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Der Lichter-König von Dresden

Sandrino Löffler hat seinen Vorgarten in Hellerau in ein Weihnachtswunderland verwandelt. Ein Leuchten für die Nachbarn, in sonst so grauen Zeiten.

Für Sandrino Löffler und seinen Sohn Pepe kann es gar nicht weihnachtlich genug sein.
Für Sandrino Löffler und seinen Sohn Pepe kann es gar nicht weihnachtlich genug sein. © Sven Ellger

Dresden. Auch der Weihnachtsmann muss mit dem Trend gehen. In diesem Jahr kommt er auf einem Quad angebraust. Hinten in seinem Anhänger stapeln sich schon die bunt verpackten Geschenke. Im Vorgarten auf der Beckerstraße 12 in Dresden-Hellerau ist er nicht allein an diesem eisigen Adventsnachmittag. Neben ihm leuchten zwei Meter hohe Schneemänner, Weihnachtsbäume und sogar Pinguine. Den Zaun schmücken derweil eine Lichterkette und ein freundlich lächelnder Elch.

Keine Frage: Dieser Vorgarten kann es zweifellos mit den typisch amerikanischen Lichtenmeeren aufnehmen. So opulent herausgeputzt hat ihn Mieter Sandrino Löffler, der direkt nach Totensonntag anfing und seitdem etliche Stunden mit den Vorbereitungen verbracht hat - nicht nur zur Freude von Sohn Pepe.

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An dem Haus an der Beckerstraße 12 in Hellerau geht kaum jemand einfach vorbei.
An dem Haus an der Beckerstraße 12 in Hellerau geht kaum jemand einfach vorbei. © Sven Ellger

Erst im Mai ist der 34-Jährige, der sein Geld im ambulanten Pflegedienst verdient, mit seiner Familie hierhergezogen. Noch im vergangenen Jahr hatten sich Schnee- und Weihnachtsmänner auf einem kleinen Balkon in Wilschdorf aneinandergedrängt. "Hier habe ich natürlich ganz andere Möglichkeiten", sagt Löffler und lacht. Mit der Hausverwaltung und den anderen Mietern sei die Dekoration abgesprochen, wobei er am liebsten noch viel mehr machen würde. Aus Rücksicht auf lichtempfindliche Nachbarn lässt er es aber erst einmal gut sein.

Ihren Anfang nahm seine Leidenschaft zum Schmücken zu Halloween, als im Vorgarten Gerippe und Grabsteine zum Gruseln einluden und sogar eine Nebelmaschine lief. "Da war hier richtig Betrieb", freut sich Löffler, der vor allem die Kinder damit dafür entschädigte, dass sie dieses Jahr nicht von Haus zu Haus ziehen konnten.

Die Weihnachtsdeko habe Löffler da noch gar nicht im Sinn gehabt, "aber dann habe ich mich doch in der Pflicht gefühlt", ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Der Weihnachtsmann kommt in diesem Jahr auf einem Quad angebraust, das im irdischen Leben seinen Geist aufgegeben hat.
Der Weihnachtsmann kommt in diesem Jahr auf einem Quad angebraust, das im irdischen Leben seinen Geist aufgegeben hat. © Sven Ellger

Auch jetzt im Advent ist der Vorgarten wieder ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für Kindergartengruppen, Seniorenrunden und Tagesmütter. Kaum jemand fährt hier nach Einbruch der Dunkelheit einfach so vorbei. Viele Kinder, aber auch Erwachsene verweilen träumend vor dem Haus.

"Seit der schwierigen Zeit lässt er sich immer etwas einfallen, um unsere Kinder zum Strahlen und Staunen zu bringen", sagt Nachbarin Anja Friedrich. "Er verlangt nie etwas für seine guten Taten und nun erschien über Nacht ein wunderschöner Weihnachtsgarten. Er hat das Herz am rechten Fleck."

Auch einen Briefkasten für Wunschzettel hat Löffler am Zaun angebracht. Jeden Tag holte er zuletzt neue Briefe heraus und sorgte dafür, dass sie ihren Weg in die Weihnachtsmannwerkstatt nach Himmelpfort fanden. Fehlt mal die Adresse oder die Briefmarke, dann erledigt er auch das. "Die Kinder sollen doch auch eine Antwort vom Weihnachtsmann bekommen."

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Und nächstes Jahr? Für Ostern hat er noch keine konkreten Pläne, aber Halloween und Weihnachten soll es dann auf jeden Fall wieder richtig krachen. "Ich will ein Karussell aus Skeletten bauen", verrät er schon. Im Advent 2021 möchte er die Zaungäste dann mit einer Krippe und den Tieren dazu überraschen. Natürlich im Großformat.

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