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Dresden: Anklage wegen schweren Kindesmissbrauchs

Ein 38-Jähriger soll bei Meißen und auf Usedom 18-mal Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Im Darknet wollte er eine Plattform für Kinderpornos schaffen.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 38-jährigen Deutschen wegen bandenmäßigen Verbreitens kinderpornografischer Schriften und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben.
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 38-jährigen Deutschen wegen bandenmäßigen Verbreitens kinderpornografischer Schriften und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. © Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Dresden. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen einen 38-jährigen Deutschen Anklage zum Landgericht Dresden – Jugendkammer als Jugendschutzgericht – unter anderem wegen bandenmäßigen Verbreitens kinderpornografischer Schriften und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 18 Fällen erhoben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Ihm wird vorgeworfen, von 2010 bis Ende 2014 mit weiteren Bandenmitgliedern ein eigenes kinderpornografisches Forum im Darknet betrieben zu haben. Ziel dessen war die Schaffung einer globalen Plattform für den intensiven und längerfristigen Austausch von kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Über das Darknet sollten Ermittler keinen Zugriff auf das Forum haben.

Außerdem soll der Mann zwischen April 2013 und April 2020 in 18 Fällen in einem Ort bei Meißen und auf der Insel Usedom an zwei sieben und acht Jahre alten Mädchen und zwei weiblichen Babys aus seinem Bekannten- und Freundeskreis sexuelle Handlungen vorgenommen, gefilmt und auf verschiedenen Plattformen im Darknet verbreitet haben.

Festnahme beendet Missbrauchsserie

Der Beschuldigte, der im Darknet verschiedene Nicknames verwendete, konnte nach jahrelangen Ermittlungen im April identifiziert und am 19. Mai festgenommen werden. In die umfangreichen und sehr aufwändigen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes war auch die europäische Polizeibehörde Europol eingebunden.

Diese hat insbesondere den europaweiten polizeilichen Informationsaustausch intensiv unterstützt und maßgeblich zur Identifizierung des Beschuldigten beigetragen. Durch die Festnahme ist es gelungen, eine bis dahin unbekannte, seit Februar laufende Missbrauchsserie zum Nachteil eines achtjährigen Mädchens zu beenden.

Der Beschuldigte hat sich zu den Tatvorwürfen vollumfänglich geständig eingelassen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Das Landgericht Dresden entscheidet nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage. Außerdem bestimmt es einen Termin zur Hauptverhandlung. Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

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