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Elbe in Dresden kann Alarmstufe 1 erreichen

Regen in Tschechien hat den Wasserstand deutlich steigen lassen. Was das für die Stadt Dresden bedeutet und wie es weitergeht.

Die Elbe - hier an der Prießnitzmündung in Dresden - könnte den Pegel für Hochwasser-Alarmstufe 1 erreichen.
Die Elbe - hier an der Prießnitzmündung in Dresden - könnte den Pegel für Hochwasser-Alarmstufe 1 erreichen. © Christian Juppe

Dresden. Seit etwa vier Tagen regnet es in Dresden immer wieder oder auch mal stundenlang. Das gilt auch für das Umland bis nach Tschechien hinein. Der Wasserstand der Elbe ist deshalb deutlich gestiegen. Am Freitagmorgen stand er bei reichlich drei Metern. Er soll weiter klettern, meldet die Stadt, und er könnte am Wochenende dabei die Marke für die Hochwasser-Alarmstufe 1 erreichen. Diese Marke liegt bei vier Metern. Doch die Stadt wird keinen Alarm ausrufen, kündigt das Rathaus an.  „Unter Beachtung der Entwicklung in Tschechien ist dies verzichtbar“, sagt Umweltamtsleiter Wolfgang Socher. „Ein weiterer Anstieg des Wasserstands nach dem Wochenende ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.“

Regnet es in Dresden, hat das kaum Einfluss auf den Wasserstand der Elbe in der Landeshauptstadt. Das viele Wasser kommt aus Tschechien. Ein Mittelmeer-Tief hat laut der Stadtverwaltung für ergiebigen Niederschlag im Einzugsgebiet der Elbe gesorgt. Die Pegel von Nebenflüssen vor allem links der Elbe seien deshalb deutlich gestiegen. Das betraf in Tschechien gleich mehrere Flüsse der Elbe, zum Beispiel der Novohradka und der Chrudimka. Diese zwei Flüsse befinden sich südlich von Hradec Králové (Königgrätz) im Vorland des Riesengebirges. Für die tschechischen Kreise Liberec, Hradec Králové und Pardubice sei die höchste Hochwasser-Alarmstufe ausgelöst worden, teilt die Stadtverwaltung mit. Inzwischen sei der höchste Wasserstand erreich worden, die Pegel fallen wieder und die Moldau sei kaum betroffen.

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Der Elbepegel sorgt dafür, dass sich das Wasser in die Prießnitz zurückstaut.
Der Elbepegel sorgt dafür, dass sich das Wasser in die Prießnitz zurückstaut. ©  Christian Juppe

In Dresden hat der steigende Wasserstand der Elbe dazu geführt, dass Teile des Elberadwegs und einige ufernahe Parkplätze nicht genutzt werden können. Verkehrseinschränkungen oder gar Straßensperrungen seien nicht zu erwarten, so die Verantwortlichen aus dem Rathaus.

In den kommenden Tagen wird der Regen nachlassen, sagt Thomas Hain, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Das heißt aber nicht, dass sich jetzt gleich wieder die Sonne zeigt. "Solange die Nordströmung anhält, ist nicht all zu viel zu retten", liest Hain aus seinen Wetterkarten. Am Sonnabendnachmittag und am Sonntagvormittag könnte sich die Sonne demnach kurz zeigen und ab Sonntag wird es langsam wieder wärmer. Dafür sorgt ein "relativ kräftiger Westwind".

Warm wird es Hain zufolge aber erst in der kommenden Woche wieder, voraussichtlich am Donnerstag. Dann könnte vielleicht sogar die 20 Grad-Marke erreicht werden. Von Goldenem Oktober will der Wetterfachmann aber nicht reden. "Die Sonne fehlt, sie zeigt sich nur immer mal", sagt Hain.

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Trotz der kühlen und regnerischen Tage in dieser Woche war der Oktober bisher wärmer als der Monatsmittelwert erwarten lässt. Er liegt in Klotzsche bei 9,8 Grad. Die erste Oktoberhälfte war im Schnitt 1,5 Grad wärmer. Beim Regen hat Dresden aber jetzt schon genug für den gesamten Monat. 45,1 Liter pro Quadratmeter sind im Oktober normal, in Klotzsche waren es bisher 69,5 Liter. Ein Rekordmonat wird er deshalb aber noch lange nicht, meint Hain. Zum Vergleich: Im Oktober 1974 fielen in Dresden 160 Liter Regen pro Quadratmeter.

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