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Der Dresdner Lichter-König hat noch mal aufgerüstet

Nach seinem Umzug kann sich Sandrino Löffler mit seiner leuchtenden Deko auf einer Terrasse in Klotzsche austoben. Angst vor der Stromrechnung hat er nicht.

Von Henry Berndt
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Es darf wieder geleuchtet werden: Das Haus auf der Boltenhagener Straße in Klotzsche ist zweifellos ein Blickfang.
Es darf wieder geleuchtet werden: Das Haus auf der Boltenhagener Straße in Klotzsche ist zweifellos ein Blickfang. © Sven Ellger

Dresden. Dezent kann jeder. Wenn Sandrino Löffler dekoriert, dann muss es krachen. Oder besser leuchten. Im vergangenen Jahr hat der 35-jährige Dresdner noch in Hellerau die (meisten) Nachbarn mit seinen Schneemännern und Lämpchen erfreut, allerdings nur für wenige Tage. Dann aufforderte ihn sein Vermieter nämlich auf, sämtlichen Schmuck wieder zu entfernen. Vermeintlich ging es um den Brandschutz, aber der Lichter-König Löffler war mehr als bedient.

So sehr ärgerte er sich über das Verbot, dass er begann, zusammen mit seiner Familie nach einer neuen Wohnung in der Umgebung zu suchen. Bevor er in Klotzsche den Mietvertrag unterschrieb, vergewisserte er sich beim Vermieter, dass er dort auch dekorieren dürfe.

Los ging es dann zu Halloween, als Sandrino Löffler seine neue Wohnung und die Terrasse in ein Gruselkabinett verwandelte, biertrinkende Skelette, Grabsteine und übergroße Corona-Viren inklusive. Für seinen Sohn Pepe und dessen Klassenkameraden stellte er dazu eine anständige Halloween-Party auf die Beine.

Weihnachten kann kommen: Sandrino Löffler mit seinem Sohn Pepe.
Weihnachten kann kommen: Sandrino Löffler mit seinem Sohn Pepe. © Sven Ellger

Kaum waren die Skelette wieder im Keller verschwunden, machte sich Löffler auch schon an die Planung für den nächsten Höhepunkt. In diesem Jahr sollte ihm nichts die Weihnachtsdeko-Laune vermiesen. Um ganz sicherzugehen, rüstete er noch einmal auf, schaffte sich rund 5.000 zusätzliche LEDs in Lichterketten, drei Rentiere mit Schlitten und einen aufblasbaren Teddy mit Zuckerstange an. Nur der Weihnachtsmann auf dem Quad fand diesmal keinen Platz mehr. Dafür ergänzte die Konditorei Zscheile im Erdgeschoss die Deko zu einem wahren Gesamtkunstwerk.

Der aufblasbare Schneemann gehört für Löffler zur Standardausstattung.
Der aufblasbare Schneemann gehört für Löffler zur Standardausstattung. © Sven Ellger

Wie schon zu Halloween seien die ersten Reaktionen durchweg positiv. "Wir haben am ersten Advent angemacht und sofort blieben die Leute stehen und machten Fotos", sagt Löffler, der gerade den Job gewechselt hat und seit diesem Jahr passenderweise am Kaufland in Radebeul Weihnachtsbäume verkauft. Eine Dame meinte neulich gar, sie habe schon die ganze Woche geschaut, wann es endlich leuchtet.

Angst vor einer horrenden Stromrechnung hat er nicht. "Wir lassen die Lampen ja nur von 16 bis 20 Uhr brennen und durch die LEDs verbraucht das nicht so viel", sagt er. "Für glückliche Kinderaugen bezahle ich aber auch gern ein bisschen mehr."