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Ein neues Stadtteilhaus für Dresden

Der Treff in der Johannstadt soll umziehen. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, aber auch Probleme.

So soll das neue Stadtteilhaus Johannstadt aussehen.
So soll das neue Stadtteilhaus Johannstadt aussehen. © AKLI L10 und Jordan Balzer Schub

Dresden. Bis zum Sommer 2025 soll es stehen, das neue Johannstädter Stadtteilhaus, so ist zumindest der Plan. Fünf Millionen Euro gibt es dafür aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt" von Land und Bund. Der bisherige Kulturtreff auf der Elisenstraße 35 lässt sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll erneuern, deshalb soll das neue Zentrum an der Pfeifferhansstraße gebaut werden, hinter dem Aldi-Gebäude.

Wie es aussehen soll, haben die Planer von der Architektenkooperation AKLI L10, Jordan Balzer Schubert Architekten und der Storch Landschaftsarchitektur nun der Gestaltungskommission vorgestellt.

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Was soll gebaut werden?

Geplant sind zwei Baukörper, die mit einem und zwei Stockwerken relativ flach sind und in der Mitte über eine Treppe im Neubau verbunden werden, sagt Architekt Rico Schubert, der das Projekt vorgestellt hat. Der Clou: eine große Treppe, die auf das begrünte Flachdach des kleineren Teils führt. Sie und der Dachgarten sollen künftig allen Nutzern und auch den Anwohnern offenstehen. Die Übergänge zur öffentlichen Freifläche sollen fließend sein.

Unter der Treppe zwischen beiden Gebäudeteilen ist ein öffentliches WC vorgesehen. Die Fassade soll robust und langlebig sein, aus Ziegeln und Sichtbeton.

Auch die Blumenstraße soll zwischen Pfeifferhansstraße und dem anderen Ende kurz vor dem Bönischplatz wiedererstehen. Heute ist sie durch ein Hochhaus abgeschnitten. Sie bietet künftig Stellplätze und dient zur Anlieferung der zwei Märkte und eines Hochhauses. Vor dem Stadtteilhaus soll sie jedoch einen Platzcharakter haben.

Wer soll einziehen?

Es gibt mehrere Nutzer, die auch unterschiedliche Ansprüche an das Gebäude haben. Das sind der Johannstädter Kulturtreff, der Kindertreff JoJo, der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Dresden, der Ausländerrat Dresden und der Stadtteilverein Johannstadt. In die Planung für das neue Haus wurden sie nach Angaben der Stadt intensiv einbezogen.

Doch nicht nur diesen Vereinen soll das Stadtteilhaus künftig offenstehen, es soll auch Angebote für die Bewohner der Johannstadt bieten und so das Zusammenleben bereichern.

Darüber hinaus wird es Bereiche geben, die für bestimmte Anlässe vermietet werden können, wie die Dachterrasse oder der Mehrzweckraum im Innern, sagt Rico Schubert.

Welche Probleme könnten entstehen?

Die Fläche, auf der das Stadtteilhaus gebaut wird, ist heute ein Parkplatz. Auf ihm finden rund 100 Autos Platz. Fallen die weg, haben die Anwohner große Probleme, Alternativen zu finden, denn Stellplätze sind in der Johannstadt mit den vielen Hochhäusern rar. Dafür muss die Stadt Lösungen anbieten, sagt Grünen Stadtrat Thomas Löser, der selbst in der Nachbarschaft wohnt. Außerdem sei es wichtig, dass die Freifläche des Stadtteilhauses öffentlich nutzbar wird, denn der Bauplatz ist jetzt noch eine der wenigen Grünflächen im Areal.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Stefan Szuggat, sagte, dass man sich zu weiteren Parkmöglichkeiten mit den großen Vermietern WGJ und Vonovia in Gesprächen befinde, um Lösungen für die Stellplatzfrage zu finden.

Auf der Fläche des heutigen Parkplatzes soll gebaut werden. Problem: Rund 100 Parkflächen fallen damit weg.
Auf der Fläche des heutigen Parkplatzes soll gebaut werden. Problem: Rund 100 Parkflächen fallen damit weg. © Marion Doering

So schön die Dachterrasse auch sei, auf der große Bäume stehen sollen, sie könnte auch dazu führen, dass sich hier Nutzer finden, die sie bis spät in die Nacht lautstark belagern, gab Ole Flemming, ein Mitglied der Gestaltungskommission, als zweiten Knackpunkt zu bedenken. Auch Thomas Löser und Freie-Wähler-Stadtrat Torsten Nitzsche baten um eine Gestaltung, unter der die Anwohner nicht leiden sollen.

Dies wolle man über Schließzeiten erreichen, sagt Architekt Schubert. Ab 22 Uhr soll es nicht mehr möglich sein, auf die Terrasse zu gelangen.

Könnte ein schöner Treffpunkt werden. Die Treppe des Stadtteilhauses. Damit könten sich jedoch auch Lärmprobleme ergeben.
Könnte ein schöner Treffpunkt werden. Die Treppe des Stadtteilhauses. Damit könten sich jedoch auch Lärmprobleme ergeben. © AKLI L10 und Jordan Balzer Schub

Welche Hinweise gab es für das Projekt?

Enttäuscht zeigte sich Barbara Hutter aus der Gestaltungskommission über die Gestaltung der neu entstehenden Blumenstraße. "Wir bauen heute mit großem Aufwand bestehende Straßenräume um, damit sie vielseitig nutzbar sind. Aber sie planen hier eine ganz konventionelle Straße. Welchen Charakter soll denn die Blumenstraße haben", fragte sie Landschaftsarchitektin.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes erklärte, dass die Straße vor allem auch für die Anlieferung der Lebensmittelmärkte notwendig sei und überdies einige Parkplätze kompensieren soll. Über den Platzcharakter vor dem Stadtteilhaus müsse man sich noch einmal Gedanken machen. SPD-Stadtrat Stefan Engel kritisierte die etwas eintönige und geschlossene Fassade zur Nordseite. Die sei aber nötig, da man im Innern auch Tanz- und Musikveranstaltungen anbieten will und den Lärm zur Nachbarschaft vermeiden will, sagte Rico Schubert. "Wir sind aber erst in der Variantenuntersuchung und nehmen ihre Anregungen gern mit."

Eine Möglichkeit zur Aufstockung des Gebäudes, wie sie Stefan Szuggat angefragt hatte, gibt es aber nicht, sagt Schubert. Dafür wäre ein zweiter Rettungsweg nötig. Mit höheren Gebäuden würde man auch die Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden nicht mehr einhalten können.

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Auch die Dresdner, vor allem die Anwohner, können sich an der Gestaltung des Hauses beteiligen. Am Freitag, dem 26. Februar, gibt es von 18 bis 20 Uhr eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Planungsstand als Livestream und Liveübertragung im Dresden Fernsehen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, ihre Fragen zum Projekt live via Chat oder per Telefon sowie vorab per E-Mail oder Telefon zu stellen. Die Kontaktdaten werden rechtzeitig auf der Internetseite der Stadt unter dem Stichwort Stadtraum bekannt gegeben. Im Punkt "Planen & Bauen" sind dort bei "Stadtentwicklung Planung und Erneuerung" Einzelheiten zum Stadtteilhaus Johannstadt zu finden.

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