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Wie hält man sich 20 Jahre in der Dresdner Friseur-Branche?

Christoph Steinigen feiert in diesem Jahr Jubiläum mit seinem Friseursalon in der Dresdner Neustadt. Die Herausforderungen mit steigenden Energiepreisen und Personalmangel kennt er alle.

Von Julia Vollmer
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20 Jahre Director's Cut Dresden feiert Inhaber Christoph Steinigen.
20 Jahre Director's Cut Dresden feiert Inhaber Christoph Steinigen. © Marion Doering

Dresden. Steigende Energiekosten, angehobener Mindestlohn und Personalmangel: Die Dresdner Friseurbranche ächzt unter einer großen Menge an Problemen. Einigen Salons gelingt es trotzdem, sich durchzukämpfen. Einer von ihnen ist "Director's Cut" in der Dresdner Neustadt. In diesem Jahr feiert er sein 20-jähriges Jubiläum.

"Wir haben im Frühling 2003 unseren Salon hier in den Räumen eröffnet auf der Böhmischen Straße und ich habe mir damit einen Traum erfüllt", sagt Chef Christoph Steinigen. "Ich habe meinen letzten Cent in den Laden gesteckt."

Sein Credo seitdem: Mit der Zeit gehen. "Wir sind ein Veränderungsfriseur. Das heißt, unsere Kunden wollen auch mal komplett eine Typverwandlung, von lang zu kurz oder von blond zu braun", sagt 47-Jährige. Dafür müsse er immer auf dem Laufenden sein bei den aktuellen Schnitten und Farben. Steinigen reist viel um die Welt, nach London oder New York, um bei den Trends nichts zu verpassen. 1992 begann er mit seiner Lehre und legte 1999 die Meisterprüfung ab. "Ich habe in der Ausbildung tatsächlich noch mehr Druck erlebt, als heute in der Branche üblich ist", sagt er.

Mindestlohn und Energiekosten sind Herausforderungen

Seit 2016 bildet er in der solo-eigenen Akademie seine Mitarbeiter weiter. "Wir machen aber auch Seminare für Friseure aus anderen Salons", sagt Steinigen. Nicht nur bei den Friseuren, auch in Sachen Bart-Styling wollen Steinigen und sein Team am Ball bleiben. Im ersten Obergeschoss gibt es eine eigene Lounge, nur für die Bart-Frisuren.

Kennt Christoph Steinigen auch die Herausforderungen der Branche? Die Herausforderungen seien weiterhin sehr groß, betonte kürzlich die Handwerkskammer Dresden. "Die stark gestiegenen Energiepreise belasten die Unternehmen", so Sprecher Daniel Bagehorn. Daneben würden die Friseur-Unternehmen auch die zum Teil stark gestiegenen Kosten für Materialien wie Shampoo und Co. sowie die Anhebung des Mindestlohns beschäftigen.

"Zudem spüren die Unternehmen, dass auch die Kunden angesichts der allgemeinen Preisentwicklungen preisbewusster agieren und zum Beispiel größere Abstände zwischen Friseurtermine legen", sagt er. Das wiederum führe zu weniger Umsatz.

"Ich zahle schon lange mehr als Mindestlohn, sonst wird es auch schwer, Personal zu finden, und meine Leute sollen gut von dem Geld leben können", sagt Steinigen. 15 Mitarbeiter hat er aktuell, in der Coronazeit haben auch einige seiner Leute die Branche gewechselt. Aber der harte Kern sei geblieben. Und er selbst schneidet und frisiert auch immer mit, um am Ball zu bleiben.

Auch die Schwierigkeiten, Azubis zu finden, kennt er. Im August beginnen aber zwei neue Auszubildende im Salon. "Ich beobachte die Branche schon lange und sehe als Problem auch, dass viele ihre Ausbildung abbrechen", sagt der Friseurmeister.

Er versuche, immer wirtschaftlich zu planen, und habe schon lange vor der Energiekrise etwa auf LED umgerüstet im Laden. Jammern helfe nicht, er versuche, immer optimistisch zu bleiben.