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Dresden hat ein neues Modelabel

Designerin Dorothea Michalk bietet nun auch Kleider für den Alltag an - entworfen im Barockviertel, genäht im Erzgebirge und getragen vielleicht bald weltweit.

Die Designerin Dorothea Michalk (r.) mit ihren beiden Models Sandra Raeven (l.) und Stephanie Siegl zur Präsentation des neuen Labels Kolina im Atelier in der Rähnitzgasse.
Die Designerin Dorothea Michalk (r.) mit ihren beiden Models Sandra Raeven (l.) und Stephanie Siegl zur Präsentation des neuen Labels Kolina im Atelier in der Rähnitzgasse. © Marion Doering

Dresden. Sie waren gut, wichtig, nötig und ganz besonders schön - die Masken aus dem Modehaus Dorothea Michalk. Mit Beginn der Pandemie hatte sich die Dresdner Designerin darauf verlegt, das Übel in ein Accessoire zu verwandeln, das die Kleidung ergänzt und deutlich weniger als die herkömmlichen Modelle wie ein Fremdkörper im Gesicht wirkt. Doch das ist nicht alles, was die 40-Jährige in Angriff nahm, um den Wechselfällen des Lebens zu begegnen und die Zwangspause, in die sie geschickt worden war, sinnvoll zu nutzen.

Nun stellt die Modemacherin, die sich 2009 nach ihrem Designstudium in München im Dresdner Barockviertel mit eigenem Atelier selbstständig gemacht hat, ihr neues Label vor. Die Entscheidung, der Heimat treu zu bleiben und nicht in eine Modemetropole zu ziehen, zeigt Dorothea Michalks Verbundenheit mit Sachsen. Ihre sorbischen Wurzeln haben sie immer in der Region gehalten, der sie nun ihre jüngste Arbeit widmet.

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Kolina - eine sehr persönliche Modelinie

Unter dem Namen "Kolina" gründet die Designerin eine neue Modelinie, die ihrer Kreativität entspringt, in ihrem Atelier entsteht und in Sachsen produziert wird. Schon vor Corona hatte Dorothea begonnen, neben den festlichen Kleidern, für die sie bekannt ist, auch Alltagsmode für Damen zu entwerfen und anzufertigen. Im Lockdown fand sie schließlich die Zeit, sich dieser Idee noch intensiver zu widmen und die erste Kolina-Kollektion zu entwerfen - sieben Etuikleider und weit schwingende Kleider für das Leben jenseits großer Bälle und Galas.

Klassisch, zeitlos, elegant und alltagstauglich will die Designerin Dorothea Michalk ihre neue Linie an die Frau bringen.
Klassisch, zeitlos, elegant und alltagstauglich will die Designerin Dorothea Michalk ihre neue Linie an die Frau bringen. © Marion Doering

"Wir wollen Kleider anbieten, die bequem und pflegeleicht, aber trotzdem elegant und in ausgewählten Designs gearbeitet sind", sagt Dorothea Michalk. "Koffertauglich" sollten sie sein, sprich knitterfrei und jederzeit einsatzfähig. In Italien fand die Modemacherin die passenden Stoffe. Sie haben einen Stretchanteil, sind zum Teil strukturiert in feiner Waffeloptik und zum Teil gemustert.

"Entworfen haben wir sie hier im Atelier und genäht werden sie in einer Näherei im Erzgebirge", sagt Dorothea. Damit stützt sie das regionale Handwerk und bietet ihren Kundinnen Produkte, die individuell und doch nicht so teuer wie Haute Couture ist. "Würden diese Kleider maßangefertigt 600 Euro kosten, können wir sie nun für unter 400 Euro verkaufen und auch online anbieten."

Aus ihrer Erfahrung im Bereich der Maßanfertigung weiß die Designerin, dass Größe 36 eher die Seltenheit ist und die meisten Frauen ihres Kundinnenkreises größere Größen tragen. "Es sind gestandene, kraftvolle Frauen, denen wir bis Konfektionsgröße 44 gerecht werden." Dank der flexiblen Stoffe und der bedachten Schnitte müsse sich niemand beengt fühlen, auch nicht im eleganten Kleid.

Ihre neue Zweitlinie soll jedoch nichts an dem ändern, wofür die Designerin mit ihrem Namen bekannt ist: "Dorothea Michalk bleibt weiterhin auf maßangefertigte Festmoden fokussiert", sagt sie. Sie freue sich auch schon sehr darauf, endlich wieder Abend- und Ballkleider zu entwerfen. Zu lange sind gesellschaftliche Anlässe ausgefallen oder verschoben worden. "Der Durst nach Festivitäten ist groß", weiß sie.

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Auch für ihr neues Label steht Dorothea Michalk übrigens mit ihrem Namen. "Kolina ist die weibliche Form meines Ehenamens im Sorbischen", sagt sie. Im Ausweis führt sie den Familiennamen ihres Mannes und ihren Mädchennamen als Doppelname. Das neue Label ist also eine persönliche Herzensangelegenheit und Hommage an ihre Herkunft, die sich auch in weiteren Kollektionen widerspiegeln wird.

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