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Dresdner Altmarkt könnte barrierefrei werden

Der Platz muss saniert werden. Es gab einen langen Kampf um geschnittenes Pflaster und dessen Mehrkosten. Wie die Lösung dafür aussehen kann.

Seit langem ist bekannt, dass Dresdens Altmarkt saniert werden muss.
Seit langem ist bekannt, dass Dresdens Altmarkt saniert werden muss. © Sven Ellger

Dresden. Der Dresdner Altmarkt ist undicht. In die Tiefgarage dringt Wasser ein, das sich zwischen Pflaster und Decke staut. Auch die Leitungen sind marode. Das Problem ist lange bekannt, nur passiert ist noch nichts. So musste für den Striezelmarkt 2019 eine provisorische Elektroanlage genutzt werden, weil an der alten Kurzschlüsse drohen.

Schon 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, dass der Altmarkt instandgesetzt werden soll. Die CDU hatte damals aber schon auf geschnittenes Pflaster für den gesamten Platz gedrungen. Denn damit ist der Untergrund deutlich ebener und auch rutschfester, somit für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator sowie für Familien mit Kinderwagen deutlich besser begehbar. Selbst Dresdens ehemaliger Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte im Vorjahr den Test im Rollstuhl gemacht und war mehrfach auf dem Altmarkt hängengeblieben.

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Glatteres Pflaster rund drei Millionen Euro teurer

Das Problem: Das geschnittene Pflaster einzubauen ist teurer, als das bisherige zu nutzen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte die Mehrkosten im Stadtrat mit sechs Millionen Euro beziffert. Dennoch votierte der Stadtrat erneut für das teure Pflaster.

Prompt ging der OB in den Widerspruch, weil die Kosten nicht gedeckt seien. Er schlug vor, den Altmarkt jetzt schnell zu sanieren, und später, wenn Geld da ist, das geschnittene Pflaster einzubauen. "Aber das war für uns völlig illusorisch daran zu glauben, dass der Altmarkt zweimal angefasst wird. Uns es wäre auch sinnlos", sagt CDU-Stadtrat Mario Schmidt. Also ging das Thema zurück in den Bauausschuss.

Dort hat sich nun am Mittwochabend ein Kompromiss angedeutet. "Möglich wurde der vor allem durch eine fundierte Variantenuntersuchung des Straßen- und Tiefbauamtes", sagt Mario Schmidt. Die Analyse habe gezeigt, dass der Einbau des glatteren Pflasters rund eine Million Euro geringer sind als zunächst angenommen. "Die Kosten schätzen wir auf rund 9,630 Millionen Euro", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne). Die Mehrkosten von rund 3,92 Mio. Euro würden aus dem Haushalt des STA finanziert. "Wir gehen davon aus, im laufenden Jahr noch Fördermittel für laufende bzw. beginnende Straßenvorhaben zu erhalten, die wir bisher komplett aus städtischen Mitteln finanzieren."

Außerdem habe das STA hat noch einmal intensiv die verschiedenen Möglichkeiten einer Pflasterung geprüft. Weder die Behandlung der Platzfläche mit Kugelstrahlen noch das Schneiden des Altpflasters und dessen Wiedereinbau würden die gewünschte Qualität bringen, so Kühn weiter. Deshalb soll der gesamte Altmarkt mit neuem geschnittenem und gestocktem Material gepflastert werden. Das Altpflaster wird in anderen Stellen wiederverwendet.

Altmarkt soll 2023 fertig sein

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Wenn der Stadtrat dem teuren Pflaster zustimmt, soll das Abdichten der Tiefgarage und der Austausch des Pflasters in zwei Etappen erfolgen. Im nächsten Jahr wird begonnen, dann erhält der Altmarkt eine provisorische Asphaltdecke für den Striezelmarkt 2022. 2023 wird das Projekt barrierefreier Altmarkt fertiggestellt. Die Frühjahrs- und Herbstmärkte sollen während der Bauzeit auf dem Neumarkt stattfinden.

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