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Mehr Geld für Dresdner Kinder-Krebsforschung

Pro Jahr betreut das Uniklinikum Dresden rund 70 neu erkrankte Kinder. Ein Forschungsteam ergründet die Ursachen für den Krebs - auch in der Familie.

Ursula Herrmann (l.) und Cornelia Bohn (r.) übergeben eine Spende im Namen des Sonnenstrahl e.V. an Professorin Julia Hauer. Sie leitet die Kinderonkologie am Dresdner Universitätsklinikum.
Ursula Herrmann (l.) und Cornelia Bohn (r.) übergeben eine Spende im Namen des Sonnenstrahl e.V. an Professorin Julia Hauer. Sie leitet die Kinderonkologie am Dresdner Universitätsklinikum. © Sven Ellger

Dresden. Gut gelaunt und bestens unterhalten spendet es sich leichter. Das wissen Ursula Herrmann und Cornelia Bohn aus eigenem Erleben. Zahlreiche Benefizveranstaltungen funktionieren so gut, weil ihre Gastgeber beides perfekt miteinander verbinden: Geselligkeit und Großzügigkeit.

So kennt man auch die Dresdner "Foodraising Party", die jedes Jahr Tausende Euros eingebracht hat. Gut betuchte Gäste treffen sich, genießen Kultur, feines Essen und das Bad in der Dresdner Gesellschaft. Das öffnet nicht nur die Herzen, sondern auch die Geldbörsen. Als Botschafterinnen und Mitglieder im Kuratorium des Sonnenstrahl e.V. sind Ursula Herrmann und Cornelia Bohn oft für gute Zwecke unterwegs gewesen.

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Doch all diese Spendengalas, -konzerte und -partys mussten ausfallen, weil der Schutz vor Corona keine Treffen dieser Art zuließ. Damit haben zahlreiche Projekte und Vereine, die auf Spenden angewiesen sind, große Zuwendungen eingebüßt. Dazu gehört auch der Sonnenstrahl e.V., der krebskranke Kinder und ihre Familien unterstützt.

Ursula Herrmann (r.) und Cornelia Bohn sind Botschafterinnen des Sonnenstrahl e.V. und sitzen im Kuratorium. Ihnen kam die zündende Spenden-Idee.
Ursula Herrmann (r.) und Cornelia Bohn sind Botschafterinnen des Sonnenstrahl e.V. und sitzen im Kuratorium. Ihnen kam die zündende Spenden-Idee. © Sven Ellger

Eigentlich hätte der Verein, der Eltern und Geschwistern von kleinen Patienten, die an der Uniklinik behandelt werden, ein Zuhause auf Zeit gibt, Therapien anbietet und Ausflüge organisiert, mit sich genug zu tun.

"Aber in unserer Satzung haben wir uns auch verpflichtet, die Krebsforschung zu fördern", sagt Geschäftsführerin Antje Herrmann. Zum Glück hat sie Mitstreiterinnen wie Ursula Herrmann und Cornelia Bohn an ihrer Seite. Sie wollten nicht hinnehmen, dass die Spendentöpfe leer bleiben und hatten eine Idee.

In einem freundlichen Brief an alle bisherigen Foodraising-Party-Gäste erklärte sie die schwierige Situation, in die solch wichtige soziale und auch wissenschaftliche Projekte geraten, wenn der Geldhahn zu bleibt. Das Schreiben ging an 150 Adressaten, ein Großteil davon meldete sich zurück - in Form einer Spende.

Auf diese Weise kam die Summe von 30.000 Euro zusammen. Das ist die Hälfte des Rekorderlöses vom Jahr zuvor, als der Benefizabend noch stattfinden konnte. Mit diesem Erfolg hatte niemand gerechnet. Auch Professor Dr. Julia Hauer nicht.

Rund 1.000 Euro pro Familien-Untersuchung

Die Leiterin der Kinderonkologie am Universitätsklinikum betreut mit ihrem Team ein besonderes Forschungsprojekt. Es beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Krebs im Kindesalter auf genetische Veränderungen beruhen kann. Die ganze Familie des betroffenen Kindes kann sich auf genetische Faktoren untersuchen lassen , mit dem Ziel, einer möglichen Erkrankung von Geschwistern vorzubeugen.

Außerdem sind die Erkenntnisse wichtig für die Therapie des kranken Kindes. Sie können Nebenwirkungen reduzieren helfen und die Vorsorge verbessern, damit es nicht erneut zu einer schweren Krebserkrankung kommt.

Mit Hilfe der Gelder, die die Foodraising-Party 2020 eingebracht hatte, konnten mehr als 100 Familien in die sogenannte Trio-Studie einbezogen werden. Mit den 30.000 Euro, die nun zur Verfügung stehen, werden die Forscher ihre Erhebungen um einen Inhalt erweitern. Sie wollen auf diese Weise herausfinden, wie sich Chemotherapien auf gesunde Körperzellen auswirken. Das soll negative Begleiterscheinungen künftig besser eindämmen.

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Pro Jahr behandeln Ärzte am Uniklinikum rund 70 Kinder und Jugendliche, die neu an Krebs erkrankt sind, behandelt. Für jede Familie, die in die Studie aufgenommen und untersucht wird, benötigt das Uniklinikum rund 1.000 Euro.

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