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Dresden: Autofreie Neustadt kommt nicht

Eine Woche sollte die Dresdner Neustadt im Mai autofrei sein. Nun wurde das Verkehrsexperiment abgesagt.

Abgesagt: Die autofreie Woche in der Dresdner Neustadt findet nicht statt.
Abgesagt: Die autofreie Woche in der Dresdner Neustadt findet nicht statt. © Christian Juppe

Dresden. Lange stand das Verkehrsexperiment auf Kippe - Jetzt ist bekannt: Die autofreie Woche in der Dresdner Neustadt findet nicht statt. Das teilte die Stadt Dresden am Montag mit. Das Projekt sollte Fahrzeuge für sieben Tage im Mai aus dem Viertel verbannen. Erst wurde die geplante Woche um ein halbes Jahr verschoben, nun ist sie gänzlich abgesagt. "Die aktuelle Corona-Lage lässt leider keine andere Entscheidung zu", erklären die Organisatoren vom BUND und dem Projekt Zukunftsstadt Dresden.

Die "Woche des guten Lebens" sollte vom 2. bis 9. Mai 2021 zeigen, ob ein Stadtviertel mit weniger Autoverkehr möglich wäre. Angesichts der Pandemie sei es aber nicht verantwortbar, ein Projekt durchzuführen, bei dem mehrere hundert Ehrenamtliche eng zusammenarbeiten müssten, so die Verantwortlichen. Seit mehr als einem Jahr laufen die Vorbereitungen für die Woche des guten Lebens. Lange galt das Projekt als umstritten, die Koordinatoren arbeiteten nach vielen Diskussionen einem gemeinsamen Kompromiss aus, der schlussendlich von der Stadtverwaltung genehmigt wurde.

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Verkehrsberuhigte Bereiche entlang der Louisenstraße waren geplant. Dort hätte man eine Woche lang nur noch in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Parkplätze hätten außerhalb der Kernzone aufgesucht werden müssen.

Ein Hoffnungsschimmer

Der Regionalentwickler Norbert Rost hat das Projekt für die Stadt Dresden von Anfang an begleitet: „Schade, dass die Pandemie das Nachbarschaftsleben aktuell stark einschränkt. Der Geist der "Woche des guten Lebens" wirkt trotz einer 2021er Absage weiter, und dafür kann ich den Engagierten gar nicht genug danken, die sich seit vielen Monaten für die ökologische und soziale Verkehrswende in der Neustadt einsetzen. Sie haben einen wertvollen Impuls für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunftsstadt gesetzt.“ Das Projekt wurde von Anfang an wissenschaftlich vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung begleitet. Die Forschenden halten daran fest, das Projekt bis zum jetzigen Stand auszuwerten.

Einen Hoffnungsschimmer gebe es aber noch: In Abhängigkeit der Infektionsentwicklung plant der BUND eine Freiluftausstellung zum Thema nachhaltige Mobilität am Martin-Lutherplatz. Sie soll zeigen wie der öffentliche Raum als Aufenthaltsort genutzt werden kann und inwiefern emissionsarme Verkehrsmittel eine Alternative darstellen.

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