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Um Waldbrände zu überblicken: Dresdner Feuerwehr hat jetzt schnellen Zugriff auf Drohnen

Seit drei Jahren unterstützt die Dresdner Drohnenstaffel die Feuerwehr, unter anderem beim Brand in der Sächsischen Schweiz 2022. Jetzt wird die Zusammenarbeit verstärkt.

Von Connor Endt
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David Stelzig (v.) lenkt eine Drohne, während Jeffrey Hänsel im Einsatzfahrzeug den Einsatz überwacht. Die ASB-Drohnenstaffel hilft der Dresdner Feuerwehr.
David Stelzig (v.) lenkt eine Drohne, während Jeffrey Hänsel im Einsatzfahrzeug den Einsatz überwacht. Die ASB-Drohnenstaffel hilft der Dresdner Feuerwehr. © Sven Ellger

Dresden. Es klingt so, als würden wütende Insekten über dem Dresdner Stadtteil Gorbitz ihre Runden drehen. Dabei sind es zwei Drohnen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), die gerade gestartet sind. Drohnenpilot David Stelzig steuert eine der Drohnen, lässt sie über seinem Kopf in der Luft verharren, landet sie dann sicher zwischen vier aufgestellten Pylonen auf dem mobilen Landeplatz.

Seit drei Jahren hilft die Dresdner Drohnenstaffel der Feuerwehr ehrenamtlich bei ihren Einsätzen. Bei den Großbränden in der Sächsischen Schweiz lieferten Drohnen aus der Luft die entscheidenden Bilder, um die Lage zu überschauen und Einsätze zu planen. "Die Drohnenstaffel war der Schlüssel zum Erfolg", sagt Michael Katzsch vom Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamt.

Das ändert sich für die Drohnenstaffel

Nach drei Jahren Einsatz wird die Zusammenarbeit zwischen Drohnenstaffel und Feuerwehr jetzt amtlich. Am vergangenen Mittwoch wurde die Staffel als taktische Einheit in den Katastrophenschutz der Stadt Dresden integriert. Für die Drohnenpiloten ändern sich damit mehrere Dinge.

Künftig kann die Regionalleitstelle in Dresden die Drohnenstaffel direkt zu Einsatzorten entsenden. Die Drohnenpiloten besitzen jetzt ein offizielles Funkgerät, über das sie die Leitstelle jederzeit kontaktieren können. Außerdem kann die Leitstelle die Drohnenstaffel künftig bei ihren Einsätzen orten. Zudem darf die Drohnenstaffel ab sofort mit einem Blaulicht zum Einsatz fahren.

Diese Drohne kann 35 Minuten lang durch die Luft fliegen.
Diese Drohne kann 35 Minuten lang durch die Luft fliegen. © Sven Ellger

Wenn ein Drohnenpilot künftig zum Einsatz gerufen wird und seine reguläre Arbeit unterbrechen muss, kann der Arbeitgeber die versäumte Arbeitszeit bei der Feuerwehr abrechnen. Diese Arbeitgeberentschädigung ist bei der Freiwilligen Feuerwehr bereits seit Jahren etabliert. Jetzt gilt sie auch für die rund 20 Drohnenpiloten, die alle ehrenamtlich für den ASB arbeiten.

Die Drohnen kreisen nachts, wenn Helikopter nicht fliegen können

David Stelzig ist seit drei Jahren Drohnenpilot. "Mit sechs Jahren habe ich angefangen, Modellflugzeuge zu fliegen", sagt er. "Hier in Dresden habe ich einen Ort gesucht, an dem ich weiterhin fliegen kann."

Er stieß auf den ASB, der gerade eine eigene Drohnenstaffel aufbaut und nach Piloten sucht. "In Riesa habe ich bereits beim ASB in der Wasserrettung gearbeitet", sagt der 22-Jährige. "Deshalb kannte ich den ASB schon und habe da mal vorbeigeschaut."

Stelzig ist geblieben und hat gelernt, wie man die gut acht Kilogramm schweren Drohnen fliegt. Er war dabei, als die Sächsische Schweiz brannte, koordinierte dort als Abschnittsleiter die Absprache mit der Feuerwehr. Die Drohnen seiner Mitstreiter kreisten nachts über den Bäume, wenn die Helikopter nicht fliegen konnten. Mit Wärmekameras konnten sie trotz Dunkelheit Brandherde ermitteln und Abwurfziele für die Löschhubschrauber bestimmen.

"Das einsatzreiche vergangene Jahr hat gezeigt, wie wertvoll die taktische Unterstützung aus der Luft ist", sagt Michael Katzsch. "Wir stellen uns zukunftsfähig, indem wir die Drohnenstaffel als Katastrophenschutzeinheit in Dresden aufnehmen."

Er hoffe natürlich nicht, dass es dieses Jahr wieder zu ähnlichen Großbränden komme. "Aber wenn doch, dann sind wir mit der Drohnenstaffel technisch gut aufgestellt und vorbereitet."