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Darauf kann sich Dresden 2021 freuen

Was fiel im Coronajahr nicht alles flach! Doch die Hoffnung auf schöne Erlebnisse bleibt. Zum Glück planen viele Veranstalter sie uns 2021 zu bescheren.

Freudensprung in der Flutrinne. Noch herrscht dort gähnende Leere. Aber im August soll im Ostragehege ein Festivaldorf stehen. Mitorganisatorin Laura Hoyer greift dafür zu den Sternen.
Freudensprung in der Flutrinne. Noch herrscht dort gähnende Leere. Aber im August soll im Ostragehege ein Festivaldorf stehen. Mitorganisatorin Laura Hoyer greift dafür zu den Sternen. © Sven Ellger

Dresden. Ist es okay wie wir leben? Es brauchte kein Virus, um zu wissen: Nein! Müll, Dürre, Raubbau, Krieg haben Kritiker und Aktivisten auf den Plan gerufen. Einmal mehr macht die Pandemie klar, wie wenig es braucht, um die Welt auszuhebeln.

Besonders betroffen sind die Veranstalter und ihre angeschlossenen Gewerke. Deren Lockdown betrifft jeden, der neben essen, schlafen, wohnen auch Kultur und Unterhaltung als lebenswichtig versteht.

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So wirkt es völlig folgerichtig, dass eine Handvoll mehr oder weniger junger Leute aus Dresden deutlich weiter vorgreift, als es der Ruf nach Unterstützung der Branche tut.

Zustände grundsätzlich ändern, damit die Zukunft ohne globale Schockerlebnisse auskommt, das wollen die Macher eines neuen Festivals. Zwar ist im Moment noch nicht vorstellbar, dass schon bald wieder Tausende dicht beieinander feiern. Aber große Vorhaben brauchen ihre Zeit, und sie brauchen Geld.

Feiernde Weltverbesserer

Eisiger Wind weht dieser Tage über die riesige leere Fläche der Flutrinne im Ostragehege. Zuletzt haben hier Autokinobesucher in ihren Wagen reihenweise vor einer großen Leinwand gestanden.

Ein Versuch mit leidlichem Erfolg, trotz Corona überhaupt Kultur anzubieten. Seitdem herrscht Öde hier.

Das Palais Sommer-Team stellt sein neues Projekt vor: Annika Becher, Michael Claus, Laura Hoyer, Jörg Polenz und Katherina Härtel planen ein Festival in der Flutrinne.
Das Palais Sommer-Team stellt sein neues Projekt vor: Annika Becher, Michael Claus, Laura Hoyer, Jörg Polenz und Katherina Härtel planen ein Festival in der Flutrinne. © Sven Ellger

Gut gelaunt ist Laura Hoyer aus der Neustadt mit ihrem Fahrrad zum vereinsamten Veranstaltungsplatz gestrampelt. Trotz Kälte scheint sie ganz viel Energie übrig zu haben - für ihre Vorfreude, mit der sie andere anstecken will.

Laura gehört zum Planungsteam des künftigen Festivals "Viavoco". Der Name auf Esperanto bedeute so viel wie "deine Stimme", erklärt die 26-Jähige.

Die Stimme für eine Verbesserung zu erheben, das ist der Kern dessen, was Laura Hoyer und ihre Mitstreiter vorhaben. Am letzten Augustwochenende wollen sie zu einem Festival mit 20 Bands und Solomusikern, je 15 Literaten und Poetryslamern sowie zehn Referenten einladen.

Workshops, Familienangebote sowie Yoga und Meditation stehen im Programm. Das Ganze aber soll weiter wirken als das, was vor Ort zu erleben ist.

"Petitionen sind fester Bestandteil und Herzstück des Festivals", heißt es auf der Internetseite viavoco.de. "Wir erhoffen uns 50.000 Besucher, denn das ist die Anzahl der Stimmen, die man braucht, um dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages ein politisches Anliegen vorzulegen", erklärt Laura.

Das sogenannte Quorum berechtigt denjenigen, der eine Petition verabschiedet, regelmäßig im öffentlichen Ausschusssitzungen angehört zu werden.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Umwelt und Natur, Bildung und Erziehung, Gleichberechtigung und Chancengleichheit, Wirtschaft und Gemeinwohl, Flucht und Vertreibung, Terror und Kriege - all diese Thermenbereiche werden zur Diskussion stehen, wenn ein Petitionsgremium gemeinsam mit der Öffentlichkeit daraus konkrete Forderungen formuliert.

Das soll im Vorfeld des Festivals geschehen. In dessen Rahmen sind die Besucher angehalten, ihre Stimmen abzugeben. "Natürlich kann man auch ohne zu stimmen das Festival besuchen", sagt Laura Hoyer. Doch sie wünsche sich, dass die Gäste politisches Engagement mitbringen.

Finanzieren wollen sie und das Team um Palaissommerveranstalter Jörg Polenz das Ganze über eine Crowdfundingaktion. "Unsere Fundingziel in Höhe von 1,5 Millionen Euro klingt extrem hoch", räumt Laura ein. "Aber wir wollen schließlich alle Künstler, Redner und Workshopleiter vernünftig bezahlen."

Außerdem werde der Veranstalter für jedes gekaufte Ticket ein zweites für Menschen spenden, die sich den Eintritt in Höhe von 35 Euro pro Tag oder 55 Euro für drei Festivaltage nicht leisten könnten.

Lauschige Schlössernacht

Ein Fest für die Sinne wie die 11. Schlössernacht soll auch die 12. Ausgabe mit einem Jahr Verspätung werden.
Ein Fest für die Sinne wie die 11. Schlössernacht soll auch die 12. Ausgabe mit einem Jahr Verspätung werden. © Sven Ellger

Weniger weltverbessernd, aber die Welt verschönernd gehen auch andere Dresdner Veranstalter an die Planung des neuen Jahres heran.

Sie alle hoffen, dass sie im Sommer nicht nur ihren geliebten Job machen, ihre Unternehmen im freien Fall stoppen und ihren Konzert-, Theater- und Kinogästen wieder erfüllende Stunden bescheren können.

Großveranstalter Mirco Meinel bereitet mit seinem Team die 12. Dresdner Schlössernacht vor. Der Ticketverkauf für den 17. Juli 2021 läuft gut, lässt er wissen. Die Hälfte der Eintrittskarten sei verkauft, allerdings auch, weil die Schlössernacht 2020 coronabedingt ausgefallen war und die Karten gültig bleiben.

Außerdem plant Meinel mit seiner Firma First Class Concept eine große Open-Air-Veranstaltungsreihe. Genaueres will der Eventmanager verkünden, wenn es spruchreif ist.

"Wir sind überzeugt, dass die Dresdner alles nachholen werden, worauf sie dieses Jahr verzichten mussten", sagt Mirco Meinel. Dazu zählt auch das zehnjährige Jubiläum der weihnachtlichen Dinnershow "Mafia Mia" vom 26. November 2021 bis zum 16. Januar 2022.

Sarah Connor am Elbufer

Das Programm der Filmnächte am Elbufer füllt sich. Für das Konzert von Alligatoah am 26. Juni gibt es Tickets zu kaufen, ebenso für Sarah Connor am 10. Juli, Deichkind am 24. Juli und Silbermond am 13. August.

Komplett ausverkauft sind alle vier Kaisermania-Abende Ende Juli und Anfang August. Wer dafür Karten ergattert hat, lässt sie nicht aus der Hand, egal, wie lange er auf eine Zeit nach Corona warten muss. Auch Mark Forster und die Broilers bringen ihre ausverkauften Konzerte mit ins neue Jahr.

Scooter in der Jungen Garde

Rodney Aust und sein Team kündigen für die erste Jahreshälfte kleinere Konzerte in der Groovestation, im Club Puschkin und in der Lukaskirche an.

Auch den Kulturpalast und das Stammhaus Alter Schlachthof wollen Aust-Konzerte bespielen, zum Beispiel mit Johannes Oerding, Alin Coen, Jimmy Kelly und Frida Gold. Am 8. Mai soll Scooter in der Jungen Garte spielen.

Harleys und US Cars in der Rinne

Voller Hoffnung auf 2021: Matteo Böhme, Kathrin Melde und Mathias Lindner waren ein starkes Orga-Team. Nun sollen wieder die Motoren tuckern.
Voller Hoffnung auf 2021: Matteo Böhme, Kathrin Melde und Mathias Lindner waren ein starkes Orga-Team. Nun sollen wieder die Motoren tuckern. © (c) Christian Juppe

Matteo Böhme ist ebenfalls voller Hoffnung auf 2021. Der Veranstalter bereitet die US Car Convention für den 9. bis 11. Juli in der Flutrinnen vor. Zwei Wochen später, vom 23. bis 25. Juli, sollen die Harley Days Dresden am gleichen Ort stattfinden.

Sogar ganz neue Vorhaben kündigt Böhme an. Künftig will er die Galopprennbahn als Veranstaltungsort weiterentwickeln, zum Beispiel mit einem Sonntagsbrunch außerhalb der Renntage.

Pantomime im Herbst

Klein aber fein und ein Stehaufmännchen unter den Festivals ist das Pantomimefestival. Alle Vorbereitungen waren gerade beendet, da kippte der zweite Lockdown sämtliche Vorstellungen und Workshops.

Nächster Anlauf 2021: Im März will der Veranstalter den neuen Termin für Oktober oder November abstimmen.

Gala statt Semperopernball

Der Dresdner Semperopernball, für den normalerweise gerade die Organsisatoren im Dauerstress wären, wurde abgesagt. Nun soll er als Benefiz-Gala stattfinden - und zwar am 25. Juni 2021 und mit neuem Konzept als Antwort auf Corona.

Wann Ballfreunde endlich wieder in großer Robe tanzen und feiern dürfen, steht in den Sternen. Der Semperopernball e.V. sieht immerhin für Anfang 2022 einen Lichtstreif.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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