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Dresden erwartet 700 neue Flüchtlinge

Trotz Coronakrise kommen die Menschen in die Stadt. Woher sie stammen und wie hoch die Kosten 2020 waren.

Viele Flüchtlinge kommen aus dem Irak oder aus Syrien.
Viele Flüchtlinge kommen aus dem Irak oder aus Syrien. © dpa

Dresden. Die Corona-Pandemie ist das beherrschende Thema. Doch auch Krieg, Hunger, Armut und politische Verfolgung sind längst als große Probleme nicht verschwunden. Davor fliehen Hunderte Menschen, auch nach Dresden. So ist die aktuelle Situation in der Stadt.

Wie viele Flüchtlinge sind 2021 neu nach Dresden gekommen?

Bis Mitte März wurden dieses Jahr in den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen 358 Geflüchtete neu registriert, so die zuständige Landesdirektion. Viele kamen aus Syrien, Tunesien, Irak, Libyen, Libanon und Vietnam. Vom 1. Januar bis zum 28. Februar 2021 hat die Landesdirektion 51 Personen, davon 22 Frauen und vier Kinder an die Stadt zur Unterbringung in städtischen Wohnungen und Heimen zugewiesen, so das Sozialamt.

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Für das ganze Jahr 2021 wird laut Stadt mit 700 neuen Flüchtlingen gerechnet. 2020 waren es insgesamt 592 Menschen, davon 141 Frauen und 173 Kinder.

Wie viele Wohnungen und Heime sind belegt und wie viele noch frei ?

Zurzeit hat die Stadt in den Heimen 2.167 freie Plätze zur Unterbringung von Geflüchteten, in den Wohnungen sind es 707. Noch frei sind rund 100 Plätze. In den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen sind aktuell 435 Menschen untergebracht. Personen belegt.

Wie hoch sind die Kosten für die Betreuung und Unterbringung?

Für 2020 fielen 35,4 Millionen Euro für die Unterbringung, Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge an, so das Sozialamt. Darin enthalten sind auch Kosten für den Wachschutz in den Heimen und die integrativen Maßnahmen. Für 2021 rechnet die Stadt mit der gleichen Summe.

Gibt es Schulunterricht für die Kinder?

In den Einrichtungen auf der Hamburger und Bremer Straße werden unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen Freizeitaktivitäten angeboten, so die Landesdirektion. Denn im Oktober waren die Flüchtlingsunterkünfte neben Schulen, Kitas und Pflegeheimen Hotspots der Pandemie in der Stadt. Zwischenzeitlich waren in den Dresdner Aufnahmeeinrichtungen 30 positiv auf Corona getestete Personen – 11 in der Hamburger Straße und 19 in der Bremer Straße.

Die Kinderbetreuung sowie das lang erkämpfte Bildungsangebot für die Schulkinder findet, soweit wie möglich, weiterhin in sehr kleinen Gruppen unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen statt. Den Unterricht an den Dresdner Schulen dürfen die Flüchtlingskinder nicht besuchen. Soweit es keine Quarantäne für Familien, sonstige ansteckende Krankheiten, Einhaltung der Hygieneregeln findet das Lernangebot auch während des aktuellen Lockdowns statt.

Die Lerngruppengröße wurde zur Einhaltung der Abstandsregeln reduziert. Ausfälle des Lernangebotes werden durch Hausaufgaben ersetzt werden, so Wöller.

Wie selten die Schulkinder in den Dresdner Heimen tatsächlich von September bis Dezember 2020 beschult wurden, geht aus der Antwort von Innenminister Wöller auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneter Nagel hervor. So seien die 32 Kinder nur zwei Tage im vierten Quartal in Deutsch und Mathe unterrichtet worden.

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