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Die Schlafstörer: Dachse und Marder in Dresden

Die Tiere sind putzig, aber sie halten die Dresdner vom Schlafen ab. Wo sie sonst noch stören und welche Tipps der City-Trapper für Betroffene hat.

Stein- und Hausmarder sind überall aktiv, auch auf belebten Innenstadtstraßen wie auf der Bautzner Straße.
Stein- und Hausmarder sind überall aktiv, auch auf belebten Innenstadtstraßen wie auf der Bautzner Straße. ©  dpa (Symbolbild)

Dresden. Sie sind niedlich, richten aber auch eine Menge Schaden an: Marder, Dachse und Waschbären breiten sich immer weiter in der Stadt aus. "Ich habe gerade so viel zu tun und kann mich vor Aufträgen in Dresden kaum retten", so City-Trapper Thomas Schröder. Die Marder sind vor allem in Dresden-Gittersee und auf dem Weißen Hirsch aktiv. 

Die Marder sind überall aktiv, auch auf belebten Innenstadtstraßen wie auf der Bautzner Straße. Sinken die Temperaturen wie jetzt unter fünf Grad, verstecken sie sich an warmen Orten, so auf Dachböden und in Schuppen. "Sie lieben Dämmwolle, bauen sich daraus Nester für die Jungen", sagt Schröder. 

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Und dann kann es unangenehm für die Anwohner werden. Die Betroffenen können nachts nicht mehr schlafen, da die Marder Krach auf dem Dachboden machen. Urinieren die Tiere in die Dämmwolle, saugt diese sich damit voll. Irgendwann hält das Material nicht mehr stand und der Urin tropft durch die Decke bis in die Schlaf- oder Wohnzimmer. 

Auch an den Autos der Dresdner machen sich die Tiere zu schaffen. Nachts krabbeln sie von unten in die Motorhaube und zerbeißen Bremsschläuche oder Elektrokabel. Marder wollen ihr Revier markieren - riechen sie an einem Auto den Geruch eines Artgenossen, werden sie so aggressiv, dass sie in einen sogenannten Beißwahn verfallen, erklärt Trapper Schröder.

Helfen können sich die Dresdner entweder mit einem Duft-Spray oder einem UV-Gerät aus dem Autohandel. Schröder hat noch einen günstigeren Tipp: Legt man einen Handfeger mit den Borsten nach oben in die Motorhaube, denkt der Beißer, da ist schon jemand und lässt von den Kabeln ab. 

Der ADAC rät zu Elektroschockgeräten, die nach dem Prinzip eines Weidezauns leichte elektrische Schläge an den Marder verteilen. Der Einbau dieser Geräte mit mehreren Hundert Volt Spannung, aber ungefährlichen Strömen, sollte aber gut überlegt und sach- sowie fachgerecht ausgeführt werden. 

Schutzschläuche aus Hartkunststoff zum Ummanteln der Zündkabel gibt es im Kfz-Zubehörhandel. Sie sollten so verlegt und gesichert werden, dass sie weder in bewegliche noch an heiße Teile geraten können. Sie bieten aber den ebenfalls häufig angebissenen Schläuchen und Achs-Manschetten keinen Schutz. 

Dachse sind auf Friedhöfen unterwegs

Auch die Dachse wagen sich näher an den Menschen heran, so Schröder und er wird oft von Dresdner gerufen, die einen in ihrem Garten haben. Immer öfter sind die Dachse nun aber auf Dresdens Friedhöfen zugange.

"Ich bekomme einige Anrufe, dass Dachse ihren Kot auf den Gräbern hinterlassen oder Löcher in den Boden graben", erzählt Citytrapper und Stadtjäger Thomas Schröder. Ein Problem sei auch, dass die Tiere immer wieder die gleiche Stelle aussuchten. Sein Trick: Er vermengt Holzspäne mit Weichspüler und kippt diese Mischung in die Dachsbaue auf dem Friedhof. Dieser Geruch würde die Tiere vertreiben. 

Der Naturschutzbund Nabu weiß, wie sich die Dachse ihre Behausungen bauen. Bis zu fünf Meter tief reichen die über mehrere Eingänge zugänglichen Wohnkessel.

Im Laufe der Zeit werden die unterirdischen Wohnungen von Dachsgeneration zu Dachsgeneration erweitert, so dass das System hunderte Meter lange Gänge und zig Wohnkessel umfassen kann. Neben mehreren Dachsfamilien finden dann auch Füchse im Dachsbau Platz.

Darüber hinaus seien immer wieder Füchse auf Friedhöfen oder Privatgrundstücken in der Stadt zu sehen. "Die Füchse zerwühlen auf Friedhöfen die frischen Gräber oder die frisch hingelegten Gestecke", so Schröder. Ähnlich wie Fuchs und Dachs breiten sich auch die Waschbären immer weiter aus.

Die Zahl der erlegten Tiere ist in den vergangenen Jahren ähnlich wie bei Wildschweinen in Dresden deutlich gestiegen. Im Jagdjahr 2015/16 wurden in Dresden 108 Waschbären erlegt, im Jahr 2018/19 waren es 228. 

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Wie die Waschbären sind die Wildschweine vor allem am Stadtrand anzutreffen: 233 Tiere wurden gezählt. Ganzjährig kommen Wildschweine in der Dresdner Heide, entlang des Elbhanges, im Hochland, sowie im Norden Dresdens vor. 

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