner Schule getestet. 50 weitere mobile sollen kommen, bisher ist aber unklar, wann.

Den Schulen bleibt derzeit nur das Testen, Lüften und - bei Kinder über 12 Jahren - das Angebot einer Schutzimpfung. Da die Inzidenz in Dresden am Montag bei 59 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag, wird an den Schulen auch in dieser Woche noch dreimal getestet. Ausgenommen sind Geimpfte und Genesene. Außerdem gilt die Maskenpflicht vor den Schulzugängen, im Schulgelände und in Schulgebäuden einschließlich des Unterrichts. Ab der kommende Woche werden die Kinder dann zweimal pro Woche getestet.

Das Problem: Nicht alle Dresdner Eltern willigen in die Tests ein. "Wir sind in der ersten Woche noch kulant gewesen, aber die Sicherheit der Kinder geht vor", sagt Petra Nikolov, Sprecherin des Landesamtes für Bildung. Die Lehrer hörten mitunter die wildesten Ausreden und würden Atteste vorgelegt bekommen von Ärzten, die es mitunter nicht mehr gebe.

Werden die Schultests auch in Restaurants anerkannt?

Ja, Schüler müssen für einen Restaurant-, Schwimmbad- oder Zoobesuch nicht vorher ins Testzentrum, sagt Petra Nikolov. "Testnachweise sind gemäß der sächsischen Coronaschutzverordnung ausdrücklich nicht mehr erforderlich für Schüler, die einer Testpflicht nach der Schul- und Kitaverordnung unterliegen." Demnach würden die Schulen keine Testnachweise ausstellen.

Könnte es neue Schulschließungen geben?

Laut Stadtverwaltung und Freistaat soll das vermieden werden. In der vergangenen Woche gab es kurz Verwirrung, da im Stressszenario der Stadt verkündet wurde, dass es ab einer Inzidenz von 100 wieder Wechselunterricht an den Dresdner Schulen geben soll. Das wurde inzwischen korrigiert. Bis zum Eintritt der Überlastungsstufe - also die Überlastung der sächsischen Krankenhäuser- ist Präsenzunterricht erlaubt.

Weiterführende Artikel

Sachsen: So fielen die Corona-Tests bei Schülern aus

Sachsen: So fielen die Corona-Tests bei Schülern aus

Seit Montag wird auch in Schulen geimpft. Mittlerweile steht auch fest, wie viele Tests in der ersten Schulwoche positiv ausfielen.

Ist diese Stufe überschritten, findet der Unterricht in Form von Wechselunterricht in der Sekundarstufe I und II statt . Ausnahmen gibt es für Abschlussklassen. Unterricht in Grund- und Förderschulen findet in festen Klassen und Gruppen statt. Schließungen der Einrichtungen sind auch bei höheren Inzidenzen aktuell nicht vorgesehen.

Mehr zum Thema Dresden