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Großaufträge für zwei Dresdner Dampfer

Die Werftzeit ist fast zu Ende für die Weiße Flotte. Wie die Schiffe verjüngt wurden und warum sich Dampferfans mit Tickets aus dem Vorjahr freuen dürfen.

Das Salonschiff "August der Starke" ist noch in Laubegast. Werftmitarbeiter Philipp Seidel erledigt Schleifarbeiten.
Das Salonschiff "August der Starke" ist noch in Laubegast. Werftmitarbeiter Philipp Seidel erledigt Schleifarbeiten. © Marion Doering

Dresden. Es könnte längst losgegangen sein. Das Wetter passt, die Schiffe sind erneuert, fast alle jedenfalls, und die Mannschaften wollen aus der Kurzarbeit zurück zum normalen Arbeitsalltag. Auch das Buchungsgeschäft für Gruppen, die Reiseanbieter auf eine Elbetour schicken wollen, läuft. Stefan Bloch, Geschäftsführer der Weiße Flotte Sachsen GmbH, sagt: "Dazu gehen täglich Anfragen bei uns ein."

Nur buchen können die Reiseanbieter noch nicht. "Wir übermitteln derzeit immer unsere geplanten Fahrten mit dem Verweis auf die politischen Vorgaben." Also mit Verweis auf den Lockdown, Inzidenzen, Corona-Schutzregeln und Hygienebestimmungen. Von einem wirklichen Buchungsgeschäft könne man deshalb noch nicht sprechen.

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Doch dieses Jahr soll Corona nicht wieder die Dampfer-Bilanz verderben. Die neuen Verantwortlichen der Flotte Stefan Bloch und Robert Straubhaar planen vor und haben Neues und Traditionelles in den Jahreskalender für die Flotte eingetragen.

Neu sind verschiedene Veranstaltungsfahrten, bei denen die Kunden mit dem Fahrschein für das Schiff auch besondere Erlebnisse an Bord buchen. Beispiele: Eine Ostertour, eine Hafenfahrt und Tanztee auf einem Schiff sind im April geplant. Vier Veranstaltungen stehen für diesen Monat im Kalender.

Im Mai sind es deutlich mehr. 25 Veranstaltungstouren finden sich im Programm der Flotte allein für den "Wonnemonat", darunter mehrere Musiktouren für Popfans, Jazzliebhaber und Klassikhörer, aber auch Schlager kann man im Mai auf einem Dampfer erleben.

Parade-Tickets aus 2020 gelten weiter

Die vielleicht wichtigste Mai-Tour soll aber gleich am Monatsanfang stattfinden: die Flottenparade zum Saisonauftakt. Der 1. Mai ist dafür das Datum und im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Parade wegen Corona nicht stattfinden konnte, gehen die Verantwortlichen der Flotte derzeit davon aus, dass es 2021 wieder klappt. "Wir rechnen fest mit unserer Parade in diesem Jahr", sagt Bloch.

Der Ticketverkauf werde aber noch nicht angekurbelt. Schließlich gebe es einen "Überhang" aus dem vergangenen Jahr und so viele Kunden wie möglich, die damals einen Fahrschein für die Parade gekauft haben, sollen nun 2021 in den Genuss der Auftakttour kommen. Sollte es am 1. Mai 2021 nicht klappen, dann stünden als Ausweichvarianten die Paraden zum Dampfschiff-Fest im August und das "Abdampfen" am 31. Oktober als Alternativen zur Wahl.

Am Bug vom Salonschiff "August der Starke" müssen noch neue Bodenplatten eingesetzt werden.
Am Bug vom Salonschiff "August der Starke" müssen noch neue Bodenplatten eingesetzt werden. © Marion Doering
Dem Dampfer Wehlen fehlt derzeit nicht nur der charakteristische Namensschiftzug.
Dem Dampfer Wehlen fehlt derzeit nicht nur der charakteristische Namensschiftzug. © Marion Doering
Auf dem Dampfer Krippen wird an der Küche gebaut. Marcel Wieland von der Chromplan GmbH hat eine neue Dunstabzugshaube geliefert.
Auf dem Dampfer Krippen wird an der Küche gebaut. Marcel Wieland von der Chromplan GmbH hat eine neue Dunstabzugshaube geliefert. © Marion Doering
An der langen weißen Wand soll die Dunstabzugshaube montiert werden.
An der langen weißen Wand soll die Dunstabzugshaube montiert werden. © Marion Doering

Während die Pläne fertig sind, wird an drei Schiffen noch gearbeitet. Auf der Werft musste in diesem Winter am Salonschiff "August der Starke" besonders energisch Hand angelegt werden. Das Schiff ist in der vergangenen Saison über den Elbegrund geschrammt, ein Teil des Unterbodens war jetzt verrostet und musste ausgetauscht werden. Es handelte sich um eine 60 Quadratmeter große Fläche.

Großaufträge haben die Mitarbeiter der Flotte auch an den Dampfern Krippen und Wehlen abgearbeitet. Auf beiden wurden die Küchen umgebaut. "Das war dringend nötig", sagt Stefan Bloch, der vor seiner Arbeit als Geschäftsführer der Dresdner Flotte vor allem in Sachen Schiffsgastronomie unterwegs war. Beide Dampfer haben einen neuen Küchenfußboden bekommen, die "Wehlen" dazu eine Verjüngungskur im Schiffskiosk.

Saisonauftakt zu Ostern?

Holzarbeiten an den Sitzbänken waren bei allen Schiffen nötig, die im Winter in Laubegast waren. Dazu gehören auch die zwei größten Dampfer "Dresden" und "Leipzig". Auch mit Farbe musste an allen Schiffen gearbeitet werden, und damit die Datenelektronik überall perfekt funktioniert, wurden auch neue Kabel gezogen.

Neben dem Salonschiff und den zwei Dampfern liegen zurzeit noch zwei Anleger-Pontons in Laubegast im Trockenen. Sie mussten ebenfalls erneuert werden, bevor sie wieder ins Wasser dürfen und an ihre Positionen geschleppt werden.

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