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Dresdner Gastronomen bleiben bei 3-G

Wirte können nur noch Geimpften und Genesenen Eintritt gewähren, wenn sie das möchten. Warum das kaum jemand umsetzt.

Moyd Karrum ist Geschäftsführer des Dresdner Carolaschlösschens.
Moyd Karrum ist Geschäftsführer des Dresdner Carolaschlösschens. © Marion Doering

Dresden. Ungeimpfte und ungenesene Dresdner sollen nicht von vornherein aus Gaststätten ausgesperrt werden. Viel mehr überlässt es die sächsische Landesregierung den Betreibern, zu entscheiden, ob bei ihnen die 3-G-Regel oder doch die strengere 2-G-Regel zur Anwendung kommt. Doch die meisten Gastronomen bleiben bei 3-G.

Was sagen die Dresdner Wirte?

Die meisten Dresdner Wirte kämpfen immer noch mit den Nachwehen der Pandemie: kaum bis kein Umsatz während des Lockdowns und Personalsorgen. Daher bleiben die meisten bei dem Zugang für alle Dresdner.

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2G wird immer wichtiger. Was machen Genesene, die nur eine Impfung benötigen, Apps aber zwei Impfungen verlangen? Die City-Apotheken Dresden haben die Lösung.

Das Dresdner Carolaschlösschen bleibt bei der 3-G-Regel. "Wir wollen niemanden ausschließen und haben auch spontane Besucher", sagt Chef Moyd Karrum. Diese haben vielleicht nicht immer ihren Impfausweis dabei, wie beim Joggen. Er will auch beim Testcentrum bleiben, dass er in seinem Haus betreibt, um den Kunden gleich vor Ort die Chance auf einen Test zu lassen.

Das Wenzel bleibt in seinen Lokalen am Postplatz und auf der Königstraße bei 3G. "Wir wollen niemanden ausgrenzen und finden es mit 3G sicher genug", sagt Sprecherin Viktoria Franke. Die Unsicherheiten der Menschen über die Corona-Regeln seien ohnehin schon groß genug. Auch das Schmidts in Hellerau bleibt bei 3G, da es sonst „nicht wirtschaftlich wäre“, sagt Chef Olaf Kranz.

Delizia-Wirtin Ina Giuffrida bleibt auch bei 3G. "Wir können es uns nach so vielen Monaten Schließzeit einfach nicht leisten, Gäste auszuschließen und ungeimpftes Personal zu entlassen." So sieht das auch Ralph Krause, der unter anderem das Blumenau in der Neustadt und das Rauschenbach in der Weißen Gasse betreibt.

Thomas Gaier, Chef vom Schloss Eckberg, könnte sich hingegen die Einführung von 2G zwar gut vorstellen. Aber: "Das Problem ist, was mache ich mit ungeimpftem Personal?" Also bleibt auch er erstmal bei 3G. Backhaus-Chefin Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller sagt: Da wir mehr Einzelhandel beziehungsweise Lebensmittelhandel als Gastronomie sind, bleiben wir bei 3G, denn es ist ja ziemlich unverständlich, weshalb man an der Theke ohne Prüfung einkaufen kann, aber dann drei Meter weiter nur noch mit 2G."

Welche Testregeln gelten jetzt?

Ob sie nur Geimpfte und Genesene hineinlassen, oder auch Getestete, dürfen zum Beispiel Wirte für ihre Gaststuben entscheiden. Ausnahmen gelten nur für Kinder bis 15 Jahre. Sie müssten keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis erbringen.

Grundsätzlich sind Kinder unter sechs Jahren oder die, die noch nicht eingeschult wurden, sowie Geimpfte oder Genesene von der Testpflicht ausgenommen.

Laut Gesundheitsamt sind die Wirte im Innenraum ihre Lokale zur Kontrolle des Nachweises über geimpft, genesen oder getestet verpflichtet. Das gleiche gilt für das „2G-Modell“. Ausnahmen auch hier für Kinder, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie können auch ohne Nachweis des Impf- oder Genesenenstatus teilnehmen.

Genügt für den Zugang eine Testbescheinigung kann diese wie folgt nachgewiesen werden: Bei Formular aus dem Testzentren oder per App. Ebenso ist ein Ausdruck oder eine E-Mail mit dem Nachweis einer PCR-bestätigten Corona-Infektion, die mindestens 28 Tage und nicht länger als sechs Monate zurückliegt, zusammen mit einem Personaldokument gültig, so die Stadt.
Mit Blick auf den Nachweis per Impfung wird darauf hingewiesen, dass seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sein müssen. Einmalig Geimpfte, die eine PCR-bestätigte Infektion hinter sich haben – unabhängig davon, wann diese nachgewiesen wurde – können die Erleichterungen ebenfalls in Anspruch nehmen und gelten im Sinne der Verordnung als „vollständig geimpft“. Der Nachweis erfolgt über den gelben Impfpass, über die Bescheinigung der Apotheke oder mittels elektronischem Nachweis durch die CovPass-App oder die Corona-Warn-App. Um Fälschungen vorzubeugen, haben die Wirte die Möglichkeit, über eine Prüf-App – wie beispielsweise die CovPassCheck-App – den Nachweis zu scannen und zu verifizieren.

Der jeweilige Nachweis, ganz gleich ob es sich um eine Testbescheinigung, einen Impf- oder Genesenennachweis handelt, muss vor Zutritt zwingend im Original vorgezeigt und mit einem amtlichen Ausweispapier abgeglichen werden.

Was haben die Wirte von der 2-G-Regel?

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Weniger Kundschaft, könnte man meinen. Doch wer nur Geimpfte und Genesene hineinlässt, erspart seinen Gästen die Maskenpflicht, die Abstandsregel sowie sämtliche Kapazitätsbeschränkungen. Im Gegenzug sind sie dafür verantwortlich, die Nachweise ihrer Kundschaft zu kontrollieren, bevor diese die Einrichtung betreten.

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