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Der Google-Jahresrückblick für Dresden

Wonach haben die Dresdner 2020 häufiger gesucht – nach dem Coronavirus oder Donald Trump? Ein etwas anderer Jahresrückblick.

Was haben die Dresdner 2020 am häufigsten gegoogelt? Die Suchmaschine hat es verraten.
Was haben die Dresdner 2020 am häufigsten gegoogelt? Die Suchmaschine hat es verraten. © dpa/Lukas Schulze (Symbolfoto)

Dresden. Alles Corona, oder doch nicht? Die größte Suchmaschine der Welt verrät, wonach die Dresdner im Krisenjahr 2020 am häufigsten gegoogelt haben. Und nein, nicht nur die Pandemie beschäftigte die Menschen in der Stadt. Das sind die Top 10.

Platz 10: Trier

In dieser Fußgängerzone in Trier erfasste ein Mann mit seinem Auto mehrere Menschen.
In dieser Fußgängerzone in Trier erfasste ein Mann mit seinem Auto mehrere Menschen. © dpa/Harald Tittel

Das Unglück erschütterte ganz Deutschland. Am 1. Dezember rast ein Geländewagen durch die Fußgängerzone Triers. Fünf Menschen verlieren bei der Amokfahrt ihr Leben, darunter ein wenige Wochen altes Baby und dessen Vater. Der 51-jährige Deutsche, dem die Tat zur Last gelegt wird, soll bei der Fahrt alkoholisiert gewesen sein. Sein Motiv ist bis heute unklar.

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Platz 10 im vergangenen Jahr: Eiswelten Dresden

Platz 9: Autokino Dresden

In der Flutrinne flimmerten im Frühjahr Filmklassiker über die riesige Autokino-Leinwand.
In der Flutrinne flimmerten im Frühjahr Filmklassiker über die riesige Autokino-Leinwand. © Archiv/Sven Ellger

Wer in diesen Tagen das fast vergangene Jahr vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt, kann leicht in Schwermut verfallen, angesichts all der Dinge, die wegen mehrerer Corona-Lockdowns nicht möglich waren. Dabei hatte die Pandemie auch ihr Gutes: Dresden erlebte die Wiedergeburt des Autokinos.

Sowohl am Flughafen als auch in der Flutrinne flimmerten im Frühjahr Filme wie „Go Trabi Go“ oder „Le Mans 66“ über die riesigen Leinwände. Das Interesse war riesig, schließlich mussten die Dresdner in den Wochen zuvor auf Kultur und Kino verzichten.

Acht Tonnen wog die Leinwand in der Flutrinne. Darüber hinaus war sie 15 Meter hoch und 33,5 Meter breit, was sie laut den Veranstaltern zur größten Pop-up-Leinwand in Deutschland machte.

Platz 9 im vergangenen Jahr: Opernball Dresden

Platz 8: iPhone 12

Das iPhone 12 wurde im Herbst sehnsüchtig erwartet. Wie sehnsüchtig, weiß Google nur zu genau.
Das iPhone 12 wurde im Herbst sehnsüchtig erwartet. Wie sehnsüchtig, weiß Google nur zu genau. © dpa-tmn/Zacharie Scheurer

Das US-amerikanische Technologieunternehmen Apple hat nach einjähriger Pause im Oktober ein neues Smartphone auf den Markt gebracht. Für manche sind die Geräte bekanntermaßen Kult.

Entsprechend groß war die Ungeduld in diesem Krisenjahr. Aufgrund der Pandemie verzögerten sich Produktion und Auslieferung, was wohl auch das riesige Suchinteresse der Dresdner erklären dürfte.

Platz 8 im vergangenen Jahr: Dynamo Dresden Trainer

Platz 7: Ausgangssperre Sachsen

So leer wie in diesem Jahr hat man den Dresdner Neumarkt selten gesehen.
So leer wie in diesem Jahr hat man den Dresdner Neumarkt selten gesehen. © Mehrheit für Lockdown-Verlängerung

Hausarrest kennen manche Dresdner vielleicht noch aus ihren Jugendtagen. Aber eine Ausgangssperre, die für alle Menschen gilt? Im März kommen erste Gerüchte auf, die Sachsen dürften bald ihre Häuser nicht mehr verlassen, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Tatsächlich erlässt Dresden Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am 20. März eine Ausgangsbeschränkung. Das heißt, die Dresdner sind ihren Wohnungen nicht eingesperrt, dürfen sie aber nur aus triftigen Gründen verlassen. Dazu zählen der Job, Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche.

Inzwischen, neun Monate später, gelten tagsüber wieder Ausgangsbeschränkungen – und nachts tatsächlich eine Ausgangssperre.

Platz 7 im vergangenen Jahr: Harley Days Dresden

Platz 6: Wirecard-Aktie

Einer der mutmaßlich größten Bilanzfälschungsskandale der Bundesrepublik fand in diesem Jahr sein Ende.
Einer der mutmaßlich größten Bilanzfälschungsskandale der Bundesrepublik fand in diesem Jahr sein Ende. © Peter Kneffel/dpa

Ja, da wird wohl auch so mancher Dresdner viel Geld verloren haben, wie das Google-Ranking vermuten lässt. Bereits im vergangenen Jahr fiel der Wirecard-Aktienkurs, nachdem es immer wieder Berichte über Bilanzfälschungen bei dem Zahlungsdienstleister gegeben hatte.

Zwar sah Vorstand Marcus Braun die Vorwürfe als entkräftet an, als Wirtschaftsprüfer im April ihren Bericht vorlegten. Doch Braun sagte kurz darauf die Bilanzpressekonferenz ab. Wieder fiel der Aktienkurs.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erstattet im Juni Anzeige wegen des Verdachts der Markmanipulation. Braun trat zurück, wurde festgenommen. Wirecard ist inzwischen Geschichte.

Platz 6 im vergangenen Jahr: Harley Days Dresden: Unteilbar Dresden

Platz 5: Coronavirus Tipps

Wenn Wasser und Seife nicht zur Hand sind, muss Desinfektionsmittel für saubere Hände sorgen.
Wenn Wasser und Seife nicht zur Hand sind, muss Desinfektionsmittel für saubere Hände sorgen. © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert (Symbolfoto)

Inhalieren? Gurgeln? Hochprozentiges? Viele Dresdner fragten sich, welche Hausmittel gegen das Coronavirus helfen könnten.

Immerhin: Die Frage nach einer „Desinfektion von innen“, vorgeschlagen von Donald Trump, zogen die Dresdner scheinbar nicht wirklich in Erwägung. Platz 5 für die Coronavirus-Tipps zeigt aber, wie verunsichert die Menschen waren und immer noch sind.

Platz 5 im vergangenen Jahr: Tatort Dresden

Platz 4: RKI

Lothar Wieler ist das Gesicht des Robert-Koch-Instituts in der Corona-Krise.
Lothar Wieler ist das Gesicht des Robert-Koch-Instituts in der Corona-Krise. © Stefanie Loos/AFP POOL/dpa

Sie ist die wohl am meisten benutzte Abkürzung im Jahr 2020: RKI. Das Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten, das sich hinter dem Kürzel verbirgt, berät die Bundesregierung in Fragen der Pandemiebekämpfung.

Die Bundesbehörde gibt zum Beispiel vor, wie lange Infizierte und Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Für manche Menschen ist das RKI und dessen Präsident Lothar Wieler zur Hassfigur geworden, das sie für all die Einschränkungen im Alltag verantwortlich machen.

Platz 4 im vergangenen Jahr: Stadtratswahl Dresden

Platz 3: DAX

Der Deutsche Aktienindex (DAX) - ein Spiegel der Corona-Krise.
Der Deutsche Aktienindex (DAX) - ein Spiegel der Corona-Krise. © dpa/Frank Rumpenhorst (Symbolfoto)

Der dritte Platz geht ganz unspektakulär an den Deutschen Aktienindex (DAX), in dem die 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes zu finden sind.

Der Kursverlauf spiegelt die Gefühlsachterbahn der Weltwirtschaft 2020 wider. Nach dem Corona-Kurseinbruch im März konnte sich der DAX wieder erholen. Kurz vorm Jahresende war sogar ein Rekordstand drin.

Platz 3 im vergangenen Jahr: Dresden Raub

Platz 2: Coronavirus

Das neuartige Coronavirus prägte das Leben 2020.
Das neuartige Coronavirus prägte das Leben 2020. © dpa/Deike Uhtenwoldt

Da ist es, das Coronavirus. Einfach nur Coronavirus. Die neue Variante, die ihren Ursprung in China haben soll und am 7. März erstmals in Dresden nachgewiesen wurde, hinterlässt Fragen.

Was unterscheidet eine Infektion von einer Erkältung? Wie viele Menschen sterben daran? Was sind Risikofaktoren? Muss ich mit einem Halskratzen schon zum Arzt? Kaum ein anderes Thema trieb die Dresdner 2020 so um wie dieser Erreger.

Platz 2 im vergangenen Jahr: Dresden Grünes Gewölbe

Platz 1: US-Wahl

Donald Trump ist abgewählt. Die US-Präsidentschaftswahl zog so viele Dresdner zu Google, dass "US-Wahl" zum Suchbegriff Nummer 1 in diesem Jahr wurde.
Donald Trump ist abgewählt. Die US-Präsidentschaftswahl zog so viele Dresdner zu Google, dass "US-Wahl" zum Suchbegriff Nummer 1 in diesem Jahr wurde. © AP

Wer hätte vermutet, dass die politische Zukunft der USA mehr Dresdner auf Google zieht als die größte, weltweite Krise unserer Generation?

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Was wurde 2020 im Landkreis gegoogelt?

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Tatsächlich landet die US-Präsidentschaftswahl und Donald Trumps Schicksal auf Platz 1 der Suchbegriffe, die in Dresden eingetippt wurden. Deutschlandweit gesehen liegt die US-Wahl übrigens auf Platz 2 der angesagtesten Google-Suchbegriffe, hinter dem Coronavirus.

Platz 1 im vergangenen Jahr: Rammstein Dresden

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