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DDR-Rutschen-Elefant von Dresdner Schüler adoptiert

Während der DDR-Zeit gab es im ganzen Land viele von ihnen. Heute ist der Rutschen-Elefant in der Dresdner Altstadt ein Denkmal. Warum das Spielgerät nun von Schülern erforscht wird.

Von Maike Sikorski
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Der letzte Rutschen-Elefant in Dresden wird noch immer von Kindern zum Spielen benutzt - während Eltern an ihre Kindheit erinnert werden.
Der letzte Rutschen-Elefant in Dresden wird noch immer von Kindern zum Spielen benutzt - während Eltern an ihre Kindheit erinnert werden. © Marion Doering

Dresden. In DDR-Zeiten waren die beliebten Rutschen-Elefanten, die manch Dresdner nostalgisch an seine Kindheit erinnern lassen, massenhaft auf Spielplätzen zu finden. Nun gibt es nur noch wenige Originale. Eines davon steht im Innenhof der Weißen Gasse - und ist jetzt wieder unter verstärkter Beobachtung.

Der Betonelefant mit seinen Messingstoßzähnen ist 1962 als Prototyp entstanden. Nur ein weiterer wurde aus derselben Gussform hergestellt - seit jeher ist er im Leipziger Palmengarten zu finden. Die Bildhauer Johannes Peschel und Egmar Ponndorf sowie Vinzenz Wanitschke von der Dresdener Produktionsgenossenschaft "Kunst am Bau" hatten diese Figuren entworfen.

In den folgenden Jahren wurden sie vereinfacht und aus 14 Betonteilen zusammengesetzt. Ab Mitte der 60er Jahre entstanden die Elefanten in Serie und wurden überall in der DDR aufgestellt. "Wir wurden damals beauftragt, verschiedene Spiel- und Klettergeräte zu schaffen, die ohne großen Aufwand herzustellen und variabel aufstellbar sein sollten", so Peschel.

Schüler befassen sich intensiv mit Denkmälern

Heute, 60 Jahre später, befassen sich auch Schüler mit dem Rutschen-Elefant. Die 32. Oberschule hat am Pegasus-Programm „Schulen adoptieren Denkmale“ teilgenommen, das dazu motivieren soll, sich mit Kultur auseinanderzusetzen. In diesem Jahr gewannen die Tolkewitzer dafür den Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis.Lehrerin Ulrike Wolf begleitet das Projekt von Beginn an, immer mit neuen Schülern und neuen Denkmalen.

Diesmal wählten die Siebtklässler den DDR-Rutschen-Elefanten aus – und hatten viele Pläne: Mit dem Motto „Rutsch mir doch den Buckel runter“ gingen sie an das Projekt heran. Unter anderem wollten sie ihr eigenes Betonspielgerät in den Werkstätten von „Kunst am Bau“ erschaffen.

Aufgrund von Corona gab es allerdings immer wieder Verzögerungen. Da sie nicht in die Werkstätten durften, stellten sie in der Schule ihre eignen erdachten Spielgeräte aus Ton her. 2020 sollte dann die Präsentation für die Denkmalmesse in Leipzig stattfinden. Sie wurde ebenfalls abgesagt.

Auf der kommenden Denkmalmesse am 25. November dieses Jahres stellen sie ihr Projekt nun endlich vor. Inzwischen sind sie in der 10. Klasse und haben auch schon ein neues Projekt gefunden: den Artesischen Brunnen am Albertplatz.

Johannes Peschel findet die Vorstellung schön, dass der Elefant selbst jetzt noch für viele eine wichtige Rolle spielt und er immer wieder darauf angesprochen wird - auch wenn sein Arbeitsleben durchaus vielfältiger war. Vor einigen Jahren wurde der Beton-Riese vom Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal erfasst und restauriert. Von seinen Schöpfern lebt mittlerweile allerdings nur noch Peschel. (SZ)