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Über 100 Frauen 2020 in Dresden belästigt

Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf der Straße. In der vergangenen Woche gleich zweimal. Das sagt die Statistik zu Belästigungen gegenüber Frauen.

Auch an Bahnsteigen und in Zügen und Straßenbahnen kommt es häufig zur sexuellen Belästigung von Frauen.
Auch an Bahnsteigen und in Zügen und Straßenbahnen kommt es häufig zur sexuellen Belästigung von Frauen. © Symbolbild: Christian Juppe

Dresden. Es passiert immer wieder in Dresden. Erst am Sonntagabend hat ein Unbekannter eine Frau auf der Straße Plauenscher Ring in Dresden belästigt. Die 27-Jährige wartete an der Haltestelle Kaitzer Straße auf den Bus, als sich der Mann neben sie stellte und an seinem Geschlechtsteil manipulierte. Als die Frau kurz darauf zum Bus ging, fasste ihr der Täter unter den Rock, so die Polizei. Danach entfernte er sich in unbekannte Richtung.

Fünf Tage vorher ein ähnlicher Fall. Am vergangenen Mittwoch ist eine 20-jährige Frau von einem Unbekannten in einer Straßenbahn belästigt worden. Die Frau war mit einer Bahn der Linie 42 in Richtung Pennrich unterwegs. Zwischen den Haltestellen Amalie-Dietrich-Platz und Merianplatz stellte sich ein Mann neben sie, sprach sie an und manipulierte an seinem Geschlechtsteil. Als er Anstalten machte die Hose zu öffnen, wies ihn eine weitere Frau zurecht und kündigte an die Polizei zu rufen. Er verließ daraufhin am Merianplatz die Straßenbahn.

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Und das sind längst nicht die einzigen Fälle. Polizeisprecher Marko Laske spricht von neun betroffenen Frauen in 2021 und im Jahr 2020 wurden in Dresden insgesamt 124 Frauen Opfer einer sexuellen Belästigung.

Die meisten Fälle - 16 - seien im November 2020 festgestellt worden, so Laske. Ähnliche Zahlen wurden in den Monaten Februar, September und Oktober 2020 registriert. "Mit insgesamt 44 von 121 Fällen fielen 36,4 Prozent der registrierten Straftaten auf einen Freitag oder Samstag", sagt Laske.

Äußere Neustadt am häufigsten betroffen

Hinsichtlich der Uhrzeit sei eine leichte Häufung in den späten Nachmittag- bis Abendstunden erkennbar. Allerdings ist diese nicht so stark ausgeprägt, dass von einer Konzentration gesprochen werden kann. Für das Jahr 2021 ist eine ähnliche Tendenz erkennbar.

Sexuelle Belästigung findet sowohl im öffentlichen Raum als auch in Wohnungen statt. Im Jahr 2020 war die Äußere Neustadt mit elf registrierten Fällen im Vergleich zu anderen Ortsteilen am häufigsten betroffen. Die verbleibenden 110 Fälle verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet. "Da es sich bei den elf Treffern aber gerade einmal um 9,1 Prozent der registrierten Fälle handelt, kann auch hier nicht von einer übermäßigen Konzentration gesprochen werden", betont der Sprecher.

Frauen, die Opfer einer sexuellen Belästigung wurden, sollten dies grundsätzlich der Polizei melden. Insbesondere eine schnelle Information gibt der Polizei die Möglichkeit, umgehend nach dem Tatverdächtigen zu suchen und diesen bestenfalls dingfest zu machen. Betroffene könnten sich auch an Opferschutzvereine wenden, die in diesen Fällen über spezielle Beratungsangebote verfügen, so Laske.

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