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Wieder Kinder in Dresden belästigt

Nachdem ein Mann einen Jungen in den Wald locken wollte, fährt die Polizei vermehrt Streife. Das raten Beratungsstellen Eltern und Kindern.

Kinder sollen lernen Nein zu sagen, raten Experten.
Kinder sollen lernen Nein zu sagen, raten Experten. © dpa/Dorothée Barth

Dresden. In Dresden gab es zuletzt wieder mehrere Fälle mit Unbekannten, die Kinder auf der Straße angesprochen oder belästigt haben. Zuletzt zwei Vorfälle Ende Mai.

In Mockritz hatte sich am 27. Mai ein Unbekannter in einem Bus vor einem Mädchen entblößt. Die Zehnjährige stieg an der Haltestelle Rathaus Plauen in den Bus der Linie 63. In Höhe der Haltestelle Babisnauer Straße setzte sich der Täter ihr gegenüber und manipulierte an seinem entblößten Geschlechtsteil, so die Polizei. An der Zschertnitzer Straße stieg der Mann aus.

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Einen zweiten Fall gab es am 25. Mai in Loschwitz. Dort hatte ein unbekannter Mann an der Karpatenstraße einen Jungen angesprochen und in einen Wald locken wollen. Der Unbekannte trat aus einem Waldstück und forderte den Achtjährigen auf mit in den Wald zu kommen. Der Junge lehnte ab und ging weiter. Zu den Motiven des Mannes konnte die Polizei bislang keine Angaben machen. Der Mann hatte helle Haut und sprach Deutsch ohne auffälligen Akzent. Die alarmierten Polizisten suchten das Gebiet ab, konnten den Unbekannten aber nicht mehr antreffen. Im Zusammenhang mit dem Vorfall wird die Polizeidirektion Dresden die Gegend verstärkt bestreifen.

"Kinder brauchen Mut und keine Angst"

Annett Grundmann vom Kinderschutzprojekt Bärenstarker August rät den Eltern als Prävention grundsätzlich immer zuerst das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Diese müssten lernen, dass sie für Erwachsene keine Ansprechpartner sein müssen. "Erwachsene bitten Kinder in der Regel nicht um Hilfe. Deshalb sollte hier immer Vorsicht an erster Stelle stellen", sagt sie. Hierbei würden oft materielle Werte eine nicht uninteressante Rolle spielen. "Kinder haben oft Angst zum Beispiel auf ihren Ranzen zu verzichten, wenn sie schnell wegrennen müssten", erklärt Grundmann.

Die Beratungsstelle BIP für Kinder und Familien in Pieschen rät, es sei wichtig, dass Kinder ganz klar Nein sagen können und dies mit ihnen geübt wird, und dass Kinder das Zutrauen haben, für sich eine Grenze gegenüber fremden Menschen zu ziehen. "Gut ist es, wenn Kinder es schaffen in solchen Situationen laut zu werden, zu schreien - Passanten ansprechen", sagt Elisabeth Malbrich-Nowotny. Diese Themen sollten Eltern mit ihren Kindern zu Hause besprechen. Auch sei es förderlich, wenn in der Schule und im Hort so gearbeitet wird, dass das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt wird. "Kinder brauchen Mut und keine Angst."

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Bis Ende März dieses Jahres zählte die Dresdner Polizei bislang 14 Fälle von verdächtigem Ansprechen von Kindern. Die Beamten sprachen davon, dass sich die Fälle über die ganze Stadt verteilen und nicht einer speziellen Schule oder einem Viertel zuordnen lassen. Im Jahr 2020 wurden der Polizei insgesamt 40 Fälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein, da längst nicht alle Fälle angezeigt werden.

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