merken
PLUS Dresden

Diese Dresdner Schulen sind besonders gefragt

Nicht alle Fünftklässler dürfen ab September an ihrer Wunschschule in Dresden lernen. Aber wie funktioniert die Auswahl?

Nicht alle Dresdner Oberschulen und Gymnasien können ab September der Nachfrage gerecht werden. Viele Schüler werden deshalb an eine andere Schule geschickt.
Nicht alle Dresdner Oberschulen und Gymnasien können ab September der Nachfrage gerecht werden. Viele Schüler werden deshalb an eine andere Schule geschickt. © dpa/Philipp von Dittfurth (Symbolbild)

Dresden. Die Briefe sind da: Dresdens Schulleiter haben tausenden Familien mitgeteilt, ob ihre Kinder einen Platz an der Wunsch-Oberschule oder am Wunsch-Gymnasium bekommen haben. Bei knapp 400 Kindern dürfte die Enttäuschung groß sein: Sie müssen mangels Plätzen ab September eine Schule besuchen, die nicht ihre erste Wahl war. Das teilt das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) auf SZ-Anfrage mit. An welchen Schulen wie viele Kinder aufgenommen werden, nach welchen Kriterien entschieden wurde, und was Eltern nun unternehmen können, wenn sie nicht einverstanden sind - das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Schulen können nicht alle angemeldeten Kinder aufnehmen?

Dresdens begehrteste Oberschule ist diesmal die 66. Oberschule in Leuben. Von den 130 dort angemeldeten Kindern sind laut Lasub nur 53 angenommen worden. Die Schule startet mit zwei fünften Klassen in das neue Schuljahr - auch wenn es locker für fünf Züge gereicht hätte. In einer ähnlichen Lage befinden sich neun andere Schulen. Auch dort reichen die Plätze ab September nicht aus, um alle Kandidaten aufzunehmen. Insgesamt werden - Stand jetzt - 262 Kinder umgelenkt an eine andere Oberschule

Anzeige
Erfrischung für jeden Geschmack
Erfrischung für jeden Geschmack

Mit Armaturen der Firma Quooker fließt das Wasser auf Wunsch heiß, kalt, mit Sprudel oder ohne. Im Küchenzentrum Dresden berät man gern dazu.

Sieht es bei den Gymnasien genauso aus?

Nein, an den Dresdner Gymnasien übersteigt die Nachfrage das Angebot nicht in diesem Maße. Dort haben 137 Kinder eine Absage von ihrer Wunschschule erhalten. An vorderster Stelle steht wieder einmal das Gymnasium Pieschen. Dort hätten gern 211 Fünftklässler ab dem kommenden Schuljahr gelernt. Doch lediglich 159 erhielten eine Zusage. Kaum noch überraschend: Auch das Gymnasium Bürgerwiese kann nicht allen Kindern einen Platz bieten. Insgesamt zehn Einrichtungen mussten Schüler abweisen.

Unter den neuen Gymnasiasten befinden sich auch 145 Schülerinnen und Schüler, die von ihrer Grundschule eigentlich die Empfehlung erhalten haben, eine Oberschule zu besuchen. Sie dürfen trotz eines schlechteren Notendurschnitts ans Gymnasium wechseln. Zuvor mussten sie jedoch einen Test absolvieren.

Wo werden diese Schüler nun lernen?

Knapp gesagt: Wer seinen Wunschplatz nicht bekommen hat, soll dort lernen, wo noch Platz ist. Bei den Oberschulen nimmt die 64. Oberschule in Laubegast die meisten "umgelenkten" Schüler auf. Von 73 neuen Fünftklässlern wollten lediglich 24 von Anfang an dort lernen. Auch die 30. Oberschule nimmt vergleichsweise viele Kinder auf, die ursprünglich nicht dort angemeldet waren.

Bei den Gymnasien stand das neue Johannstädter Gymnasien nur bei 33 Familien auf der Wunschliste. Deren Kinder werden dort auch aufgenommen. Hinzu kommen 34 Schüler, die gern ein anderes Gymnasium besucht hätten. Das Cottaer Gymnasium, das vermutlich baubedingt nur 73 Anmeldungen erhalten hat, bekommt jetzt noch 30 Kinder von anderen Gymnasien zugewiesen.

Zusätzliche Klassen sind nach Angaben des Lasub nicht eingerichtet worden.

Ist das rechtens?

Für die Oberschulen und Gymnasien in Dresden gibt es keine Schulbezirke. Das bedeutet, jeder Schüler darf sich an einer beliebigen Schule anmelden - ganz egal, in welchen Stadtteil er lebt. Im Umkehrschluss gilt dies auch, wenn es mit der Wunschschule nichts geworden ist. Dann können Schulleiter sie an eine Schule verweisen, an der noch Plätze vorhanden sind. Dabei gilt im Prinzip nur eine Regel: Der Schulweg muss noch zumutbar sein.

Und weil Zumutbarkeit von Mensch zu Mensch verschieden empfunden wird, haben 2009 die Richter des Sächsischen Oberverwaltungsgericht festgelegt: Zumutbar ist ein Schulweg, wenn er nicht länger als 60 Minuten dauert. In Dresden sind - so argumentierte die Schulbehörde in den vergangenen Jahren immer wieder - alle Oberschulen und Gymnasien innerhalb von einer Stunde erreichbar - ob ein Kind nun in Laubegast wohnt und in Cotta die Schule besuchen soll, oder nur fünf Minuten zwischen Zuhause und Klassenzimmer liegen. Auch ein mehrmaliges Umsteigen sei zumutbar, so die Richter weiter,

Wonach wird entschieden, wer angenommen wird?

Übersteigt die Zahl der Anmeldungen die vorhandene Kapazität, wird an den Schulen ein Auswahlverfahren in Gang gesetzt. Zunächst wird geschaut, ob im kommenden Schuljahr bereits ein Geschwisterkind an der Schule lernt. Ist dies der Fall, gilt dies als Pluspunkt.

Gute Karten hat außerdem, wer in der Nähe der Schule wohnt. Schließlich entscheidet das Los über Kinder, die zwar alle vorangegangenen drei Kriterien erfüllen, aber nicht alle unterkommen können.

Können sich Eltern gegen die Entscheidung wehren?

Ja, Eltern haben die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Das muss allerdings innerhalb von vier Wochen nach Eingang des Briefs passieren. In dem Schreiben ist dies auch noch einmal bei der Rechtsbehelfsbelehrung vermerkt. Wie viele Widersprüche bereits eingelegt wurden, kann das Lasub bislang nicht sagen, da sie zunächst die Schulleiter bekommen.

Warum werden teilweise weniger Schüler aufgenommen als angemeldet waren?

Weiterführende Artikel

Dresdner Schule gesperrt: So geht es weiter

Dresdner Schule gesperrt: So geht es weiter

In der 35. Grundschule bröckelt der Putz, die Schüler lernen seit 2020 auswärts. Doch die Pläne der Stadt haben sich verschoben. Warum?

Dresden: 100 Euro für jedes bedürftige Kind

Dresden: 100 Euro für jedes bedürftige Kind

Die Stadt Dresden zahlt einkommensschwachen Familien einen Corona-Bonus in Höhe von 100 Euro. Wer darauf Anspruch hat.

So funktioniert Dresdens Schule ohne Zensuren

So funktioniert Dresdens Schule ohne Zensuren

An der Universitätsschule in Dresden werden neue Lernformen ausprobiert. Keine Noten, Klassen und Lehrplan - ist das die Schule der Zukunft? Ein Besuch vor Ort.

Scheitert die Arnsdorfer Oberschule?

Scheitert die Arnsdorfer Oberschule?

Die geplante Gründung in diesem Jahr ist geplatzt. Wie es dazu kam und wie es jetzt weitergeht.

Es gibt tatsächlich Schulen, an denen im Winter mehr Kinder angemeldet worden sind, als im September aufgenommen werden. Das sei ganz normal, sagt Lasub-Sprecherin Petra Nikolov. So gebe es Familien, die in der Zwischenzeit weggezogen sind. Außerdem werden viele Kinder eine freie Schule besuchen. Sie müssen sich zunächst an einer staatlichen Schule bewerben, sodass sie mit in die Anmelde-Statistik eingeflossen sind.

Mehr zum Thema Dresden